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    Thüngersheim

    Schönheit zu entdecken braucht Zeit

    Schönheit zu entdecken braucht Zeit. Dieser Satz war die zentrale Aussage bei der Vernissage der Ausstellung „Gelbguss – Tradition und Kunst aus Westafrika“ von Meinrad Dufner in den Thüngersheimer WeinKulturGaden. Der Benediktinerpater und Künstler aus dem Kloster Münsterschwarzach stellte die Kunst und die Kunstwerke den Gästen vor, heißt es in einer Pressemitteilung.

    Dufner beschrieb die Produktionsweise und erklärte so, dass diese Kunst auch als die „Kunst der verlorenen Form“ benannt ist. So wird das eigentliche Kunstwerk erst aus Wachs modelliert. Dieses Modell wird nach und nach mit einer Lehmhaut und dann einem Lehmmantel umgeben und erhitzt.

    In einem nächsten Schritt werden die Fließkanäle geöffnet und das flüssige Wachs kann auslaufen. Nun wird die Form weiter stabilisiert und dann gebrannt. Im wichtigsten Schritt wird in die gebrannte Form über die Fließkanäle nun das flüssige Metall eingefüllt. Der wichtigste Schritt deswegen, weil dieser Prozess zügig erfolgen muss damit sich keine Luftblasen in der Form bilden.

    Nach dem Abkühlen muss der Künstler die Form zerschlagen, da die Figur nur durch das Zerstören der Form erreichbar wird. Die nun rohe Figur wird komplett gesäubert, die Endstücke der Fließkanäle werden entfernt und das Kunstwerk nun je nach der Vorstellung des Künstlers poliert und auch mit Farben belegt.

    Pater Meinrad ging auch auf die unterschiedlichen Ausführungen der Ausstellunsgstücke ein, so reicht das Spektrum von Alltagssituationen, über Tiere bis hin zu modernen Skulpturen. Unter diesen sind die sogenannten „Mama Benz“ Figuren eines jungen Künstlers etwas ganz besonderes.

    Am Ende lud Pater Meinrad die Gäste ein, sich Zeit zu nehmen, denn jedes einzelne Exponat habe seine eigene Schönheit und diese könne man nicht im Schnelldurchgang entdecken. Die hohe Handwerkskunst der Künstlergruppe aus dem „village artesenal“ in Ouagadougou, der Hauptstadt des westafrikanischen Staates Burkina Faso verdiene es, jedem Kunstwerk Zeit zu widmen und so der Schönheit in jedem Exponat nachzuspüren.

    Für die musikalische Umrahmung sorgte Sana Abdalla mit ihrer Familie. Bei gekühlten Getränken, Bananenschnitten und Erdnüssen hatten die Gäste erste Gelegenheit sich die Schönheit der Kunstwerke zu eigen zu machen oder im Austausch den Abend ausklingen zu lassen.

    Die Ausstellung ist noch bis 23. September zu den Öffnungszeiten (Samstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr) zu sehen. Am Sonntag, 2. September, findet ein Vortrag zur Kunst und zu den Künstlern um 18 Uhr in den WeinKulturgaden statt, es referieren Brunhilde Käser von der Fairhandel GmbH Münsterschwarzach und Michael Röhm. Am 4. September wird von 10 bis 12 Uhr ein Trommel-Workshop für Kinder ebenfalls in den WeinKulturGaden angeboten.
     

    Stefan Pompetzki

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