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    Rittershausen

    Pflanzenschutz ohne Chemie stößt auf reges Interesse

    Maschinell statt chemisch: Beim Praktikertag in Rittershausen informierten sich über 200 Landwirte über die mechanische Unkrautbekämpfung. Foto: Hannelore Grimm

    Kein einziges Unkraut ist zu sehen auf dem Zuckerrübenfeld von Landwirt Johannes Menth, auf dem sechs Maschinen bereit stehen, um mechanisch das Unkraut zu bekämpfen. Dass der von Maschinenring Maindreieck (MR) organisierte Praktikertag von Interesse ist, das zeigt die Anwesenheit von weit über 200 Landwirten. Laut MR-Geschäftsführerin Jutta Michel (Erlach) zählt die Vereinigung derzeit 1180 Mitglieder.

    Bevor die erste Maschine zum Einsatz kommt, begrüßt Vorsitzender Johannes Menth unter den Besuchern neben dem Geschäftsführer des Verbands fränkischer Zuckerübenbauern Klaus Ziegler den ehemaligen Verbandspräsidenten Jochen Fenner aus Gelchsheim.

    Nach den Worten von Johannes Menth, der die Rüben auf dem Versuchsfeld am 17. März gesät hat, beschäftigt das Thema "Rübe" die Landwirte im Frühjahr besonders. Da immer mehr Wirkstoffe in chemischen Pflanzenschutzmitteln nicht mehr zugelassen seien, muss die Chemie durch die Technik ersetzt werden. Wie MR-Berater Fabian Zipfel erklärt dient der Praktikertag dazu den Landwirten vorzuführen wie schnell und wie die tief die Maschinen bei der Unkrautbekämpfung vorgehen.

    Bei der mechanischen Bekämpfung auf dem Versuchsfeld stehen sowohl Striegel wie auch Scharhacke auf dem Prüfstand. Die jeweiligen, zumeist zufriedenstellenden Ergebnisse kommentiert Klaus Ziegler.

    Maschine habe Rübenreihen statt Unkraut gelichtet

    Mit dem Trend der stark in Richtung elektronischer Lösungen geht, scheinen sich die Landwirte nicht so recht anfreunden zu können. Nicht zuletzt der Einsatz der Maschine mit kameragestütztem Reihenführungssystem, die statt des nicht vorhandenen Unkrauts die Rübenreihen lichtet, bestärkt die Meinung der Skeptiker über soviel elektronische Ausstattung.

    Auch das Gerät das mit einer sich drehenden zinkenförmigen Vorrichtung  rund um die Rübenpflanzen das Unkraut entfernt, findet nicht die rechte Zustimmung der Bauern. Wie ein Landwirt argumentiert, muss mit dieser Maschine langsam gefahren werden. Dadurch werde, wie er sagt, viel zuviel Zeit benötigt und außerdem. Darüber hinaus, und das sei für den Großteil der Befragten wohl ausschlaggebend, seien die Anschaffungskosten für die Maschinen so hoch, dass sich das für kaum einen Landwirt rechne.

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