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    Burggrumbach

    Schiedsrichtergruppe Würzburg feiert 100-jähriges Bestehen

    18 Schiedsrichter wurden für langjährige Tätigkeiten ausgezeichnet. Die Geehrten mit dem Vorstand und Bezirksvorsitzenden Jürgen Pfau (Dritter von links), Ehrenobmann Helmut Zischek (Mitte), Bezirksschiedsrichter-Obmann Norbert Kröckel (Vierter von rechts), Verbandsschiedsrichter-Obmann Walter Moritz (rechts). Foto: Aurelian Völker

    Ein Schiedsrichter hat es nicht immer leicht. Immer wieder ist von heftigen Anfeindungen und tätlichen Angriffen zu lesen. Und dennoch gibt es Männer und Frauen, die Woche für Woche bei Wind und Wetter auf dem Sportplatz stehen und ihrer Leidenschaft nachgehen. Trotz aller Anfeindungen wissen die Schiedsrichter, dass es ohne sie kein geregeltes Fußballspiel geben kann.

    Schon vor 100 Jahren gründete sich kurz nach dem Schrecken des Ersten Weltkrieges die Schiedsrichtergruppe Würzburg. Noch heute sorgt sie dafür, dass die Spiele in der Region mit Schiedsrichtern besetzt werden.

    Rund 130 aktive und passive Schiedsrichter gehören der Gruppe an. Zu den erfolgreichsten gehören Peter Sippel und Thomas Stein. Sippel pfiff bis 2016 217 Spiele in der 1. Bundesliga, hinzu kommen Einsätze in der Champions-League und bei Nationalmannschaftsspielen. Peter Sippel wurde an diesem Abend auch für 35 Jahre Schiedsrichter geehrt. Stein pfiff bereits in der 3. Liga und ist derzeit als Schiedsrichterassistent in der 1. Bundesliga tätig.

    Anforderungen an den Schiedsrichter ändern sich

    Um das Jubiläum gebührend zu feiern, begrüßte Helmut Zischek, Obmann der Schiedsrichtergruppe Würzburg, zahlreiche Vertreter aus allen unterfränkischen Schiedsrichtergruppen in der Sporthalle des VfR Burggrumbach. Viele Politiker aus der Region waren gekommen, um zu gratulieren, darunter der stellvertretende Landrat Ernst Joßberger.

    Er betonte, dass der Kreistag 500 000 Euro für Vereine bereitstellt, denn "jedes Kind, das in der Gruppe Spaß hat, ist ein Kind mehr ohne Smartphone". Bundestagsabgeordneter Paul Lehrieder verglich die Arbeit eines Abgeordneten und eines Schiedsrichters. Beide müssen Entscheidungen treffen, die teilweise zwar unpopulär seien, aber weder Schiedsrichter noch Politiker könnten "immer jedem alles Recht machen".

    Jürgen Pfau, Bezirksvorsitzender von Unterfranken und Vizepräsident des Bayerischen-Fußball-Verbandes, gab einen Überblick über die Entstehungsgeschichte des Fußballs. Mit der Zeit verändere sich der Fußball, und somit verändern sich auch die Anforderungen an den Schiedsrichter. Nur eines habe sich laut Pfau nie verändert: "Die Leidenschaft der Schiedsrichter, die manchmal auch Leiden schafft."

    Schiedsrichter spenden 1000 Euro an die Bahnhofsmission

    Zwischen vielen weiteren Grußwörtern und Glückwünschen sorgten Moderator Daniel Pesch und ein buntes Rahmenprogramm für Abwechslung. Für viele Lacher sorgte der Kabarettist Hauptmann Küppers als "Gerd Nägele", als er die Anwesenden mit "ihr seid Pfeifen" begrüßte und über seine Sehkrankheit, die "rot-gelb-Schwäche", erzählte. Für seinen Auftritt nahm er wie immer keine Gage, sondern bat um Spenden für soziale Projekte.

    Dass die Schiedsrichter gerne Spenden, zeigte sich auch bei einer Übergabe von 1000 Euro an die Bahnhofsmission Würzburg. Deren Einrichtungsleiter Michael Lindner-Jung bedankte sich mit den Worten, dass "sowohl die Bahnhofsmission als auch die Schiedsrichter zu einer faireren Welt beitragen".

    "Kein Weg ist euch zu weit, kein Wetter ist euch zu schlecht und kein Spiel ist euch zu schwer", sagte Burkard Losert, Kreisvorsitzender des Bayerischen Landes-Sportverbandes Kreis Würzburg. Obwohl die Schiedsrichtergruppe "ganz schön alt sei", habe er in viele "junge, aktive und dynamische" Gesichter geblickt. 28 der 79 aktiven Schiedsrichter sind unter 25 Jahre alt, das Durchschnittsalter aller Aktiven beträgt 39 Jahre.

    Helmut Zischek zum Ehrenobmann ernannt

    Einer, der schon lange dabei ist, ist Ludwig Bauer. In den vergangenen 55 Jahren hat er 3171 Spiele geleitet. Trotz aller negativen Meldungen sei der Fußball heute jedoch "ehrlicher und fairer als früher".

    An diesem Jubiläumsabend wurden 18 Schiedsrichter von Bezirksschiedsrichterobmann Norbert Kröckel geehrt. Kurz vor Mitternacht überraschte die Gruppe Obmann Helmut Zischek. Verbandsschiedsrichter-Obmann Walter Moritz als Laudator ließ den Werdegang von ihm Revue passieren.

    Dieser legte bereits 1966 seine Schiedsrichterprüfung ab und hing die Pfeife 1996 an den Nagel. Seit Januar 1986, also ein Drittel der Zeit seit dem Bestehen der Schiedsrichtergruppe, ist Zischek deren Obmann. Unter Applaus ernannte die Schiedsrichtergruppe Würzburg den sichtlich gerührten Jubilar zum Ehrenobmann der Schiedsrichtergruppe. Die entsprechende Urkunde wurde ihm vom stellvertretenden Gruppenschiedsrichterobmann Werner Wunderling überreicht.

    Ehrungen
    10 Jahre: Felix Otte (TSG Estenfeld), Matthias Müller (TG Höchberg), Wolfgang Laug (SV Maidbronn)
    15 Jahre: Gerhard Scheller (SB Versbach), Maximilian Zimmermann (SV Heidingsfeld)
    20 Jahre: Jimmy Genheimer (FC Kickers Würzburg)
    25 Jahre: Michael Gutbrod (SV Kürnach)
    30 Jahre: Friedrich Hetzer (SV Greußenheim), Willi Kotrla (SV Uengershausen), Joachim Pöhland (TG Höchberg), Roland Schmitt (FV Holzkirchen-Remlingen), Karl-Heinz Werner (TSG Waldbüttelbrunn)
    35 Jahre: Dietrich Falgner (SG Hettstadt), Peter Sippel (FC Kickers Würzburg), Karl-Heinz Wilhelm (TG Höchberg)
    40 Jahre: Hans-Peter Heimbeck (SC Lindleinsmühle), Karl-Heinz Köhler (SV Greußenheim)
    55 Jahre: Ludwig Bauer (FC Gerolzhofen)
    1000 Euro spendeten die Schiedsrichter für die Bahnhofsmission Würzburg. Bei der Übergabe (von links): Oswald Prozeller (Kassier), Marcel Scherer (Lehrwart), Alexandra Bauer (Schriftführerin), Michael Lindner-Jung (Bahnhofsmission), Helmut Zischek (Gruppenschiedsrichter-Obmann) und Werner Wunderling (Stellvertretender Gruppenschiedsrichter-Obmann). Foto: Aurelian Völker
    Überreichung der Ehrenurkunde an den frisch ernannten Ehrenobmann Helmut Zischek durch den stellvertretenden Gruppenschiedsrichter-Obmann Werner Wunderling. Foto: Aurelian Völker

    Aurelian Völker

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