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    OBERHAUSEN

    Paraballooning: Der Sprung aus dem Korb ist ein Nervenkitzel

    Um eine möglichst punktgenaue Landung ging es den Fallschirmspringern, bei den Ballonfahrern punkteten die Schnellsten. Foto: Adrian Alt-Steiner

    „Im ersten Moment fühlt es sich an wie ein Sprung vom Zehn-Meter-Turm“, sagt Frank Hirsch. Der kleine Unterschied: Es sind über tausend Meter, die sich vor dem Fallschirmspringer aus Giebelstadt auftun, wenn er den Korb des Heißluftballons verlässt. Drei Tage lang war der Riedenheimer Ortsteil Oberhausen (Lkr. Würzburg) das Mekka des Paraballooning, einer Kombination aus Fallschirm- und Ballonsport.

    22 Spitzenteams trafen sich beim 2. Fränkischen Paraballooning zum größten Wettkampf seiner Art auf deutschem Boden. Veranstalter waren der Fallschirmsportclub Oberhausen und der Würzburger Ballonfahrerverein.

    Springen aus dem Stand

    Normalerweise weht Springern der Wind mit über 100 Stundenkilometern um die Ohren, wenn sie das Flugzeug verlassen. Beim Paraballoning stürzen sie sich praktisch aus dem Stand in die Tiefe. Ein besonderer Nervenkitzel, wie Frank Hirsch erzählt. Auch für Ballonfahrer ist es eine ungewöhnliche Herausforderung, einen Springer abzusetzen, sagt der Würzburger Ballonfahrer Martin Wegner, Mitglied des Nationalteams.

    Die Aufgaben richten sich ganz nach der Wetterlage und werden erst kurz vor dem Start von der Wettkampfleitung bekannt gegeben. Während der Ballonpilot bestimmte Punkte ansteuern oder eine festgelegte Strecke möglichst schnell durchfahren muss, gilt es für den Springer, möglichst genau auf einem vorgegebenen Zielpunkt aufzukommen. Gewitterwolken und unstetes Wetter

    Rund 5000 Besucher wollten sich das Spektakel in Oberhausen am Pfingstwochenende nicht entgehen lassen, wenngleich das unstete Wetter am Ende statt der geplanten fünf nur drei Wettfahrten zuließ. Die Gewitterwolken hatten sich am Samstagabend gerade über dem Sprunggelände verzogen, als Turnierleiterin Sylvia Meinl entschied, die dritte Wettfahrt abzusagen und die Teams stattdessen außer Konkurrenz starten zu lassen. „Sicherheit geht vor“, meinte die Stuttgarter Pilotin und zog damit die Konsequenz aus einem Zwischenfall am frühen Samstagmorgen.

    Unsanft auf dem Hosenboden gelandet

    Einer der Springer hatte in letzter Sekunde ein waghalsiges Lenkmanöver versucht, um doch noch das Ziel zu treffen und landete unsanft auf dem Hosenboden. Das Ergebnis: ein Beckenbruch. „Leichtsinn und übertriebener Ehrgeiz“, urteilt Lokalmatador Markus Scheuermann. Der Oberhausener gehört zur deutschen Springerelite und ließ dem Publikum wenig später den Atem stocken. Kurz vor seiner Landung zog er eine schnelle Schleife und raste im Sturzflug auf die Grasnarbe zu, um den Schirm kurz davor herumzureißen und sanft auf der Wiese aufzusetzen.

    Ballons glühen in der Nacht

    Die ganze Schönheit des Ballonsports erlebten die Zuschauer nach Einbruch der Dunkelheit, als die Piloten ihre am Boden verzurrten Sportgeräte mittels ihres Gasbrenners zum Takt der Musik erglühen ließen. Vor der vorletzten Wettfahrt am frühen Sonntagmorgen machte erneut Regen einen Start unmöglich. Entschädigt wurden Piloten und Springer dafür mit beinahe idealen Bedingungen am Abend.

    Am Ende nutzten der Kitzinger Pilot Adolf Kohl und Springer Markus Scheuermann ihren Heimvorteil und setzten sich in der Endabrechnung an die Spitze des Teilnehmerfelds vor dem Duo Pascal Kreins (Thüringen)/Matthias Prowald (Oberhausen) und dem schweizerischen Duo Roman Hugi und Marcel Bieri.

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