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    WÜRZBURG

    Rolltreppen-Stau in der Kaiserstraße

    Maßarbeit: Mit viel Geschick wurden die neuen Rolltreppen von der Kaiserstraße durch ein ausgebautes Schaufenster ins C & A-Gebäude in der Kaiserstraße bugsiert.
    Maßarbeit: Mit viel Geschick wurden die neuen Rolltreppen von der Kaiserstraße durch ein ausgebautes Schaufenster ins C & A-Gebäude in der Kaiserstraße bugsiert. Foto: Norbert Schwarzott

    Wer an diesem Dienstag bei C & A Rolltreppe fährt, sollte mal genauer hinschauen, von was er sich da nach oben oder unten bewegen lässt. In einer spektakulären Aktion hat das Textilkaufhaus am Wochenende seine sechs 39 Jahre alten Rolltreppen gegen neue ausgetauscht. Damit alles glatt lief, war ein logistischer Großaufwand vonnöten – allein um den Einsatz von sechs Sattelzügen mit dem Straßenbahnverkehr in der Kaiserstraße zu koordinieren.

    „Aber alles lief weitgehend glatt“, berichtet Filialleiter Hans-Jürgen Dröge. Der 51-Jährige ist seit 30 Jahren bei C & A, aber „einen Rolltreppentausch erlebt man nicht alle Tage“. Dieser sei erfolgt, weil die alten Treppen, die seit der Filialeröffnung 1973 rollten, einfach verbraucht waren. Schätzungsweise zwischen 50 und 60 Millionen Kunden haben sie befördert.

    Um das Haus nicht schließen zu müssen, startete die Austauschaktion am Samstagabend mit dem Ausbau eines Schaufensters, durch das die alten Treppen hinaus- und die neuen hineintransportiert wurden. Dazu mussten auch Heizungen verlegt, und Böden abgedeckt werden. Über Eisenschienen und mit Hilfe von Flaschenzügen und zwei Gabelstaplern wurden die jeweils 30 bis 35 Meter langen Treppen gehievt, geschoben und gehoben. Auch beim Ein- und Anpassen war viel Feinarbeit angesagt. 25 Leute waren bis Montagmorgen gegen 4 Uhr im Einsatz.

    Tonnenschwere Technik

    Keine leichte Aufgabe, die alten Rolltreppen wogen jeweils rund neun Tonnen. Die neuen – angekarrt von ThyssenKrupp aus Hamburg – sind mit 6,3 Tonnen etwas leichter, aber auf dem allerneuesten Stand der Technik, wie Dröge versichert. Das betrifft vor allem die Sicherheitsvorkehrungen sowie einen weitaus geringeren Energieverbrauch als ihre 39 Jahre alten Vorgänger. Diese wandern nicht komplett zum Alteisen, sondern dienen noch als Ersatzteillager für andere ältere C & A-Rolltreppen.

    Auf „zwischen 400 000 und 500 000 Euro“ beziffert Dröge die Investition für die neuen Beförderungshilfen. Diese waren am Montag noch nicht in Betrieb, es mussten noch noch Elektrik und Elektronik angeschlossen werden und die TÜV-Abnahme erfolgen. Eine gute Gelegenheit für Kunden, die das Treppenhaus benutzten, sich deutsche Warenhäuser vor 1925 vorzustellen, die mussten noch alle ohne elektrische Transporthilfen auskommen.

    An diesem Dienstag um 9 Uhr sollen die neuen Treppen erstmals rollen. Sie sind Bestandteil einer größeren Modernisierung der C & A-Filiale, die am 22. März abgeschlossen sein soll. Dann, so hofft Dröge, geht es mit Umbau-Aktivitäten vor seinem Haus weiter. Wie die anderen Geschäftsleute wartet er auf die von der Stadt lange versprochene Neugestaltung der Einkaufsmeile Kaiserstraße.

    Handarbeit: 25 Menschen waren beim Rolltreppentausch im Einsatz.
    Handarbeit: 25 Menschen waren beim Rolltreppentausch im Einsatz.
    Feinarbeit: Die neue Technik muss millimetergenau eingepasst werden.
    Feinarbeit: Die neue Technik muss millimetergenau eingepasst werden.
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    Von unserem Redaktionsmitglied Holger Welsch

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