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    Würzburg

    Patenschaft für einen Baum: ÖDP will Bürger gärtnern lassen

    Noch werden im Sommer viele Bäume in der Stadt, wie auf unserem Archivbild aus dem Vorjahr, vom städtischen Gartenamt bewässert.  Foto: Daniel Peter

    Im Botanischen Garten der Universität sterben Buchen, im Stadtwald sind 5000 Bäume dem Hitzestress zum Opfer gefallen. Oberbürgermeister Christian Schuchardt hat es bei einer Baumgießaktion für von der Trockenheit geplagte Bäume Ende Juni bereits angeregt, jetzt will die Stadtratsfraktion der ÖDP Nägel mit Köpfen machen. In einem Antrag an den OB wünschen sich Fraktionsvorsitzender Raimund Binder und seine Fraktionskollegen Heinz Braun und Christiane Kerner, die Stadt möge ihren Bürgern künftig Baumpatenschaften für städtische Bäume anbieten.

    Die aktuelle Klimasituation sei bekannt, heißt es in der Begründung des des Antrags. Die herausragende Bedeutung von Bäumen und Grün werde dabei allen immer bewusster. Das Gartenamt könne nur das absolut Notwendige an Bewässerungsmaßnahmen übernehmen, andererseits lägen gerade Bäume vor „der eigenen Haustür“ den Menschen besonders am Herzen.

    Ziel soll es sein, das bestehende Grün zu erhalten

    Deshalb möchte die ÖDP, dass die Verwaltung die Möglichkeit von Baum-Pflegepatenschaften prüft. Dabei gibt es nach Ansicht der ÖDP-Fraktion zwei Möglichkeiten. Zum einen könnten die Bürger für das Grün und die Bäume in ihrer Straße oder anderen Straßen die Pflege übernehmen. Dabei solle die Stadt nach Wunsch der ÖDP-Fraktion Möglichkeiten zeigen, die benötigte Wassermenge den Bürgern zu erstatten, gegebenenfalls auch in Form eines Abzuges von der Wasser-Rechnung, heißt es in dem Antrag.

    Als zweite Möglichkeit nennt der Antrag die Zusammenarbeit mit Gartenbau- und Naturschutzvereinen, die dann eine Patenschaft übernehmen könnten. Ziel solle es sein, das bestehende Grün zu erhalten. Auf keinen Fall sei das Ziel, der Stadt neue Einnahmequellen in Form von Spenden für Baumpflanzungen zu ermöglichen, heißt es weiter. Die Patenschaften seien auch kein Ersatz für die Umsetzung von Urban Gardening, betont die ÖDP, allenfalls eine Ergänzung.

    Beispiele für solche Patenschaften gibt es bereits in anderen bayerischen Städten

    Beispiele für solche Patenschaften gebe es bereits in anderen bayerischen Städten, heißt es in dem Antrag. So zum Beispiel in Nürnberg. Dort kümmern sich die Paten nicht nur um den Baum und bewässern ihn bei Trockenheit ausreichend, sie sorgen sich auch um die Baumscheibe, jäten und bepflanzen diese und dürfen zu ihrem Schutz auch einen maximal 50 Zentimeter hohen Zaun darum aufstellen. Sie bekommen auch einmalig einen Gutschein über 50 Euro für die Bepflanzung der Scheibe. Jegliche Baumpflege wie den Rückschnitt des Baumes übernimmt die Stadt. Ähnlich verhält es sich mit solchen Patenschaften in Erlangen, Herzogenaurach und Steinberg in der Oberpfalz.

    "Über die Weiterverfolgung des Antrags wird der Ferienausschuss des Stadtrates in seiner Sitzung am 5. September beraten", informierte Rathaussprecher Christian Weiß auf Anfrage.

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