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    Giebelstadt

    Ortsteilentwicklung mit Konzept

    Die B 19 beherrscht die Dorfmitte von Euerhausen. Das leer stehende Gebäude links im Bild könnte zugunsten eines Dorfplatzes abgerissen werden. Foto: Gerhard Meißner

    Mit einem Gemeindeentwicklungskonzept will Giebelstadt eine langfristige Strategie für die Entwicklung seiner Ortsteile erarbeiten. Erheblichen Anteil daran sollen die Bürger haben. Ortsrundgänge und eine Fragebogenaktion sind deshalb Ausgangspunkt der weiteren Planungen. Während die Rundgänge inzwischen abgeschlossen sind, läuft die Befragung noch bis zum Wochenende. Giebelstadts Bürgermeister Helmut Krämer hofft auf eine möglichst rege Beteiligung.

    Expertenrunden und eine Auftaktveranstaltung im Juni haben den Startschuss für das Gemeindeentwicklungskonzept (GEK) gegeben. Bei den Rundgängen in den Ortsteilen hatten jetzt die Bürger die Möglichkeit, ihre Anregungen und Verbesserungsvorschläge direkt mit den Planern des mit der Erstellung des Konzepts beauftragten Büros "Planwerk" zu erörtern. Die Ergebnisse stellte die Gemeinde nun vor.

    "Es geht darum, die vorgeschlagenen Maßnahmen zu strukturieren und in eine sinnvolle Reihenfolge zu bringen, die dann in den kommenden Jahren abgearbeitet werden kann."
    Helmut Krämer, Bürgermeister Giebelstadt

    Beim Rundgang in Allersheim stellten die Teilnehmer fest, dass Parkplätze rund um Kirche und Bürgerhaus fehlen und die Spielplätze erneuert werden sollten. Außerdem ist die Verkehrssituation an manchen Stellen unübersichtlich. Die Eßfelder freuen sich über den Umbau ihres Bürgerhauses. Auf der Wunschliste steht die Umgestaltung des Bereichs des Kneippbeckens und die Schaffung eines zentralen Platzes als Treffpunkt in der Ortsmitte.

    In Herchsheim sorgt man sich um die Zukunft des ortsbildprägenden Löschweihers. Ablauf und Abdichtung sollten erneuert, und der Bereich um den Weiher intensiver gepflegt werden. Auch die Wege zwischen Neubaugebiet und Friedhof sowie die Friedhofswege selbst bedürfen der Sanierung.

    Durch die Bundesstraße zweigeteilt

    Wie Herchsheim, wird auch Euerhausen von der B 19 zweigeteilt, der zentrale Dorfplatz vom Verkehr durchschnitten. Stattdessen wünscht man sich dort, dass ein leer stehendes Gebäude, das die Gemeinde bereits erworben hat, abgerissen wird. Die Freifläche soll dann zu einem Dorfplatz mit Grünfläche und Sitzgelegenheiten umgestaltet werden. Außerdem wurde der Wunsch nach Pendlerparkplätzen geäußert.

    Beim Rundgang in Ingolstadt fiel auf, dass vielerorts Gehsteige nicht vorhanden oder zu schmal sind. Auch eine Geschwindigkeitsbegrenzung für die ortsdurchquerende Ludwig-Bauer-Straße halten viele Bürger für erforderlich. Außerdem soll nach mehreren vergeblichen Anläufen ein angemessenes Bürgerhaus geschaffen werden.

    Bauplätze statt Leerstand

    In Sulzdorf wünscht man sich eine Geschwindigkeitsbegrenzung an den Ortseingängen. Beim Rundgang fiel das Augenmerk auf leer stehende Scheunen und Hofstellen im Altort, an deren Stelle neue Häuser entstehen könnten.

    Bei den gut besuchten Ortsteilspaziergängen hatten die Planer Gelegenheit, viele Anregungen der Bürger aufzunehmen, sagt Annette Barreca, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit der Gemeinde. Weitere Ideen erhofft sich die Verwaltung von der Auswertung der Fragebögen, die an 1000 ausgewählte Haushalte versandt wurden.

    In einem weiteren Schritt sollen die Vorschläge ausgewertet und in themenbezogenen Workshops unter Mitwirkung von Bürgern weiter bearbeitet werden. Die vorgeschlagenen Maßnahmen zu priorisieren wird die Aufgabe des Gemeinderats sein. Im kommenden Jahr soll der Maßnahmenkatalog öffentlich präsentiert werden und der Gemeinde über Jahre als Richtschnur für Planungsentscheidungen dienen. 

    Steuerliche Vorteile durch Sanierungsgebiet

    "Es geht darum, die vorgeschlagenen Maßnahmen zu strukturieren und in eine sinnvolle Reihenfolge zu bringen, die dann in den kommenden Jahren abgearbeitet werden kann," sagt Bürgermeister Helmut Krämer. Zudem hofft er, dass auf Grundlage des Gemeindeentwicklungskonzepts Sanierungsgebiete ausgewiesen werden können, in denen privaten Maßnahmen mit steuerlichen Begünstigungen belohnt werden.

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