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    Randersacker

    Randersacker: Was Cilly Fröhling seit 20 Jahren leistet

    Seit 20 Jahren gibt Cilly Fröhling Hortkindern Geborgenheit. Dafür ist sie in Randersacker bekannt geworden. Foto: Antje Roscoe

    "Manchmal kommen bärtige junge Männer, die ich erst gar nicht wiedererkenne und fragen, ob es noch Pudding gibt", erzählt Cilly Fröhling. Bürgermeister Michael Sedelmayer hört morgens oft fröhliche "Cilly!" Rufe die Schulstraße entlang. Auch für ihn ist Fröhling so etwas wie ein Synonym für die Mittagsbetreuung.

    Mit zehn Kindern hatte damals alles angefangen. Sie hat selbst einen Raum gestaltet und die Möbel dafür zusammen gesucht. Zu ihrer Qualifikation zählt sie unter anderem die Arbeit als Finanzbuchhalterin und Elternbeiratsvorsitzenden auf, außerdem engagierte sie sich ehrenamtlich und betreute nicht nur die beiden eigenen Kinder, sondern auch Nachbarskinder. Zudem hatte sie schon immer den Wunsch, mit Kindern arbeiten zu wollen.

    Mit 49 Jahren Berufsanfängerin

    Als die Mittagsbetreuung bis 13 Uhr Pflicht wurde, suchte man auch Personal. Cilly Fröhling wollte nur zu gerne und genoss die Herausforderung, die Gestaltungsspielräume und ihre Selbständigkeit. Mittagsbetreuung hatte damals den Reiz des Einfachen, es war alles in der Entwicklung und für die Kinder war es der Platz zum Ankommen, sagt sie. Bei Bedarf griff sie auf die Hilfe von Eltern zurück, bei größeren Festen oder für eine der noch kaum angebotenen Fortbildungen.

    Nur der Sozialdienst Katholischer Frauen hatte überhaupt ein Angebot, erinnert sie sich. Nach zehn Jahren wollte sie es wissen, setzte mit einer Ausbildung zur Kinderpflegerin nach. Finanziell, mehr aber noch in der Wertschätzung, war es ein herber Rückschlag, als sie mit 49 Jahren als Berufsanfängerin eingestuft wurde, so als hätten es zehn Jahre Aufbauarbeit und Berufserfahrung nicht gegeben.

    Bürgermeister bedankte sich

    Wenigstens die bis dato befristeten Verträge fielen dann weg. Die Sparpolitik, gerade bei den Kindern, und auch die mangelnde Wertschätzung pädagogischer Arbeit wird sie wohl nie nachvollziehen können – auch wenn das, was sie sagt, in der Marktgemeinde inzwischen Gewicht hat, wie Bürgermeister Sedelmayer betont. Er bedankte sich bei ihr für die Arbeit und die Geborgenheit, die sie den Hortkindern gibt.

    "Für mich ist es eine Herzenssache", lautet die knappe Formel für Fröhlings Engagement und Durchhaltevermögen. Die Kinder seien eine Bereicherung fürs Leben, jeder Tag sei spannend und neu. "Und wenn ich etwas nicht weiß, frage ich inzwischen die Kinder. Das bringt alle weiter!"

    "Wenn ich etwas nicht weiß, frage ich inzwischen die Kinder."
    Cilly Fröhling

    Nicht in den Hort zu dürfen, komme bei den Kindern nicht selten einer Strafe gleich, beobachtet Fröhling. Die Nachfrage war stetig steigend. Nach fünf Jahren war im Kindergarten parallel eine Schulkindbetreuung über die Mittagszeit hinaus aufgebaut worden und die Angebote später an der Schule konzentriert. Heute gehen mehr als die Hälfte der Grundschüler nach dem Unterricht in den Hort - das sind etwa 75 Kinder.

    Inzwischen schätzt sie auch die Arbeit im Team, in dem sie die Konstante ist, bei der nun vierten Hort- und der fünften Schulleitung. Aber: das Arbeiten sei einfacher geworden, strukturierter und es seien mehr Angebote wie die Arbeitsgruppen (AG) möglich. Zudem schätzt sie die AG Experimente, die sie liebt und seit acht Jahren leitet. Drei Mal schon gab es Preise für die Randersackerer Erfindungen. Leider nicht für den Friebo, den Friedensroboter aus diesem Jahr.

    Ein Wunsch für die nächsten sieben Jahre bis zur Rente? "Fit bleiben – und Lärmschutz auch im Hort". Das wäre eine sehr lohnende Investition, sagt sie. Der Lärmschlucker aus der AG Experimente sei mit drei Horträumen etwas überfordert.

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