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    Bergtheim

    Raumnot in Schule: Container als Lösung?

    Bei einem Rundgang durch die Schule zeigte Rektorin Doris Müller (Mitte, blau gekleidet) die Räume im neuen Anbau. Foto: Irene Konrad

    Um den Bedarf an Klassenzimmern und bei der Mittagsbetreuung ging es bei einem Runden Tisch in Bergtheim. Der Elternbeirat hatte Politiker aller Parteien eingeladen, um "gemeinsam etwas zu bewegen". Der Grundschulverband Bergtheim mit seinen Schulhäusern in Erbshausen und Bergtheim hat Raumnot.

    Zu den Gästen zählten die Landtagsabgeordneten Manfred Ländner (CSU) und Kerstin Celina (Bündnis 90/Die Grünen), Landrat Eberhard Nuß, die Bürgermeister aus Oberpleichfeld, Hausen und Bergtheim sowie etliche Gemeinderäte. Dazu kamen Sandra Pfeuffer als Leiterin der Finanzen in der Verwaltungsgemeinschaft Bergtheim, Manuela Tabor von der Elterninitiative "Schulkindbetreuung Erbshausen", Rektorin Doris Müller und Anja Königer als Leiterin der Mittagsbetreuung.

    Elternbeiratsvorsitzende Annette Schmiedl und Bürgermeister Konrad Schlier (Vorsitzender des Schulverbands Bergtheim) begrüßten die große Runde. Sie waren sich einig: Die Geburtenrate und damit die künftige Schülerzahl gehen nach oben. Zurzeit besuchen 285 Kinder die Schule in den zwei Schulhäusern.

    Insgesamt gibt es zwölf Klassenzimmer in Bergtheim und vier Klassenzimmer in Erbshausen. Erst 2018 ist die Bergtheimer Schule erweitert worden. "Von Anfang wusste man, dass bald wieder Klassenräume fehlen", beschrieb Rektorin Müller die Lage.

    Mit Schautafeln beschrieb sie die Entwicklung der Schülerzahlen. Es ging um gemeldete Geburten, aktuelle Klassenstärken und verfügbare Räume, um neue Baugebiete und Zuzüge. Auch die Ergebnisse einer Befragung der Vorschulkindereltern in den acht Kindergärten des Schulsprengels sowie der Eltern der Schulkinder in den Jahrgangstufen Eins bis Drei wurden erläutert.

    Elternbefragung

    Die Rückläuferquote der Elternbefragung durch den Elternbeirat war mit 98 und 94 Prozent hoch. Auch die Gemeinde Bergtheim hatte vor kurzem eine Umfrage gestartet. Dabei hatte nur ein knappes Drittel der Eltern geantwortet. Aufgrund der geringen Teilnahme ging die Gemeinde davon aus, dass die Betreuungsplätze ausreichen.

    Trotz der unterschiedlichen Zahlen herrschte Einigkeit, dass die Räume für die Mittagsbetreuung nicht ausreichen. Trotz der Schulkindbetreuung in den Kindergärten in Erbshausen, Hausen, Rieden und Opferbaum. Eltern wünschen sich für ihre Kinder auch ein warmes Mittagessen, kürzere Beförderungszeiten sowie eine Hausaufgaben- und Ferienbetreuung.

    Bürgermeister Schlier verdeutlichte, dass die Mittagsbetreuung eine freiwillige Leistung der Kommune ist und ein Neubau mindestens drei bis vier Jahre von der Planung bis zur Fertigstellung dauert. Wahrscheinlich muss das Lehrerzimmer im nächsten Schuljahr wieder in einen Klassenraum umfunktioniert werden. Leider werde auch der Werkraum seit fünf Jahren als Klassenzimmer genutzt.

    Bei einer Schulhausbegehung beschrieb Rektorin Müller die drei Bauabschnitte mit unterschiedlichen Klassenraumgrößen. Sie zeigte Mehrzweck-, Differenzierungs- und Nebenräume, die Mensa sowie den Musik-, Werk-, Textil- und Auszeitraum.

    Vier Eingangsklassen?

    "Was machen wir mit den Schülerinnen und Schülern, die wir schon im Schuljahr 2020/21 nicht unterbringen können?", ist Rektorin Müller besorgt. Sie rechnet damit, dass es wieder vier Eingangsklassen gibt, teilweise als Ganztagsschule. Dann fehlen mindestens zwei Klassenzimmer.

    In der Diskussion ging es um die Unterscheidung von langfristigen und kurzfristigen Lösungen. Langfristig soll gebaut werden, am liebsten am Schulstandort in Erbshausen. Das hat der Hausener Gemeinderat bereits befürwortet. Auf diese Weise gebe es zwei ähnlich große Schulhäuser mit Mittagsbetreuung vor Ort.

    Kurzfristig schlugen die Kommunalpolitiker Container vor, die gekauft und wiederverkauft beziehungsweise gemietet werden könnten. Bürgermeister Schlier brachte als Ausweichräume für die Mittagsbetreuung das Bürgerforum in der Mehrzweckhalle oder die Nutzung des evangelischen Gemeindezentrums ins Gespräch.

    "Wir sind eine breit aufgestellte Schule mit pädagogischen Anspruch", beschrieb Rektorin Müller die "sehr aktive Bildungsstätte" mit 28 Kolleginnen und Kollegen. Für den "unverzüglichen Bau von vier weiteren Klassenzimmern" seien Gemeinderatsbeschlüsse und die Genehmigung der Schulbehörde nötig. Eine Raumbedarfsanalyse läuft bereits.

    Die "angeregte Diskussion" freute Elternbeiratsvorsitzende Schmiedl. Überörtliche Unterstützung versprachen Thomas Eberth und die Landtagsabgeordneten Celina und Ländner.

    Rektorin Doris Müller (Mitte) erklärt den Gästen des Runden Tisches, wie die Klassenzimmer früher ausgestattet waren. Foto: Irene Konrad
    Aufmerksame Zuhörer beim Runden Tisch des Elternbeirats Bergtheim in der Bergheimer Grundschule. Von vorn: Karl Erwin Rumpel, Konrad Schlier, Angelika Königer, Bernd Schraud, Martina Rottmann, Thomas Eberth, Landrat Eberhard Nuß, die Landtagsabgeordneten Manfred Ländner und Kerstin Celina, Sandra Pfeuffer, Norbert Rumpel, Hannelore Schraut, Bruno Strobel und Gisela Dürr. Foto: Irene Konrad
    Bei einem Rundgang durch die Schule zeigte Rektorin Doris Müller (5. von links) die Räume im neuen Anbau. Foto: Irene Konrad

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