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    Reichenberg

    Reichenberg stellt Weichen für die Kindesbetreuung

    In der jüngsten Sitzung des Reichenberger Gemeinderates gab es einige Punkte zu diskutieren. Insbesondere die Kindesbetreuung der Gemeinde spielte dabei eine große Rolle.
    Bei seiner jüngsten Sitzung beschloss der Reichenberger Gemeinderat einige Änderungen zur Kindesbetreuung. 
    Bei seiner jüngsten Sitzung beschloss der Reichenberger Gemeinderat einige Änderungen zur Kindesbetreuung.  Foto: dpa

    Ganze 17 Punkte standen bei der jüngsten Gemeinderatssitzung der Gemeinde Reichenberg auf der Tagesordnung, zu der Bürgermeister Stefan Hemmerich seinen Gemeinderat begrüßte. Hierbei wurden gewerbliche und private Bauangelegenheiten behandelt sowie Sanierungen an Kindergarten, Grundschule, Straßen und dem Friedhof beschlossen. Auch der Bebauungsplan Heppental-Fuchsstadt wurde vorgestellt. Je nach Gemeinderatsbeschlüssen könne etwa Mitte des Jahres 2021 mit dem Bau des ersten Hauses begonnen werden.  

    Schulkindbetreuung wird aufgelöst

    Der größte Jahrgang seit langem kommt auf die Kindertageseinrichtung in Lindflur zu. Die Einrichtung wird die hohe Zahl an zu betreuenden Kindern jedoch nicht bewerkstelligen können, erklärt Franziska Rothmeyer, Leiterin der Einrichtung. Eine Ausnahmeregelung für die Betreuung von Schulkindern soll deshalb zum 31. August auslaufen und nicht verlängert werden. Die betroffenen Grundschüler sollen dann nicht mehr in Lindflur betreut, sondern direkt in die Reichenberger Mittagsbetreuung aufgenommen werden. "Es ist jetzt notwendig, die Weichen zu stellen, die Eltern wollen planen. Wir haben die Betreuung gerne gemacht, kriegen es aber einfach nicht mehr hin", erklärt Rothmeyer. Der Gemeinderat stimmte einstimmig für den Beschluss.

    Neues Konzept für Campingplatz

    Ein weiterer Punkt auf der Tagesordnung war die Änderung des Bauantrages zur Errichtung eines Campingplatzes im Industriegebiet Albertshausen. Statt Wohnwägen, wie geplant, sollen dort nun Tinyhouses oder Wohncontainer errichtet werden. So lange sich an den Bebauungsplan gehalten wird und der Industriebetrieb nicht eingeschränkt ist, gebe es keine Einwände, so Bürgermeister Hemmerich. Ohne vollständige Unterlagen ist der Bauantrag allerdings zur baubehördlichen Prüfung an das Landratsamt zur Genehmigung vorzulegen. Auch hier beschließt der Gemeinderat einstimmig.

    Preise für Gemeindehäcksler angepasst

    Des Weiteren wurden die Preise für den gemeindlichen Häcksler angepasst. Seit 2008 blieben diese unverändert. Ein Antrag auf die Entschädigung für die vom Eigentümer eingesetzte Hilfskraft wurde nicht gestellt. Dennoch schlug Gemeinderätin Sigrid Kranz vor, den Betrag auf die Höhe des gesetzlichen Mindestlohns anzuheben. Auch hierfür stimmte der Gemeinderat einstimmig.

    Reichenberg wird zur Fairtrade-Gemeinde

    Anschließend ging es um die Teilnahme an der "Fairtrade-Town-Kampagne" der Gemeinde Reichenberg. Der Bürgermeister erklärt, dass die Gemeinde bereits fast alle Kriterien erfüllt, um sich Fairtrade-Stadt nennen zu dürfen. Künftig darf bei allen Sitzungen der Ausschüsse sowie des Gemeinderats und im Bürgerbüro nur noch Fairtrade-Kaffee ausgeschenkt werden. Dass das ganze nur Augenwischerei sei, entgegnete Gemeinderätin Judith Tewes. Andererseits spreche auch nichts dagegen. Um ein Signal zu setzen, beschloss der Gemeinderat auch dieses Vorhaben, wenn auch gleich der Rat lieber die regionale Lebensmittelerzeugung unterstützt sehe.

    Preise für die Mittagsbetreuung angepasst

    Über die Festlegung der Gebühren für die "kurze" Mittagsbetreuung wurde lange debattiert. Konnten Eltern die Betreuung für ihre Kinder bisher nur wochenweise wählen, so sollen künftig einzelne Tage gebucht werden können. Diese Lösung sei flexibler und entspreche dem Wunsch der Eltern. Seit rund zehn Jahren blieben auch hier die Preise unverändert, weshalb der Gemeinderat nun eine Anpassung vornehmen wollte. Die Gebühren für die verlängerte Mittagsbetreuung wurden analog angepasst. 

    So soll das Defizit reduziert werden, welches der Kommune für die Kindesbetreuung entsteht. Elisabeth Tewes merkte an, dass man wegen eines marginalen Wertes die Eltern nicht mit einer Preiserhöhung belasten sollte. Gemeinderat Frank Rohrmann entgegnete, dass es für die Erhöhung an der Zeit sei. Es könne nicht sein, dass sich an der Preisgestaltung 20 Jahre nichts tue, so Rohrmann.

    Immerhin erhöhten sich über die Jahre auch die Kosten. Von den ursprünglichen Preissprüngen von zwölf Euro wich der Gemeinderat ab und entschied sich für eine Staffelung in zehn-Euro-Schritten. Für die Betreuung an fünf Tagen pro Woche fällt nun ab 1. September ein Betrag von 50 Euro monatlich an, für einen Tag pro Woche 10 Euro monatlich.

    Weitere Ankündigungen des Gemeinderates 

    Zum Ende der öffentlichen Sitzung wurde angekündigt, dass nun in allen Ortsteilen von Reichenberg Defibrillatoren bereitgestellt wurden. Diese seien selbsterklärend und lösten nur aus, wenn kein Puls mehr festgestellt werden kann. Man könne in der Benutzung also nichts falsch machen.
    Außerdem soll die Jugendförderung für die Vereine der Gemeinde im März ausgezahlt werden.  

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