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    Würzburg / Schweinfurt

    Qual der Wahl: "Studieren, was zu einem passt!"

    An Ständen im Lichthof der Neuen Universität in Würzburg können sich angehende Abiturienten an diesem Mittwoch und Donnerstag über Studienmöglichkeiten informieren. 45 Hochschulen und Einrichtungen sind vertreten. Foto: Katja Klein, FHWS

    Noch nie hatten Studienanfänger so viele Möglichkeiten wie heute. Bundesweit listen die Hochschulen rund 20 000 Studiengänge auf – 250 davon gibt es an der Würzburger Julius-Maximilians-Universität (JMU) und 50 an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt (FHWS). Neue Studiengänge kommen hinzu, wie die Robotik am FHWS-Standort Schweinfurt.

    Rund 4000 Teilnehmer für Infotage angemeldet 

    Abiturienten haben die Qual der Wahl. Helfen sollen den Oberstufenschülern die Hochschulinformationstage, die die Arbeitsagentur in Zusammenarbeit mit Uni und FHWS durchführt, an diesem Mittwoch und Donnerstag zum 17. Mal. Nach 15 Jahren mit Event-Charakter im Cinemaxx-Kino ist die Veranstaltung an die Uni zurückgekehrt. Hintergrund sind laut Stefan Beil, Chef der Würzburger Agentur für Arbeit, geänderte Vertragsbedingungen seitens der Kinobetreiber.

    Studierende vor der Neuen Uni am Sanderring: Hier finden an diesem Mittwoch und Donnerstag die 17. Hochschulinformationstage statt. Foto: Patty Varasano

    Fast 4000 Jugendliche aus ganz Unter- und Tauberfranken haben sich über ihre Schulen für die zwei Tage angemeldet. Vertreter von 45 Hochschulen und Institutionen stellen in 126 Vorträgen ihre Angebote vor und informieren auf einer Messe im Lichthof der Neuen Uni am Sanderring.

    Die Berufsaussichten für Akademiker sind weiterhin gut: Bundesweit sank ihre Arbeitslosenquote im vergangenen Jahr auf 2,2 Prozent und damit auf den niedrigsten Wert seit der Wiedervereinigung. In einigen Berufen und Regionen gebe es bereits Engpässe bei der Besetzung von Stellen. "Das gilt vor allem für die Softwareentwicklung, einige Ingenieurfächer sowie für ärztliches und pharmazeutisches Personal", hieß es von den Vertretern der drei veranstaltenden Arbeitsagenturen Würzburg, Schweinfurt und Schwäbisch-Hall/Tauberbischofsheim. Auch Bauingenieure und Architekten sind mit Blick auf den anhaltenden Bauboom gefragt.

    Am wichtigsten: "Persönliche Neigung und Eignung"

    In einem Pressegespräch warnten die Experten allerdings davor, ausschließlich nach Bedarf auf dem Arbeitsmarkt zu studieren. Der könne sich nämlich binnen weniger Jahre wieder ändern. Zweitens gebe es einen großen Bedarf auch in Ausbildungsberufen. Und: Das wichtigste Kriterium für die Wahl eines Studienfaches bleibe die "persönliche Neigung und Eignung".

    Herauszufinden, was zu einem passt – das will die Uni Würzburg ab dem nächsten Jahr mit einem neuartigen Orientierungssemester erleichtern. Wie Präsident Alfred Forchel ankündigte, können Studienanfänger dann ein Semester lang verschiedene Fächer kombinieren, dabei schon Punkte sammeln und zu einer gereiften Entscheidung gelangen. Ein Angebot, das die Arbeitsagenturen, aber auch Monika Zeyer-Müller, Ministerialbeauftragte für die Gymnasien in Unterfranken, begrüßen.

    Berufsperspektiven früh im Studium abklopfen

    Sie hält die aktuelle Generation von Oberstufenschülern für "sehr aufgeschlossen, weltoffen und positiv". Die Studien- und Berufswahl werde frühzeitig an den Schulen thematisiert, immer häufiger würden Praktika in Betrieben eingebunden. "Wir wollen Orientierung geben nicht nur fürs Studium, sondern auch für andere Berufe." Als Berater und Tippgeber sieht Zeyer-Müller auch die Elternhäuser gefordert. Die Arbeitsagenturen bieten – neben der Einzelberatung für Schüler – teilweise Trainings für Eltern an, damit sie den Nachwuchs bei der Berufsfindung unterstützen können.

    Viele Studiengänge, vor allem in den Geisteswissenschaften, führen nicht zu einem konkreten Beruf, es gibt vielerlei Einsatzmöglichkeiten. Jörg Bauer, Hochschulspezialist bei der Würzburger Arbeitsagentur, rät deshalb, von Studienbeginn an mögliche Berufsperspektiven abzuklopfen und auszutesten. Dazu könne auch eine Auszeit oder ein Freiwilliges Soziales Jahr zwischen Abi und Studium genutzt werden.

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