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    UNTERPLEICHFELD

    Schrottimmobilie? Fischer widerspricht im Schulstreit Losert

    1991 aufwändig saniert: Das Schulgebäude in Unterpleichfeld. Foto: Gemeinde

    Der Streit um den Schulstandort Rimpar und den Erhalt der dortigen Mittelschule schlägt weiter Wellen. Nachdem Rimpars Bürgermeister Burkard Losert in einer Elternversammlung in der vergangenen Woche teils harsche Worte gefunden und das Schulhaus in Unterpleichfeld als „Schrottimmobilie“ bezeichnet hatte, meldet sich nun Unterpleichfelds Bürgermeister Alois Fischer zu Wort. In einer Stellungnahme, betitelt mit „Losert bezichtigt die Gemeinde Unterpleichfeld des Betrugs“, stößt sich Fischer vor allem am Begriff „Schrottimmobilie“ und liefert die entsprechende Definition des Begriffs gleich mit.

    „Quasi eine Straftat unterstellt“

    „Wenn Bürgermeister Losert bei einem Gesprächsabend mit Eltern der Mittelschule behauptet, bei besagtem Schulgebäude in Unterpleichfeld handelt es sich um eine ,Schrottimmobilie‘, unterstellt er der Gemeinde Unterpleichfeld quasi eine Straftat, denn der Begriff Schrottimmobilie bezeichnet umgangssprachlich eine Immobilie, die sich in mangelhaftem Zustand befindet und dem Erwerber unter Vorspiegelung falscher Tatsachen auf betrügerische Weise deutlich über Wert verkauft wurde“, heißt es in Fischers Stellungnahme.

    Fischer führt ins Feld, dass die 1967 in Unterpleichfeld erbaute Schule im Jahr 1991 „aufwändig saniert“ worden sei. Dass es in Unterpleichfeld keinen zeitgemäßen Brandschutz gebe – wie von Losert bei der Versammlung in Rimpar behauptet – weist Fischer zurück. Für die Schule sei von einem Ingenieurbüro ein Brandschutzkonzept erstellt worden. „Es sind Flucht- und Rettungswegpläne und Beschilderungen angebracht und im ganzen Gebäude sind vernetzte Rauchmelder installiert“, schreibt Fischer.

    Fischer über Auftritt des Kollegen enttäuscht

    Losert habe zudem während der langjährigen Mitgliedschaft im Schulverbund „niemals ein Wort über angebliche Mängel im Brandschutz verloren“. Fischer zeigt sich „persönlich sehr enttäuscht“ über das Auftreten des Rimparer Bürgermeisters in dieser Angelegenheit und bescheinigt seinem Amtskollegen „Angst vor einem Ansehensverlust, wenn Rimpar nicht mehr Mittelschulstandort ist“.

    Dass er mit der Verwendung des Begriffs „Schrottimmobilie“ die Gemeinde Unterpleichfeld des Betrugs bezichtigt habe, weist Burkard Losert gegenüber dieser Redaktion zurück. „Mir ging es um eine Zustandsbeschreibung, da muss man den Begriff schon richtig interpretieren“. Wenn er die Unterpleichfelder Schule betrachte, sei da aus seiner Sicht „einiges zu tun“. Ein Wertgutachten habe ihm nie vorgelegen. „Ein Wertgutachten ist erstellt worden, und es ist in der Allianz Würzburger Norden auch vorgestellt worden, sagt dagegen Fischer.

    Die Fronten zwischen den Gemeinden sind in der Schulstandort-Frage offenbar völlig verhärtet. In Rimpar fühlt man sich bewusst ausgebootet, nicht zuletzt, weil per Brief die Eltern, deren Kinder in den Klassen 5, 6 und 7 bisher den Standort Rimpar besuchen, auf die „Folgen“ eines künftigen Gastschulverhältnisses – Beförderungskosten müssen von den Eltern bezahlt werden – aufmerksam gemacht wurden. Für Alois Fischer ist es allerdings ein ganz normaler Vorgang: „Dass zukünftig eventuell ein Gastschulantrag gestellt werden muss, ist keine Drangsalierung durch den neuen Schulverband, sondern die verpflichtende Anwendung geltenden Schulrechts in Bayern.“

    Verständigung nicht völlig ausgeschlossen

    Gibt es noch eine Verständigungsmöglichkeit? Burkard Losert hält auch bei zwei selbstständigen Schulhäusern eine Kooperation im Mittelschulbereich für möglich: „Auch im vertragslosen Zustand sind wir dabei.“ Im Kontakt mit seinem Kollegen aus Unterpleichfeld sei der Umgang zwar „förmlicher“ geworden, aber „wir können auch wieder zur Tagesordnung zurückkehren“.

    Alois Fischer geht seinem Rimparer Kollegen ebenfalls nicht aus dem Weg: „Wir sind ja ohnehin des Öfteren beieinander.“ Er plädiert für eine „Rückkehr zur Sachlichkeit“.

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