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    Randersacker

    Randersacker: Gibt es am Flecken genug Flecken zum Parken?

    ISEK-Diskussion zum Flecken: In den drei Arbeitsgruppen gab es viele Vorschläge. Foto: Antje Roscoe

    Die dritte und vorerst letzte öffentliche Ideensammlung zum Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) in Randersacker beschäftigte sich mit dem Flecken. Für die Randersackerer ist der Platz nach wie vor die Ortsmitte, für Auswärtige eher der Place de Vouvray mit der goldenen Badewanne, wusste Bürgermeister Michael Sedelmayer aus den bisherigen Auswertungen der Ortsdaten zu berichten. Der Flecken gilt als Brennpunkt für ein großes Randersackerer Problem: Parkplätze. Und er steht möglicherweise wieder vor einem Bedeutungswandel. Seit Kurzem gibt es keine Geschäfte mehr am Flecken, dem zentralen Platz mit seinen vier Zufahrten, über den einst sogar die Durchgangsstraße führte.

    Fragen für den Workshop

    Wer nutzt den Flecken jetzt? Und künftig? Welche Bedeutung soll er in fünf oder zehn Jahren haben? Franziska Klose, Architektin und Stadtplanerin des Planungsbüros Wegner in Veitshöchheim gab den drei Arbeitsgruppen solcherlei Fragen zur Inspiration mit in die Diskussion. Und wieder waren es deutlich mehr als 50 Randersackerer, ein guter Teil davon Anwohner vom Flecken, die mitarbeiten wollten.

    Auf 1695 ist der Brunnen auf dem Flecken datiert. Wasser und Grün gehören zu den Wünschen bei einer Neugestaltung. Foto: Antje Roscoe

    Inspiration und Fantasie allerdings hatten es schwer, behindert durch die Auto-Frage, jedenfalls an dem Tisch, an dem überwiegend Anwohner nach Ideen suchten. 15 bis 20 Autos konnten zuletzt auf dem Flecken einen Parkplatz finden. Der deutliche Wunsch nach mehr Grün steht damit scheinbar unvereinbar konträr zur Parkplatzfrage. Alle Autos raus aus dem Ortskern für mehr Lebensqualität bei gleichzeitiger Aufwertung der Immobilien – siehe Sulzfeld – war der Lösungsansatz einer Frau.

    Parkplätze am Friedhof verdoppeln?

    Lieber die Parkplätze lassen und den Rathaushof aufwerten, war der gegensätzliche Ansatz – auch mangels Alternativen für Parkraum. Aus den Vorberatungen der CSU-Fraktion brachte Heiko Lörner allerdings einen Ansatz ein, mit dem die Parkplätze am Friedhof nahezu verdoppelt werden könnten. Die Hanglage biete die Möglichkeit, mit relativ geringem Aufwand (mittels Stahlkonstruktion), eine zweite Ebene zu schaffen, erklärte er. Die untere Einfahrt wäre von der Friedhofsstraße einfahrbar, die obere von der Kapellensteige. Es wäre keine aufwändige Rampe erforderlich, keine zusätzliche Flächenversiegelung. Zumindest die überdachten Parkplätze könnten als Mietplätze für Altortbewohner zu einer Finanzierung beitragen. Auch ein größerer privater Hof an der Steige war als Parkraum ausgemacht worden – weil es in der Diskussion schließlich keine Unmöglichkeiten geben sollte.

    Vorschlag: Ein sprudelnder Bocksbeutel als Highlight

    Realtiv schnell und bei allen Gruppen ähnlich gelöst war die Verkehrsführung. Um einen Platzcharakter zu schaffen, bei dem die Kreuzung nicht mehr in der Mitte liegt und alles zerschneidet, sollte die Mendsgasse zur Sackgasse werden. Die dann dreiarmige Kreuzung sollte im Schnittpunkt von Steige, Friedensstraße und Schlossergasse liegen. So etwas Zündendes wie die goldene Badewanne stellte man sich als den großen Wurf vor. Vielleicht ist es der wassersprudelnde Bocksbeutel, der unter den ausgefalleneren Ideen genannt wurde, eine terrassenartige Gestaltung, der offene Bachlauf, der multifunktionale Pavillon. Es könnte einen Wochenmarkt geben, einen Ausschank, eine interaktive Tourist-Info – in jedem Fall Sitzgelegenheiten. Die angrenzenden Straßen müssten einbezogen werden.

    Der Parkplatz am Friedhof könnte zweistöckig werden, schlägt die CSU Randersacker vor. Foto: Antje Roscoe

    Das Planungsbüro Wegner nimmt als Aufgabe mit, noch einmal genauer zu analysieren, wer wo parkt. Über den Sommer werden alle Ideen und Daten zusammengeführt und ausgewertet werden, so Klose.

    Wir die Baustelle teurer?

    In der Lenkungsgruppe werden sie dann abgeglichen. Jedenfalls wird der Flecken zum Ende der laufenden Baustelle mit einer Feinschicht Asphalt vernünftig befahrbar, erläuterte Bürgermeister Michael Sedelmayer abschließend, "weil wir nicht wissen was kommt und wann es angegangen wird". Man wolle nicht das Risiko eingehen, auf längere Zeit mit der Baustelle leben zu müssen. Thematisiert wurden auch unbefriedigende Arbeitsfortschritte auf der Baustelle. Sedelmayer beruhigte zumindest für die Kostenseite: Es werde nach Masse beziehungsweise Leistung abgerechnet, nicht nach Zeit.

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