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    Veitshöchheim

    P-Seminar: Geschichten von Auswanderern und Geflüchteten

    Diese acht Q12-Schülerinnen des Gymnasiums Veitshöchheim präsentierten die Ergebnisse ihrer Spurensuche (von links): Tammy Kästner, Lilly Minnemann, Joemi Schmitter, Teresa Schmitt, Elena Wicht, Lena Friedrich, Lena Axmann und Anna Scheuring. Foto: Dieter Gürz

    "Wir wurden geboren um, die Welt zu verändern. Doch plötzlich steht die Welt in Flammen." Mit diesem Song "Bonny & Clyde" von Sarah Connor und Henning Wehland aus dem Jahr 2017, eine Hommage an Unerschrockenheit und wahre Freundschaft, eröffnete Anna Scheuring die inhaltlich und choreographisch beeindruckende 45-minütige Präsentation des P-Seminars "Fremd ist der Fremde nur in der Fremde" oder "Zuhause in der Fremde?" der Q 12 des Gymnasiums Veitshöchheim in der intimen Atmosphäre der Bücherei.

    Während des vergangenen Schuljahres konnten sich die von der Musiklehrerin Claudia von der Goltz betreuten acht P-Seminaristinnen einmal bewusst Zeit nehmen für die Geschichten der Menschen, die nach Deutschland gekommen sind, um ein neues Leben anzufangen. Es ging ihnen aber nicht nur um diese Ankömmlinge, sondern sie sprachen auch mit Menschen, die in der Ferne ihr Glück suchten und ihr Zuhause zurückließen.

    Berührende und beeindruckende Zitate

    In Interviews mit aus Ostpreußen geflüchteten Großeltern,  Auswanderern und Geflüchteten, die jetzt in Veitshöchheim und Umgebung leben und gemeinsamen Aktionen mit den "Fremden" haben sie versucht, der Thematik auf die Spur zu kommen. Spannend seien die zahlreich von der Gruppe geführten Interviews gewesen, durch die sich ihre Sichtweise auf Fremdsein und Zuhause sein verändert habe.

    Einen Schwerpunkt der Veranstaltung bildete so eine Auswahl an Zitaten aus den Interviews, die sie besonders berührt oder beeindruckt hatten und die sie im Raum verteilt vortrugen wie "Wenn ich von den anderen immer nur als Ausländer gesehen werde, kann ich es nie schaffen, ein Teil der deutschen Gesellschaft zu werden" oder "Als Kind Kontakt mit verschiedenen Kulturen zu haben, legt einen wichtigen Grundstein für die Weltoffenheit".

    Menschen haben überall die gleichen Sehnsüchte

    Die Zitate unterbrachen die Schülerinnen mit Liedern wie "Imagine" von John Lennon, die sich mit den Themen Sehnsucht, die Suche nach dem Glück, Krieg und Frieden, Verwirklichung von Träumen und der Vorstellung von einer Welt befassen, die niemanden dazu zwingt, seine Heimat zu verlassen. Wichtige Erkenntnis für die Schülerinnen war, gelernt zu haben, dass Menschen überall die gleichen Sehnsüchte haben und sie dies auch miteinander verbindet. Ihnen wurde außerdem klar, dass Integration besser gelingen kann, wenn sie von beiden Seiten angestrebt wird und sich alle darum bemühen.

    So sagte Anna Scheuring in ihrem Schlusswort, dass uns jeden Tag Nachrichten und Schreckensbotschaften von Krieg und Vertreibung in vielen Ländern der Welt erreichen. "Wir hören es, wir sind schockiert, wir verstehen es nicht und können nicht begreifen, wie solche Dinge passieren können, weil wir in einem relativ sicheren Land leben, weit weg von dem. Vieles lassen wir auch nicht an uns heran, weil wir das Gefühl haben, nichts daran ändern zu können. Und doch geht es jeden von uns an!"

    Bearbeitet von Dieter Gürz

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