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    Rimpar geht das Geld aus: Hohe Kosten für Ortsumgehung

    Selten kommt es im Würzburger Kreisausschuss zu einem Schlagabtausch. Dieses Mal wurde aber heftig gestritten. Es ging um die Kosten der Ortsumgehung Rimpar.
    Der viele Verkehr soll nicht mehr durch den Ort, sondern an ihm vorbei fahren. Die geplante Ortsumfahrung kostet der Gemeinde aber viel Geld. Foto: Thomas Obermeier

    Wenn es um die geplante Ortsumgehung Rimpar geht, sind die Fronten verhärtet. Vor allem die Fraktion Bündnis90/Die Grünen sahen jüngst im Kreisausschuss die Umfahrung kritisch. Nicht nur, weil Landschaft und Natur zerstört werde. Sie fürchten auch, dass die Marktgemeinde die Finanzierung nicht stemmen kann und der Landkreis Würzburg sich stärker beteiligen muss als vereinbart. 

    Rimpar kann Pflichtaufgaben nicht mehr erfüllen

    Die Ausgaben für die geplante Ortsumgehung in Rimpar fressen ein tiefes Loch in die Gemeindekasse. Rund 850 000 Euro hat die Gemeinde bereits in die Planung investiert und für knapp zehn Millionen Euro Grundstücke gekauft. Weil der Gemeinde Geld für ihre Pflichtaufgaben fehle, wandte sie sich an den Landkreis. Dieser will sich mit drei Millionen Euro an der West- und Südumfahrung beteiligen, aber erst, wenn beide Straßen realisiert sind. Rimpar wollte davon nun schon mal eine halbe Million Euro als Abschlag haben. 

    "Noch ist es Zeit, dieses sündhaft teure Projekt zu begraben."
    Christoph Trautner, Fraktionschef der Grünen

    Eigentlich sollte der Antrag der Marktgemeinde Rimpar im nichtöffentlichen Teil des Kreisausschusses behandelt werden, weil es eventuell um schutzwürdige Interessen der Kommune gehe. Grünen-Fraktionsvorsitzender Christoph Trautner konnte diesem Argument der Verwaltung nicht folgen und setzte durch, darüber öffentlich zu beraten. 

    "Das was wir 2018 befürchtet haben, tritt jetzt schon ein", ärgerte sich Kreisrat Trautner. Die Grünen hatten von Anfang an ihre Bedenken, dass die Kommune die Ortsumgehung nicht finanzieren kann und der Landkreis auf höheren Kosten sitzen bleibe. "Noch ist es Zeit, dieses sündhaft teure Projekt zu begraben. Die Planungskosten gehen durch die Decke. Ein Ende ist nicht absehbar", so Trautner.

    Finanzierung der Ortsumgehung ist unklar

    Bis jetzt ist in Rimpar nicht klar, wie viel die Ortsumgehung am Ende kosten wird. Derzeit spricht Bürgermeister Burkard Losert von 25 Millionen Euro. Die unklare Finanzierung ärgert Trautner: "Gehen Sie in ihr Kämmerlein, machen Sie eine seriöse Finanzplanung und dann werden Sie sehen, dass das Projekt zu groß für Rimpar ist", sagte er in Richtung Losert.

    "Die Grünen lassen die Bürger in Rimpar im Verkehr ersaufen."
    Stefan Wolfshörndl, SPD-Fraktionsvorsitzender

    CSU-Fraktionschef Manfred Ländner hielt die Gegenrede. "Wir sind hier kein Belehrungsgremium für die Rimparer Gemeinderäte". Er unterstrich: "Es ist nicht unanständig, wenn wir uns als Landkreis an den Kosten beteiligen. Schließlich geht es auch um Kreisstraßen und um die angespannte Verkehrssituation." Stefan Wolfshörndl, Fraktionsvorsitzender der SPD, fasste sich kurz: "Die Grünen lassen die Bürger in Rimpar im Verkehr ersaufen."

    Die Mitglieder des Kreisausschusses beschlossen bei einer Gegenstimme (Trautner), dem Kreistag zu empfehlen, der Gemeinde Rimpar den festgelegten Höchstbetrag für Planungskosten von 175 000 Euro zu überweisen. Weiter soll der Kreistag bei der nächsten Sitzung auch beschließen, dass sich der Landkreis mit maximal drei Millionen Euro an der Umgehungsstraße beteiligt. Den von der Gemeinde beantragten Abschlag von einer halben Million Euro lehnte der Kreisausschuss ab.

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