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    OBERPLEICHFELD

    Reichhaltiges für Kinder und Senioren in Polen

    Die Schwestern Alina und Alma (vorne von links) vom Orden „Mägde Mariens” unterstützen die ULO-Mitglieder beim Verladen ... Foto: Irene Konrad

    Ein Hilfstransport ist wieder von Oberpleichfeld aus unterwegs ins Karpatenvorland in Südpolen. 1400 km sind das, und die Transportkosten werden wieder rund1200 Euro betragen. Aber diese Frühjahrs-Hilfsaktion liegt einem Helferteam am Herzen. „Wir machen das, solange unsere Kräfte dafür reichen“, sagen die Oberpleichfelder.

    Wie lang die Unabhängige Liste Oberpleichfeld (ULO) schon Hilfsgüter nach Polen schickt, das weiß keiner der Helfer genau. Rund 15 Jahre dürfte es her sein, seit die ULO ihre gesammelten Hilfsgüter nicht mehr zum Baron Volker von Roman nach Dettelbach/Schernau fährt, sondern alljährlich einen eigenen LKW organisiert.

    Ehepaar als Chefmanager

    Dass die Frühjahrssammlung auch nach dem Tod des Initiators und ehemaligen Bürgermeistes Raimund Hammer im Oktober 2014 fortgeführt wird, ist vor allem dem Ehepaar Gottfried und Petra Wunderling zu verdanken. Die beiden sind die Ansprechpartner und Cheforganisatoren im Ort. „In den letzten Wochen stand das Telefon bei uns nicht mehr still“, sagt Petra Wunderling.

    Kleidung, Möbel, Geschirr – alles wird gebraucht

    Die Menschen wollen vor allem wissen, welche Gegenstände gesammelt werden. Kleidung und Möbel, das ist klar. Benötigt werden auch „jede Menge Bettwäsche“, Matratzen, Pflegebetten, Rollstühle, Rehabilitationsgeräte und Geschirr. Der polnische Fahrer bringt die Güter in ein Lager, das zuverlässig und sensibel die Verteilung an die Bedürftigen organisiert.

    „Viele Sachen werden in unseren Kindergärten, Altenheimen oder Krankenhäusern mit psychisch kranken Menschen gebraucht“, weiß Sr. Alina vom Orden „Die Dienerinnen der Unbefleckten Gottesmutter Maria“. Zusammen mit Sr. Alma lebt die Krankenschwester in Würzburg. Die „Mägde Mariens“ wirken in Polen, Deutschland, Frankreich, Tschechien, der Slowakei, Weißrussland, der Ukraine, Italien, Kanada, Kamerun und auf den Philippinen.

    Schwestern in kleinen Gruppen unterwegs

    „Wir sind in kleinen Gruppen und vor allem in der Krankenpflege und Jugendfürsorge aktiv“, erklären die beiden Schwestern. Am Verladetag kommen die beiden Ordensfrauen gern persönlich nach Oberpleichfeld, um den Helferinnen und Helfern ihre Freude auszudrücken. „Es ist unsere Aufgabe, Not zu lindern“, sagen sie „tausendmal Dankeschön für den unermüdlichen Einsatz“.

    Hilfe mit viel Herz

    Die beiden Ordensschwestern sind beeindruckt davon, „mit wie viel Herz hier geholfen wird.“. Der „harte Kern“ der ULO-Mitglieder besteht aus acht Helferinnen und Helfern. An vier Terminen und zwei Wochenenden nahmen sie auch diesmal wieder stundenlang die Gegenstände in Empfang und halfen dem polnischen LKW-Fahrer Waclaw Panek beim Verladen.

    Gemeinde stellt Dreschhalle zur Verfügung

    Dass die Gemeinde Oberpleichfeld Jahr für Jahr ihre Dreschhalle für die beiden Wochenenden zur Verfügung stellt und Waclaw die sanitären Anlagen des Bauhofs nutzen darf, dafür sind die Helferinnen und Helfer dankbar. „Sonst wäre es nicht zu schaffen“, meinen sie.

    Auch diesmal sind Sofas und Tische, Gartenstühle und kleine Haushaltsgeräte, Windeln und Koffer gebracht worden. Am meisten gefreut hat sich Sr. Alma wohl über eine große Pappschachtel voll mit Kreuzen. Manche hat sie sorgfältig ausgewickelt und ehrfürchtig geküsst. „Unsere Schwestern in Tarnobrzeg werden sich sehr darüber freuen“, weiß sie.

    Manchmal zahlen die Hilfeempfänger

    Die ULO-Frühjahrsaktion war wieder anstrengend und aufregend. Aber auch befriedigend. Mancher Geldschein wurde auch in die aufgestellte Box geworfen. Das hat die polnischen Schwestern gefreut. „Wenn das Geld für den Transport nicht reicht, müssen die Hilfeempfänger in Polen bei der Ausgabe etwas bezahlen“, wissen sie. Aber das sei in Ordnung. Der Dank für die wertvollen Spenden aus Deutschland überwiegt.

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