• aktualisiert:

    WÜRZBURG

    Podiumsdiskussion: Schwarze Menschen in Deutschland

    Keine zwölf Wochen mehr und die Abendkonzerte im Zirkuszelt des Africa Festivals sind bis auf ein kleines Restkontingent für den Sonntag bereits ausverkauft. Für Festival-Chef Stefan Oschmann jetzt bei der letzten Pressekonferenz vor der Eröffnung des Festivals ein Grund zur Freude. Noch mehr freute er sich aber über den hohen Besuch zur Eröffnung des 30. Internationalen Africa Festivals vom 31. Mai bis zum 3. Juni.

    Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat nämlich sein Kommen angekündigt und wird am 31. Mai um 17 Uhr das Festival vor geladenen Gästen eröffnen, darunter die Präsidentin des Bayerischen Landtags, Barbara Stamm, und der Botschafter der Republik Südafrika S.E. Phumelele Stone Sizani. Und anstatt eine lange Rede zu halten hat der Bundespräsident sich eine Gesprächspartnerin für ein Podiumsgespräch zur Eröffnung gewünscht. Es ist Sona Jobarteh aus Gambia, eine bekannte Kora-Spielerin. Die Kora ist eine mit beiden Händen gezupfte westafrikanische Stegharfe.

    Stiftung unterstützt afrikanische Schule

    Steinmeier hatte Jobarteh in Gambia im November vergangenen Jahres kennengelernt, als er sie bei einer offiziellen Afrikareise in ihrer Musikschule „Amadu Bansang Jobarteh School of Music“ besuchte. Dort werden Kinder auf ihren traditionellen Instrumenten ausgebildet und erhalten Unterstützung bei wichtigen Themen wie Gesundheit und Ernährung. Auch über negative Traditionen wie Kinderhochzeit oder Genitalverstümmelung bei Frauen werden sie informiert. Die Stiftung Africa Festival unterstützt die Schule derzeit, indem sie für zwei Jahre das Gehalt der neun Lehrer bezahlt.

    Noch bevor das Festival aber eröffnet, wird es zwei Fotoausstellungen geben. Eine davon, unter dem Titel „Africa Queens“ wird vom 26. April bis zum 31. August im Foyer der Universität am Sanderring gezeigt. Ausgestellt sind Fotos von Bugs Steffen, der das Festival seit 1994 begleitet. Zu sehen gibt es Portraits von Musikerinnen, Fashion-Models oder DJanes, die stolz und ausdrucksstark ihre afrikanischen Wurzeln präsentieren.

    Fotos aus 30 Jahren

    Die zweite Fotoausstellung ist den 30 Jahren des Festivals gewidmet. Gezeigt werden Aufnahmen aus den Ausstellungen der vergangenen 30 Jahre, sie werden zugunsten der Musikschule von Sona Jobarteh verkauft. Gezeigt werden die Fotoaufnahmen vom 24. April bis zum 8. Juni in der Uni am Sanderring, der Buchhandlung Hugendubel am Kürschnerhof und in der Stadtbücherei im Falkenhaus. Dort kann man auch ab sofort im 1. Stock CDs mit rund drei Stunden der Musik des 30. Africa Festivals ausleihen und vor Ort anhören.

    Mit zum Programm des Festivals gehören auch immer wieder Podiumsdiskussionen zu Schwerpunktthemen: „Afro Deutschland - Being Black and German“ lautet der Titel einer Podiumsdiskussion am Sonntag, 3. Juni, um 11 Uhr im Havana Club. Als Einführung läuft am Samstagabend, 2. Juni, um 20.30 Uhr im ARTE Kinozelt der Dokumentarfilm „Afro.Deutschland”. Etwa eine Million schwarze Menschen leben heute in Deutschland – in einer weiß dominierten Gesellschaft, heißt es in der Ankündigung. Die Podiumsdiskussion greift das Thema auf und hat vier Menschen eingeladen, die nicht nur über ihren persönlich erlebten Rassismus reden, sondern viel mehr darüber Auskunft geben, wie sie sich mit ihrer Arbeit und ihrem Engagement beteiligt haben, dass diskriminierende und rassistische Strukturen in Deutschland aufgedeckt und überwunden werden. Es diskutieren unter anderem Jana Pareigis (ZDF-Moderatorin), Raphael Dernbach (München), Jermain Raffington (Moderator und Ex-Basketballprofi) und Tiranke Diallo (Mama Afrika e.V., Berlin).

    Aktuelle Fragen zur Afrika-Politik

    Anschließend wird der Regionalbeauftragte für Subsahara-Afrika und Sahel, Botschafter Georg Schmidt, im Gespräch mit Africa-Festival-Moderatorin Sarah Bergh zu aktuellen Fragen der deutschen Afrika-Politik Stellung nehmen. Die Besucher des Festivals haben dann die Gelegenheit, sich mit Fragen und Kommentaren an der anschließenden Diskussion zu beteiligen.

    Das 96 Seiten umfassende Programmheft des 30. Internationalen Africa-Festivals mit allen Infos gibt es ab sofort überall, wo es Tickets gibt, online auf www.africafestival.org/Programmheft und gegen Einsendung eines Umschlags und einer 1,45-Euro-Briefmarkte an: Afro Project e.V., Friedenstr. 5, 97072 Würzburg.

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (0)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!