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    HÖCHBERG

    Rosa Unger aus Höchberg wird 90 Jahre alt

    Rosa Unger
    Rosa Unger

    Rosa Unger aus Höchberg wird 90 Jahre alt

    Am Sonntag (1. April) wird Rosa Unger 90 Jahre alt. Die geborene Gerchsheimerin ist die letzte von acht Geschwistern, die alle auf dem elterlichen Hof geboren wurden. Vier davon zogen nach ihrer Hochzeit nach Höchberg. Das war kein Zufall. Ein Bruder von Rosa arbeitete bei der Bundesbahn und wollte näher an seiner Arbeit sein. Damals war das Fahrrad Hauptverkehrsmittel und da zählte jeder Kilometer näher am Arbeitsort. Schließlich musste am Abend noch der Bauernhof im Nebenerwerb bewirtschaftet werden. Der Hof in Höchberg ist längst einem modernen Wohnhaus gewichen, so auch der alte Milchladen, in dem Rosa Unger, die mit Mädchennamen Seubert hieß, ihren späteren Mann Erwin kennenlernte. Dieser war ein Flüchtling aus dem Sudetenland und arbeitete als Maurer. Gemeinsam bauten sie sich ein Haus auf einem in Familienbesitz befindlichen Grundstück am Pfad. Damals, so erinnert sich Unger, war es das einzige Haus zwischen vielen Feldern, noch ohne Strom und Kanalisation. Die kamen erst Jahre später. Der damalige Bürgermeister Mehdorn von Höchberg, konnte nicht verstehen, dass Ungers unbedingt in der freien Natur leben wollten, erinnert sich Rosa Unger. In das Höchberger Vereinsleben brachten sich die Ungers lebhaft ein, beispielsweise in den Obst- und Gartenbauverein oder bei den Geflügelzüchtern. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor, die beide noch in Höchberg wohnen. Tochter Sabine versorgt ihre Mutter täglich, denn so ganz leicht wollen die Alltagsdinge Rosa Unger nicht mehr gelingen. „Die Knochen wollen einfach nicht mehr so“, bedauert sie die Eingeschränktheit, versucht aber so weit es geht zu helfen: „Salat putzen klappt noch ganz gut, aber putzen ist schon zu anstrengend.“ Trotzdem freut sie sich über jeden Besuch oder nutzt ihre alten Kontakte zu Freunden und Verwandten zu Besuchen. Da wird dann viel erzählt von alten Zeiten und dass es früher vielfach besser war, vor allem der gemeinschaftliche Zusammenhalt. Den vermisst Rosa Unger in der heutigen Gesellschaft. Text & Foto: Matthias Ernst

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