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    Gerbrunn

    Parkplatzstreit in der Käthe-Kollwitz-Straße

    Nach dem Eingriff sind in der Mitte der Käthe-Kollwitz-Straße in Gerbrunn sechs Stellplätze für PKW vorhanden. Foto: Simon Wagner

    Die Künstlerin Käthe Kollwitz (1867-1945) war eine Große ihres Faches. Nach der bekannten Malerin und Bildhauerin  ist in Gerbrunn eine Straße benannt, die in dieser Woche für Zündstoff sorgt. Eigentlich ist es keine klassische Straße, sondern ein Wendehammer, an dessen Ende ein Autowaschplatz liegt. Daneben hat die 1956 in Würzburg gegründete Firma Schlüssel Wagner seit fast 23 Jahren ihren Sitz. Stein des Anstoßes sind öffentliche Parkplätze auf dem zentralen Platz in der Käthe-Kollwitz-Straße. Nach Angaben von Simon Wagner, Geschäftsführer von Wagner Sicherheitstechnik, standen dort seit jeher 13 Parkplätze für Mitarbeiter und Kunden von drei Firmen zur Verfügung – bis zum Tag nach dem dritten Advent.

    Am Montag rückten Gemeindebedienstete an, schlugen Holzpflöcke in die Erde – und positionierten große Steine auf dem Boden. Am Ende blieben sechs Parkplätze zwischen den sechs Bäumen übrig. Wagner hält das für "eine reine Provokation" von Seiten der Gemeinde Gerbrunn und ihres Bürgermeisters Stefan Wolfshörndl – "und für einen Versuch uns einzuschüchtern: Einerseits weil wir eine Bürgerinitiative gegen das Gewerbegebiet Kirschberg IV mitbegründet haben, andererseits wegen unseres Engagements für Bündnis 90 /Grüne – Ortsverband Gerbrunn, Randersacker, Theilheim."

    Wagner: Bauerntheater, für das man sich schämen muss

    So hat es Wagner noch am Montagvormittag in einem Post in den sozialen Netzwerken formuliert. Und weiter: Über ein solches Bauerntheater müsse man sich wirklich schämen. Die Parksituation werde sich dann eben in die angrenzenden Wohngebiete verlagern, mutmaßte der Geschäftsführer. Im Vorfeld habe niemand die Betroffenen informiert. Dazu stellte Wagner mehrere Fotos ein, die die Situation vor und nach dem Eingriff zeigen.

    Die Antwort von Bürgermeister Stefan Wolfshörndl (SPD) ließ nicht lange auf sich warten. Der Bürgermeister schrieb unter den Post: "In der Gemeinderatssitzung am 8. Juli gab es eine Aufforderung aus dem Gemeinderat an die Gemeindeverwaltung, im Bereich der Käthe-Kollwitz-Straße den ordnungsgemäßen Zustand des Bebauungsplanes herzustellen, Flächen zu entsiegeln und die Bereiche zu begrünen, da der Bebauungsplan sechs und nicht zehn Stellplätze vorsieht."

    Wolfshörndl: Bebauungsplan sieht sechs Stellplätze vor

    "Dies war weder meine persönliche Idee noch steht dies in irgendeiner Verbindung mit Ihren politischen Aktivitäten", erklärte Wolfshörndl. "Ich bedaure persönlich sehr, dass Sie mittlerweile einen Hass auf meine Person entwickelt haben, den ich in dieser Form überhaupt nicht nachvollziehen kann."

    Die Gemeinde Gerbrunn hat die Maßnahmen in der Käthe-Kollwitz-Straße Anfang dieser Woche durchführen lassen. Foto: Simon Wagner

    Wagner entgegnete wiederum: "Hass lehne ich ab. […] Ich hasse nur undemokratisches Verhalten und schlechten Stil und Rache finde ich sehr schlecht: Rache für die BI Kirschberg IV und den Erfolg der Grünen. Wirklich kein guter Start für den Wahlkampf..."

    Die Gerbrunner Grünen haben Mitte letzter Woche ihre 20 Personen umfassende Kandidatenliste für die Kommunalwahlen am 15. März 2020 aufgestellt, schicken aber keinen Bürgermeisterbewerber ins Rennen. Bislang ist nur ein Kandidat für die Rathausspitze bekannt: Amtsinhaber Wolfshörndl, der am Montagabend die letzte Gemeinderatssitzung in diesem Jahr leitete und den Haushaltsplan für 2020 mit einem Verwaltungsetat von rund 13,8 Millionen Euro und einem Vermögensetat von etwa 6,6 Millionen Euro einstimmig durchbrachte.

    Die nächste Runde, um den Bebauungsplan für das erwähnte Gewerbegebiet am Kirschberg IV voranzubringen, ist kürzlich verschoben worden. Der derzeitige Gemeinderat steht geschlossen hinter dem Vorhaben, weil man einem lokal ansässigen Betrieb eine Erweiterung ermöglichen will.

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