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    RIEDENHEIM

    Ratlosigkeit über das Wahlergebnis in Riedenheim

    Riedenheim hat gewählt. Von dem Ergebnis erschüttert zeigt sich Bürgermeister Edwin Fries. Foto: HANNELORE GRIMM

    Von den 531 der insgesamt 600 Stimmberechtigten aus dem 550 Einwohner zählenden Riedenheim und den Ortsteilen Lenzenbrunn (25 Einwohner), Oberhausen (46 Einwohner) und Stalldorf mit 245 Einwohnern gaben 76 Wähler, das sind 14,5 Prozent, der AfD ihre Stimme.

    Die Suche nach den Gründen dieses Wahlverhaltens führt zunächst zu Bürgermeister Edwin Fries. „Ich tue mich mit einer Erklärung schwer, weil ich in die Köpfe der Menschen nicht reinschauen kann,“ sagt das Ortsoberhaupt, das auf dem Weg in sein schmuckes Rathaus ist.

    Laut Fries, der, wie er sagt, von dem Ergebnis negativ überrascht und erschüttert ist, sei im Dorf keine rechtsradikale Gesinnung zu erkennen.

    Keine Flüchtlinge

    Zudem gab es in Riedenheim keine Probleme, da hier weder Flüchtlinge noch Asylanten untergebracht waren. Mit nur wenigen Arbeitslosen gibt es nach den Worten des Bürgermeisters im Dorf auch keine sozialen Brennpunkte.

    Die einzige Erklärung für ihn ist, dass die Wähler aus Protest der AfD ihre Stimme gegeben haben.

    Und der Protest könnte sich gegen die Serie von Einbrüchen richten, die es vor einiger Zeit im Dorf gegeben hat, ebenso wie gegen die bisherige Bundesregierung.

    Als Beispiel für das „von der Regierung allein gelassen“ führt Edwin Fries den lang anhaltenden Kampf um den Breitbandausbau an. Während einige befragte Riedenheimer sich nicht dazu äußern wollen, ist das Wahlergebnis für den ehemaligen Bürgermeister Edgar Roth und dessen Frau Hermine „ganz einfach eine schöne Schand'!“

    Warum die Menschen, die – so Edgar Roth – in einer kleinen heilen Welt leben, ihre Stimme der AfD geben, ist ihm unerklärlich. Für das ehemalige Ortsoberhaupt wären seiner Meinung nach Wahlversammlungen, nicht zuletzt durch den örtlichen CSU-Ortsverband hilfreich gewesen.

    Wieder Alltag im Dorf

    Jetzt geht der Alltag weiter in Riedenheim: Auf den Straßen ist kaum ein Mensch unterwegs. Im Kindergarten lärmen die Kinder. Beim Bäcker und in der Metzgerei herrscht der übliche Betrieb. Alles ist wie immer und doch hebt sich der Ort mit seinen knapp 870 Einwohnern aus der Menge der Dörfer im Landkreis Würzburg heraus. Auf jedem Fall bis zur nächsten Bundestagswahl.

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