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    Rimparer Fasching: Was sich nach der Eskalation ändern soll

    Bauzäune und Einlasskontrollen: Nach den Randalen im März soll ein besseres Sicherheitskonzept den Rimparer Faschingszug retten.
    Für den Rimparer Faschingszug soll es ein neues Sicherheitskonzept geben.    Foto: Andreas Kneitz

    Beim Rimparer Faschingszug im vergangenen März ging es drunter und drüber. Nur durch Glück kam es zu keinen ernsteren Verletzungen. Die Kritik war zunächst so heftig, dass eine Neuauflage in der kommenden Session auf der Kippe stand. Sogar vom "Todesstoß" für den Umzug war die Rede. Nun sind die Beteiligten dabei, die Ereignisse aufzuarbeiten. Vor Kurzem gab es ein Sicherheitsgespräch mit Vertretern der Polizei, der Rimparer Freiwilligen Feuerwehr und des Rotes Kreuzes. Die Botschaft aller Beteiligten: "Unter bestimmten Voraussetzungen" solle es auch 2020 einen Umzug geben.

    "Wir fangen 2020 von vorne an und wollen die Erkenntnisse nutzen, um es besser zu machen", fasste Bürgermeister Burkard Losert im Jugendausschuss des Marktgemeinderats zusammen. Einen "rechtsfreien Raum", der dazu einlade, die "Sau rauszulassen", soll es nicht mehr geben. Die Räte ebenso wie die Fasenachter der Rimparer-Karnevals-Gesellschaft (RiKaGe) stehen geschlossen hinter dem Bürgermeister. Eine Absage will keiner. Harald Schmid (SPD) stellte fest, dass dies ein Sieg für diejenigen wäre, die Randale gemacht haben. Es wurde Kritik an der Polizei laut. Sie sei in zu geringer Stärke vertreten gewesen und habe die Situation unterschätzt.

    Geht das Konzept auf?

    Der Gesellschaftspräsident der RiKaGe Stefan Köller gesteht freilich, dass er mit "gemischten Gefühlen" auf den kommenden Umzug durch Rimpar blicke. Die Freude für die vielen Mitwirkenden und die Wagenbauer überwiege zwar, keiner könne jedoch sagen, ob das Konzept auch wirklich aufgeht. Ein solches Konzept sei für den Verein die Voraussetzung gewesen, dass er wieder als Hauptveranstalter auftrete und "den Kopf hinhalte". Für die RiKaGe sei der Umzug keineswegs das zentrale Ereignis in der Faschingszeit. Er spiele für den Ort eine deutliche höhere Rolle. Seiner Ansicht nach ist der kommende Umzug die letzte Chance für den Rimparer Narrenwurm.

    Gezielte Gespräche sollen noch geführt werden. Es gibt jedoch erste Vorstellungen, wie das Sicherheitskonzept aussehen soll: Am Marktplatz soll es einen durch Bauzäune abgegrenzten Bereich geben. Auch sind Einlasskontrollen durch einen Sicherheitsdienst vorgesehen. Übermäßig Alkoholisierte könnten so schon im Vorfeld abgewiesen werden. Jugendliche und junge Erwachsene, die sich nach Beobachtungen einiger Räte schon Stunden vor dem Umzug auf dem Vorplatz getroffen hätten um "vorzuglühen", sollen so keine Chance bekommen, zu randalieren.

    Strengere Auswahl der Gruppen 

    Der Veranstalter möchte zudem stärker auswählen, welche Gruppen teilnehmen, bestätigte Köller. So sollen nur noch Faschingswägen aus den Nachbarorten eingeladen werden. Faschingsgruppen, die "nur auf Party aus sind" bleiben außen vor. Vor allem solche Wägen, die nicht mehr zu bieten hätten als "laute Bum-bum-Musik" (Bernhard Weidner, CSU) seien nicht erwünscht. Auch wird darüber diskutiert, ob jeder Wagen eine Toilette mitführen muss. Viele Bürger hatten sich beschwert, dass am Tag des Umzugs im Ort wild an Hauswände uriniert wurde.

    Kritik hatte es laut Bürgermeister auch von der APG, dem Busunternehmen des Landkreises, gegeben. Offensichtlich weigern sich die Busfahrer Rimpar vor und nach dem Umzug nochmal anzufahren. In diesem Jahr hatte es erhebliche Beschädigungen an den Fahrzeugen gegeben. In einem Fall hatte ein angetrunkener junger Mann die Scheibe eines Busses eingeschlagen, weil er nicht im voll besetzten Bus mitfahren konnte. Auch Eltern mit Kindern hatten keine Chance, in den Bus einzusteigen.  

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