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    Randersacker

    Randersackerer Fischmarkt: Viel Arbeit, die sich lohnt

    Frischer Fisch gefällig? Beim Fischmarkt in Randersacker spielen die frisch geschlachteten Fische die Hauptrolle.  Foto: Patty Varasano

    Um halb eins sind die Meefischli aus. 100 Kilo der frittierten Fischchen haben einen Abnehmer gefunden. Auf dem Flecken, dem zentralen Dorfplatz von Randersacker, herrscht bei strahlendem Herbstwetter noch immer reges Treiben. Hubert Holl, Vorsitzender der Randersackerer Fischerzunft, hat Zeit, kurz innezuhalten, während seine rund 50 Helfer noch immer emsig dabei sind, die Wünsche ihrer Gäste und Kunden zu befriedigen.

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    "Besser, wenn um halb eins nichts mehr da ist, als wenn wir übrig hätten", sagt Hubert Holl. In den Bassins schwimmen noch Karpfen, Hechte, Zander und Waller und sind vor allem für die Kinder die Attraktion des Fischmarkts. Kunden suchen sich ihren Fisch aus, dann wird er geschlachtet und geputzt. Um den Handel zu besiegeln, gibt's zum Abschluss für jeden Käufer noch ein Schnäpschen.

    Die Meefischli machen mehr Arbeit. Viele Stunden und viele Hände sind nötig, sie zu fangen, zu säubern und bis zum Markt tief zu kühlen. Trotzdem lohnt sich die Mühe. Die Meefischli sind die Stars beim Fischmarkt. Den ganzen Vormittag über wollte die Schlange vor dem Verkaufsstand nicht abreißen. 

    "Es ist schon ein bisschen verrückt, sich wegen vier Stunden so viel Arbeit zu machen."
    Hubert Holl, Fischerzunft Randersacker

    Heuer hatte man schon überlegt, den Markt abzusagen, weil Kanal und Wasserleitung neu verlegt werden. Aber Bürgermeister Michael Sedelmayer habe versprochen, dass die Baustelle für den Markt hergerichtet wird. Seit dem frühen Morgen waren die Fischer und ihre Helfer auf den Beinen, um den Markt aufzubauen. Nach dem Markt werden weitere Stunden vergehen, bis alles wieder aufgeräumt ist.

    Die lebenden Fische im Bassin sind für die kleinen Besucher des Randersackerer Fischmarkts die Hauptattraktion. Foto: Patty Varasano

    Während sich die Besucher Forellenhäppchen und frittierte Weißfischfilets den letzten Federweißen des Jahres schmecken lassen, untermalt die Musikkapelle Randersacker das Treiben mit flotter Volksmusik. Als die Trompeter von einem naheliegenden Balkon aus das Fischerlied spielen, hört Hubert Holl andächtig zu, obwohl es das Lied vom armen Fischer schon tausendmal gehört hat.

    Meefischli und Federweißer: Zwei Zentner der knusprigen Fischchen haben diesmal beim Fischmarkt dankbare Abnehmer gefunden. Foto: Patty Varasano

    "Es ist schon ein bisschen verrückt, sich wegen vier Stunden so viel Arbeit zu machen", sinniert Holl. Aber der Aufwand lohnt sich. Schließlich geht es der Zunft und ihrem umtriebigen Vorsitzenden vor allem darum, das Interesse am alten Fischerhandwerk am Leben zu halten. Und das ist ihnen auch in diesem Jahr wieder bestens gelungen.

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