• aktualisiert:

    Ochsenfurt

    Ochsenfurter Liedermacherin will zum Eurovision Song Contest

    Liedermacherin Heike Heer-Engelhardt aus Ochsenfurt.  Foto: Marius Flegler

    "Auch wenn die Zeit sehr schnell verrinnt, der nächste Tag viel Neues bringt, wir steh'n bereit und richten's schon, wir sind die nächste Generation" - mit diesem Liedtext drückt Heike Heer-Engelhardt aus Ochsenfurt ihr tiefes Vertrauen in die Erwachsenen von morgen aus. "Hallo Zukunft, wir sind da" heißt ihr neues Lied. Dabei schrieb sie nicht nur den Text, sondern komponierte auch die Musik selbst. Unter dem Projektnamen "Erdzeichen" steht der Titel nicht für sich alleine.

    Kurzerhand hat sie sich dazu entschlossen, einen rund 30-minütigen Film zum Thema zu drehen, der am Samstag, 9. November, im Kino Casablanca in Ochsenfurt erstmals zu sehen sein wird. Dort werden zu der Benefiz-Vorführung über 200 Gäste erwartet. Alle Tickets sind bereits ausverkauft. Die Einnahmen sollen an die Station Regenbogen in Würzburg gespendet werden, so Heer-Engelhardt. 

    "Erwachsene sind manchmal zu dämlich, geradeaus zu laufen."
    Heike Heer-Engelhardt, Liedermacherin

    Wenn sie gerade keine musikalischen Stücke komponiert, ist sie selbstständige Fitness-Trainerin. Lieder schreibe sie aber eigentlich immer schon, sagt sie. Meistens schreibt sie Kinderlieder, aber auch Musik für Erwachsene hat Heer-Engelhardt im Repertoire. In ihren Texten geht es etwa um den Schulanfang, aber auch um die Wechseljahre, den Leidensweg des Mannes bei der Enthaarung oder eben wie jüngst um die junge Generation, die für die Zukunft Mut macht. "Erwachsene sind manchmal zu dämlich, geradeaus zu laufen. Ich persönlich wollte dagegen nicht demonstrieren, sondern die humorvolle Seite bedienen. Das Veröffentlichen meiner Lieder habe ich lange vor mir her geschoben, jetzt will ich es einfach in Angriff nehmen. Es muss raus." erklärt sie. 

    Die Künstlerin transportiert ihre Botschaften mit Witz und Humor

    Witz und Humor ziehen sich wie ein roter Faden durch ihre Projekte. So auch durch ihren Film, obwohl dieser nah am Zeitgeist gehalten ist und eine im Kern ernste Botschaft vermitteln möchte. Er handelt von zwei Erwachsenen, die mit wackelndem Schritt durchs Leben irren, bis sie auf eine Gruppe von Knirpsen treffen. Mit ihrer kindlichen Leichtigkeit und Unvoreingenommenheit leiten sie die beiden wieder auf den rechten Weg. Vom Schreiben des Drehbuches bis hin zum finalen Schnitt dauerte es rund sechs Monate. Heer-Engelhardt konnte dabei auf tatkräftige Unterstützung bauen. Direkt beteiligt waren insgesamt vier erwachsene Personen und sieben Kinder, die bis auf den verantwortlichen Ton- und Schnitttechniker auch alle im Film zu sehen sind.

    "Mit Kindern, für Kinder", war dabei das Motto der Liedermacherin. Wichtig bei der Auswahl der Nachwuchsdarsteller sei ihr gewesen, dass diese keine gelernten Schauspieler sind und nicht bereits Gesangsunterricht nehmen. "Ich wollte Kinder, wie sie wirklich sind." Mit dem Ergebnis ist sie sehr zufrieden. Auch damit, dass sie die Kosten nicht wie ursprünglich geplant selbst zu tragen hatte: "Ich musste nicht hausieren gehen, Sponsoren kamen von sich aus auf mich zu. Das waren beispielsweise Unternehmer aus meinen Sportkursen. Dafür bin ich außerordentlich dankbar." 

    Bühnenerfahrung in einer Band gesammelt

    Von der Benefizveranstaltung im Kino Casablanca wünscht sie sich, dass das Lied richtig verstanden werde und natürlich, dass es gut ankomme. Die Krönung wäre jedoch, wenn es irgendwann einmal im Radio gespielt werde. Sollte das nicht klappen, gibt es bereits einen Plan B: Sie will das Lied beim deutschen Vorentscheid für den Eurovision Song Contest (ESC) anmelden: "Wenn wir die Autobahn nicht kriegen, nehmen wir eben den Feldweg". 

    Um 2020 auf die große Bühne in Rotterdam zu gelangen, wo der nächste ESC bereits zum fünften Mal in den Niederlanden stattfindet, muss ein Bewerbungsprozess durchlaufen werden. Jeder kann sein Werk einsenden. Eine Jury wählt die 200 Besten aus. Erst dann geht es zum deutschen Vorentscheid, wo in einem erneuten Auswahlprozess der Kandidat gekürt wird, welcher für Deutschland ins Rennen geht. "Ich wollte da schon immer mal mitmachen und das Lied passt einfach. Wir haben nichts zu verlieren", stellt Heer-Engelhardt nüchtern, aber ebenso mutig fest. 

    Bühnenerfahrung hat sie bereits früher als Sängerin in einer Band gesammelt. "Da habe ich die Rampensau in mir entdeckt", erklärt die Künstlerin. Am Samstag sieht sie sich ihr eigenes Werk selbst aus dem Publikum heraus an. Voller Vorfreude und Aufregung ist sie trotzdem. "Es werden mehr Gäste erwartet, als es Sitzplätze im Kinosaal gibt. Die Kinder bringen sich deshalb sogar Sitzkissen mit", schwärmt sie über die bevorstehende Veranstaltung, die schon jetzt verspricht, ein großer Erfolg zu werden.

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (0)

        Anmelden