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    Eibelstadt

    Reiseverbote und Kontaktsperren gab es bereits 1713

    Eine epidemische und totbringende Seuche grassierte im Jahr 1713 im Hochstift Würzburg. Und Gevatter Tod und die Totengräber waren nicht nur beschäftigt, sondern arg belastet, erläutert Historiker und Ehrenbürger Franz Schicklberger in einer Pressemitteilung.

    Fürstbischof Johann Philipp v. Schönborn habe 1713 sogar Landstreichern, Bettlern und Juden das Umherziehen im Hochstift streng untersagt. An den Grenzen seines Herrschaftsbereichs habe der Bischof Tafeln mit den Worten aufstellen lassen: "Lebensstraff für diejenigen, welche sich von inficirten oder der Pest halben verdächtigen Orten einschleichen wollen."

    Ganz so streng sei man heute bei Missachtung der Reiseverbote nicht. Um ein "Einschleichen" von Infizierten zu unterbinden, verschloss Eibelstadt damals zusätzlich vorsorglich sämtliche Stadttore ein halbes Jahr lang. Damit sollte die Übertragung der Seuche durch Infizierte verhindert werden. Ein Durchgangsverkehr durch Eibelstadt war somit nicht mehr möglich, und der Ort musste umfahren werden. Für Notfälle konnten allerdings das Main-Tor und das Lumpentörchen neben dem Tor geöffnet werden.

    Diese ungewöhnliche Maßnahme der Eibelstadter schützte den Ort, und es starben anno 1713 nicht mehr Bürger als in üblichen Jahren, während in anderen Orten die Schreiner mit der Herstellung von Totenbrettern und Särgen überlastet waren, ebenso die Totengräber, da an einzelnen Tagen nicht selten mehrere Personen das Zeitliche segneten.

    Einen Nachteil dieser umsichtigen Aktion hatten allerdings die Eibelstadter Torschließer, berichtet Schicklberger. Denn eine Zahlungsanweisung des Bürgermeisters hält fest: "2 Gulden denen 4 Thorschliessern statt 4 Gulden weiln wegen grassirter Krankheiten fast ein halb Jahr 3 Thor im Stadtlein geschlossen gewesen." Es gab also schon damals Probleme für Arbeitnehmer – einer Seuche wegen.

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    Bearbeitet von Gabriele Kriese

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