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    REMLINGEN

    Rückblick mit Schwerpunkt auf Leitungssanierung

    Langweilig wird es dem Remlinger Gemeinderat in den nächsten Jahren sicher nicht, das wurde den gut 50 Anwesenden bei der Bürgerversammlung schon nach wenigen Minuten klar. Mit einem kurzen Rückblick berichtete Bürgermeister Klaus Elze (Bürgerblock) über das abgelaufene Haushaltsjahr, das mit einem Volumen von 4,34 Millionen Euro abschloss. Durch Gewerbesteuer habe die Gemeinde 311 197 Euro und durch die Beteiligung an der Einkommensteuer 743 987 Euro eingenommen. Wie schon in den letzten Jahren erhalte die Gemeinde eine Schlüsselzuweisung in Höhe von 403 572 Euro. Durch Mieten und Pachten sind im Haushaltsjahr 2017 nochmals 175 234 Euro vereinnahmt worden. Bei 1498 Einwohner konnte die Marktgemeinde trotz der relativ niedrigen Einnahmen auch im zurückliegenden Haushaltsjahr die schwarze Null beim Schuldenstand halten.

    Ausblick

    Der finanzielle Schwerpunkt in den nächsten zwei Jahren liegt laut Bürgermeister Elze klar bei der Sanierung des Leitungssystems im Altort und dem Bau des neuen Hochbehälters. Die Kosten werden nach dem Bürgerentscheid künftig nur noch über die Verbrauchsgebühren erhoben. Hier, so informierte Elze, zeigen die Prognosen für die Gebühren klar nach oben, und die Bürger müssten ab 2019 mit höheren Kanal- und Wassergebühren rechnen.

    Trotz des momentanen Schwebezustandes bei der Frage nach der künftigen Auslegung der Straßenausbausatzung und schlussendlich mit der Finanzierung der Kosten für die Wiederherstellung des Straßenbelages wird die Gemeinde Remlingen die Sanierung von Wasser- und Kanalleitungen weiter verfolgen. „Wir haben in der Vergangenheit unsere Hausaufgaben gemacht“, so Elze und die Gemeinde komme deshalb in den Genuss der Zuwendungen zu wasserwirtschaftlichen Vorhaben (RZWas). Hier könnte Remlingen Fördermittel bei Sanierung von Trinkwasserleitungen von pauschal 80 Euro je Meter und bei der Renovierung von Abwasserkanälen 150 Euro je Meter und bei Erneuerung von Abwasserkanälen gar 300 Euro je Meter erhalten. Voraussetzung sei allerdings, dass die Baumaßnahmen bis Ende 2019 abgeschlossen sind. Betroffen seien die Straßen Altes Schloss, Salzerweg, Würzburger Straße und Holzkirchener Weg.

    Beim Neubau des Hochbehälters befinden sich die Arbeiten gerade in der Ausschreibungsphase. Nach deren Abschluss müsse der Gemeinderat weiter entscheiden, in welcher Form der Behälter gebaut werde. Derzeit laufen die notwendigen Untersuchungen wie Baugrundgutachten, Umweltverträglichkeit, Kampfmittelvorkommen, Naturschutz und Baurecht für den Standort, der sich zwischen Tennisplätzen und dem Gelände des Reitvereines befindet.

    Im Wirtschaftswegebau werde die Gemeinde im laufenden Jahr insgesamt 1,6 Kilometer erneuern und ausbessern. Verzögerungen räumte Elze bei der Planung und Umsetzung des Mountainbike-Parcours ein. „Wir und die Eltern dachten an einen einfachen und kostengünstigen Platz“, erläuterte Elze. Das gestalte sich allerdings im öffentlichen Raum, wie erwartet, schwierig und kostenintensiv. Wie Elze informierte, sollen die Eltern bei der Platzpflege in die Pflicht genommen werden, um die laufenden Kosten so gering wie möglich zu halten.

    Ein großes Fass habe die Gemeinde mit dem Problem „Klärschlammentsorgung“ aufgemacht. Die bis jetzt praktizierte Entsorgung über eine Fachfirma als Dünger in der Landwirtschaft wurde durch neue Vorschriften schwierig bis unmöglich. Die Entsorgungsfirma habe, erläuterte der Bürgermeister, die Verträge gekündigt. Zum einen haben sich die Bestimmungen beim Ausbringen von Klärschlamm als Dünger verschärft, zum anderen müssen die Phosphor-Rückstände durch die neue Klärschlammverordnung, die Oktober 2017 in Kraft getreten ist, soweit wie möglich zurückgewonnen werden. Mit dieser Neuregelung habe die Gemeinde die Pflicht zur Rückgewinnung von Phosphor aus Klärschlamm bis hin zur Sicherstellung zu einer hochwertigen Verwertung. Für das Problem sei laut Elze zurzeit noch keine zufriedenstellende Lösung vorhanden. „Sicher ist, wir sitzen jetzt erst mal auf dem Klärschlamm und müssen mit den Fachbehörden Lösungen finden.“ Hier stehe die Gemeinde als Betreiber der Kläranlage mit dem Heizkraftwerk in Würzburg in Verbindung.

    Kritik kam von Anliegern der Hans-Gebhardt-Straße, dass die gemeldeten Schäden am Straßenbelag und den fehlenden zwei Wassereinläufen immer noch nicht behoben seien. Hier verteidigte Elze die Baufirma und verwies auf die Wintermonate. Es seien bereits Probebohrungen gezogen worden. Er sicherte zu, dass berechtigte Mängel auch beseitigt werden.

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