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    PROSSELSHEIM

    „Schnauze voll!“: Traktoren und Autos blockierten die Straße

    Prosselsheimer Bürger haben ihre Autos und Traktoren versetzt auf der Staatsstraße 2260 geparkt – und so den fließenden ... Foto: Rainer Weis

    Jüngst hatte die Gemeinde, allen voran Bürgermeisterin Birgit Börger, den Verantwortlichen vom Amt für Ländliche Entwicklung Unterfranken, Jürgen Eisentraut, und die Planungsbüros „arc-grün“ und „Perleth“ zur angestrebten möglichen Dorferneuerung zu einem Info-Abend eingeladen, um ihre Konzepte vorzustellen. Bei der Veranstaltung waren sich jedoch alle Seiten einig, dass eine Dorferneuerung erst möglich sein wird, wenn eine Umgehungsstraße um den Ort führt.

    Die Bürger haben „die Schnauze voll“

    Bernhard Wehner, ein Anwohner der Würzburger Straße (Staatsstraße 2260), äußerte sich zu dem Thema unverblümt: „Wir haben so richtig die Schnauze voll!“ Die Staatsstraße zieht sich in mehreren Windungen vom Ortseingang von Volkach kommend bis Ortsausgang Richtung Würzburg durch den Ort. Wehner und viele andere Bürger sind davon enttäuscht, dass sich in puncto Umgehungsstraße in jüngster Zeit nichts getan hat. Bei vielen ist der Eindruck entstanden, dass hier Stillstand herrsche. Auch in den Gemeinderatsitzungen herrscht der allgemeine Tenor, dass die Planungen nicht voran gehen.

    Anwohner der viel befahrenen Straße waren nun mit ihrer Geduld am Ende – und wollten ein Zeichen setzen. Am Donnerstag ab 16 Uhr und am Freitag ab 15 Uhr parkten sie mit ihren Autos und Traktoren jeweils am Ortsausgang in Richtung Würzburg auf der Straße so versetzt, dass sich der Verkehr nur noch im Schritttempo durch den Ort schlängeln konnte.

    Heftige Reaktionen von den Autofahrern

    Von den Autofahrern ernteten sie teils heftige Reaktionen für ihre Aktion. Dies war vor allem dem geschuldet, dass sie keinerlei Plakatierungen aufgestellt hatten. Die betroffenen Verkehrsteilnehmer wussten schlichtweg nicht, warum die Prosselsheimer auf der Straße parkten. Dennoch versuchten die Bürger den Verkehr nicht zu sehr zu behindern und achteten darauf, dass sich kein größerer Stau bildete.

    Die Straße ist verkehrstechnisch als Ost-West-Achse zwischen B19 und Autobahn sehr wichtig und wird deshalb stark genutzt. Für die Anwohner bedeutet dies allerdings, dass sie neben dem hohen Verkehrsaufkommen auch noch bei Tag und Nacht mit Schmutz und Lärm belastet sind. Deshalb hatte auch der Freistaat Bayern der Umgehungsstraße zugestimmt und das staatliche Bauamt Würzburg mit Planung und Ausbau beauftragt.

    Dabei sind, wie der letzte Planungszustand zeigt, nach Aussage des zweiten Bürgermeisters, Richard Öchsner, ganz viele Probleme, wie Trassenführung, Grundstückserwerb, straßenbegleitende Feldwege, Unterführungen für landwirtschaftliche Fahrzeuge und auch die beiden wichtigen Themen wie die Anbindung der Kreisstraßen von Markt Eisenheim und von Escherndorf kommend verkehrstechnisch gut gelöst worden. Eigentlich war jeder der Auffassung, dass es Ende 2017 endlich losgehen könnte. Doch das war nicht der Fall.

    Infoabend für die Bürger

    Dass alles so gut gelaufen sei, ist in erster Linie den Landwirten, aber auch den Verantwortlichen in den Gemeinden geschuldet, erklärt Michael Fuchs vom Staatlichen Bauamt Würzburg. Das Amt habe deshalb schnell alle Gegebenheiten oder Änderungswünsche immer wieder mit allen Beteiligten besprochen und dadurch Zeit und viel Ärger gespart. Jedoch sei das Staatliche Bauamt Würzburg auch an die Vorgaben des Freistaates Bayern gebunden.

    Dieser schreibt jedoch noch ein komplettes Vegetationsjahr vor, um auch alle naturbehafteten Anliegen bei der Planung miteinbinden zu können. Aber Fuchs sei guter Dinge, dass das staatliche Bauamt bald weiter mit der Planung fortfahren kann. Er plant einen Informationsabend, um die Prosselsheimer auf den letzten Stand der Dinge zu bringen. Jedoch könne er leider weiterhin keinen direkten „Startschuss“ für den Baubeginn der Umgehungsstraße benennen.

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