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    Würzburg

    Polizei warnt vor Betrug mit Bitcoins

    Der Handel mit der Internet-Währung Bitcoin lockt immer wieder Betrüger, ihr Glück mit gutgläubigen Opfern zu suchen – in letzter Zeit auch verstärkt in Unterfranken Foto: Jach Guez, afp

    In Unterfranken bieten Betrüger angeblich lohnende Geschäfte mit der Internet-Währung Bitcoin an und bringen ihre Opfer um hohe Summen. Das jüngste Beispiel schilderte Polizeisprecher Philipp Hümmer am Dienstag: "Im Landkreis Würzburg hat ein 64-Jähriger mehrere zehntausend Euro an einen vermeintlichen Onlinebroker gezahlt."

    Dubiose Überweisungen an Bank in Litauen

    Die Würzburger Kripo ermittelt derzeit gegen drei Unbekannte aus dem osteuropäischen Raum, die sich gegenüber dem Unterfranken als Onlinebroker ausgegeben haben. Seit Mai 2019 hat der Mann immer wieder Überweisungen an eine litauische Bank vorgenommen. Ihm wurde versprochen, dass mit dem Geld über eine Handelsplattform die bekannteste sogenannte Kryptowährung namens Bitcoin gekauft werde. Eine Auszahlung sei jederzeit möglich.

    Mitte Juli wollte sich der Mann einen Großteil des eingezahlten Geldes – mehrere zehntausend Euro – auszahlen lassen. Einer seiner Gesprächspartner verlangte zuvor eine weitere Überweisung echten Geldes. "Der 64-Jährige wurde skeptisch und erstattete Anzeige bei der Würzburger Kriminalpolizei", berichtet Hümmer. So kam der Betrug ans Tageslicht.

    Zahl der Delikte verdreifacht

    Der Handel mit Bitcoins erfreut sich bei Betrügern derzeit großer Beliebtheit, in einigen Ländern Europas hat sich die Zahl der Fälle binnen eines Jahres verdreifacht. Als Beleg der Seriosität werden gerne Empfehlungen von Prominenten gezeigt. Doch Tennis-Star Roger Federer, Schauspielerin Yvonne Catterfeld, oder Moderator Frank Elstner wussten gar nicht, dass man ihren Namen für den Betrug missbraucht hatte. 

    Die Polizei hat Anfang Juli in einer europaweiten Razzia die bisher wohl größte Bitcoin-Betrügerbande ausgehoben. Die Ermittler fanden unter anderem eine Kundendatei mit den Namen von mehr als 200 000 Deutschen.  Laut 233 anhängigen Strafanzeigen für die Plattformen hat jeder Geschädigte im Schnitt mehr als 40 000 Euro verloren.

    Was die Bafin Kunden rät
    In dem Fall aus Unterfranken informiert die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) darüber, wie Kunden solch unseriöse Plattformen erkennen können:
    Stellen Sie sicher, dass der Anbieter seinen Unternehmenssitz nicht im Ausland hat.
    Prüfen Sie, ob die Plattform ein Impressum besitzt. Dort müssen eine Adresse, ein Vertretungsberechtigter und eine E-Mail-Adresse angegeben sein.
    Misstrauen Sie unverständlichen Geschäftsmodellen, zu denen Sie erst nach Kontaktaufnahme nähere Informationen erhalten.
    Stellen Sie sicher, dass die Plattform eine EU-Lizenz besitzt.

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