• aktualisiert:

    Würzburg

    Pläne für Umgestaltung der Paradepost vorgestellt

    Investor plant unter anderem Gastronomie und ein Studentenwohnheim am Paradeplatz
    Ein erster Entwurf für die Umgestaltung der Paradepost: Unter anderem ist eine Belebung durch Außengastronomie auf dem Platz vorgesehen, Foto: Braun Schlockermann Dreesen Planungsgesellschaft mbH
    Ein erster Entwurf für die Umgestaltung der Paradepost: Unter anderem ist eine Belebung durch Außengastronomie auf dem Platz vorgesehen, Foto: Braun Schlockermann Dreesen Planungsgesellschaft mbH

    Es könnte sich bald etwas tun am Paradeplatz: Der Investor "Family Value Invest GmbH" aus Frankfurt hat den gesamten Gebäudekomplex der Paradepost gekauft und plant dort unter anderem die Verlegung der Postfiliale, Gastronomie, ein Studentenwohnheim und Büroflächen. Architekt Thomas Dreesen hat die ersten Pläne für die ehemalige Oberpostdirektion in der jüngsten Sitzung der Kommission für Stadtbild und Architektur (KoSA) vorgestellt. Sie wurden mit einigen Anmerkungen zur Gebäudehöhe, Dachgestaltung und Barrierefreiheit grundsätzlich für gut befunden.

    Gastronomie auf dem Platz

    Die Überlegungen der Planer vom Frankfurter Büro BSD (Braun Schlockermann Dreesen Planungsgesellschaft mbH) kurz zusammengefasst: Die Postfiliale soll an die Ecke Paradeplatz/Ebracher Gasse verlegt werden. Im Kopfgebäude an der Ecke Hofstraße/Domerpfarrgasse/Paradeplatz sowie in den bisherigen Räumen der Paradepost sind zwei gastronomische Betriebe mit Außenflächen auf dem Platz mit dem Postreiter-Denkmal vorgesehen - dazwischen Räume für die bestehende Bankfiliale.

    Neuer Wohnraum für Studenten

    Im fünfgeschossigen Kopfgebäude sollen darüber Büroflächen untergebracht werden, im viergeschossigen Gebäude entlang des Paradeplatzes nach aktuellem Stand 49 kleine Studentenapartments mit einer Größe von 18 bis 34 Quadratmetern. Zu dem Komplex gehört auch das Gebäude mit der Adresse Hofstraße 8 zwischen Bibrastraße und Paradeplatz, das dreigeschossig ausgebaut werden soll. Eine Zufahrt zu einer Tiefgarage unter dem Grundstück soll über die Ebracher Gasse erfolgen.

    Mit der Planung noch ganz am Anfang

    "Wir sind mit unseren Planungen noch ganz am Anfang", betonte Thomas Dreesen. Auf der Hinterhofseite des Doms "haben wir eine echte innerstädtische Verbesserung vor." Die Planer wollen die bestehenden Gebäude erhalten, aber die derzeit relativ flach geneigten Dächer etwas höher und steiler gestalten. In Zusammenarbeit mit der Stadt kann sich der Investor auch einen großen Wurf für den gesamten Platz vorstellen - zum Beispiel durch den Wegfall der Parkplätze und der Straße auf der Platzseite vor dem Gebäude.

    Mit Mut an die Planung

    Diese Vision kam bei den Stadträten in der KoSA gut an. "Das wäre eine Belebung ganz anderer Art als der Parksuchverkehr. Diesen Mut sollten wir haben", sagte Thomas Schmitt (CSU). Sein Fraktionskollege Willi Dürrnagel sprach von einer "einmaligen Chance, den gesamten Platz neu zu gestalten". Auch Heinrich Jüstel (SPD) hält das Projekt als Belebung der Touristenachse zwischen Residenz und Dom für sinnvoll - die Planer haben dort kürzlich an einem Samstag rund 20 000 Fußgänger gezählt.

    Kritik an Höhe und Dachgestaltung

    Die geplante Höhe und Dachgestaltung zum Paradeplatz hin war einer der Punkte, die in der KoSA mehrheitlich eher kritisch gesehen wurde. "Ich habe nichts gegen Nachverdichtung, aber bitte nicht so stark in die Höhe", betonte Stadtheimatpfleger Hans Steidle: "Nur dem Dom steht historisch das Privileg zu, aus der Dachlandschaft herauszuragen." Einer der wenigen, die nichts gegen ein steileres Dach haben, ist Architekt Ferdinand Stracke aus München: "Ein behütendes Dach täte dem Gebäude ganz gut."

    Kritik am neuen Eingang

    Dass nach aktueller Planung der neue Zugang zur Postfiliale vom Paradeplatz aus nicht ebenerdig möglich wäre, kritisierte die ehemalige Münchner Stadtbaurätin Christiane Thalgott: "Einen behindertengerechten Eingang kann man nicht hinten durch den Hof machen." Außerdem sollen die Planer prüfen, ob eine Zufahrt zur geplanten Tiefgarage über die Hofstraße möglich ist. "Mit diesen Modifikationen können wir das Projekt weiter voranbringen. Es geht in die richtige Richtung und belebt die Innenstadt", fasste Stadtbaurat Christian Baumgart die knapp einstündige Diskussion zusammen.

    Drei Mal wöchentlich bequem per E-Mail:
    Abonnieren Sie jetzt den kompakten Würzburg-Newsletter!

    Kommentare (2)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!