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    Würzburg

    Sechsjähriger spendet 700 Euro für schwerkranke Kinder

    Der sechsjährige Keanu ist durch seine Spenden-Aktion der jüngste Unterstützer des Vereins KIWI geworden.  Foto: Ulises Ruiz

    So richtig wohl scheint sich Keanu in seiner Rolle als Held noch nicht zu fühlen. Vor der Kinderklinik des Universitätsklinikums Würzburg sitzt der Sechsjährige aus dem Landkreis Main-Spessart auf einem Stein und posiert ein bisschen verlegen mit dem Scheck über 700 Euro, den er gleich Ina Schmolke, der Vorsitzenden der Interessensgemeinschaft zur Förderung der Kinder der Würzburger Intensivstation e.V. (KIWI), übergeben wird.

    Ursprünglich hatte Keanu die Idee gehabt, Limonade zu verkaufen. "Das mit der Limo hat er auf einer "Drei ???"-CD gehört", erzählt Keanus Mutter. Ob er den Einfall durch das bekannte Kinder-Hörbuch oder durchs Fernsehen bekam, da ist sich Keanu nicht mehr ganz sicher. Den Plan mit der Limonade verwarf der Sechsjährige schließlich auch wieder. Stattdessen organisierte er mit ein wenig Unterstützung seiner Eltern am 17. August ein Sommerfest. Knapp 50 Gäste, darunter zahlreiche Kinder, lud Keanu ein, um bei Mittagessen sowie Kaffee und Kuchen gemeinsam zu feiern. Als Dank spendeten die Verwandten, Freunde und Nachbarn für Keanus Aktion. Insgesamt 700 Euro kamen so zusammen. 

    Auch Keanu selbst war ein Frühchen 

    Von Anfang an war Keanu klar, dass er die Spenden nicht selbst behalten würde. "Ich wollte das Geld für kranke Kinder und Frühchen sammeln", erklärt er. Die Idee, die 700 Euro an kranke Kinder zu spenden, hatte der Sechsjährige selbst. Den Scheck hatte Keanu mit bunten Stickern beklebt. 

    KIWI  setzt sich zum Ziel, Eltern und Patienten der Kinder-Intensivstation am Würzburger Uniklinikum zu unterstützen. Auch Keanus Eltern wurden von einer Seelsorgerin, die der Verein mitfinanziert, betreut, denn Keanu kam neun Wochen zu früh auf die Welt. Frühchen wie er müssen meist mehrere Wochen oder Monate intensivmedizinisch betreut werden, was für Eltern nicht nur emotional, sondern auch logistisch ein großes Problem darstellen kann.

    So werden betroffene Eltern und Kinder unterstützt

    Für Eltern von Patienten auf der Kinder-Intensivstation hat KIWI deshalb eine Wohnung angemietet. Dort können sie in angenehmer Umgebung fern vom Klinik-Alltag, aber dennoch nahe bei ihren Kindern, während des Krankenhausaufenthalts wohnen. "Wir wollen jeglichen bürokratischen Aufwand vermeiden", betont KIWI-Vorsitzende Schmolke. "Den Schlüssel zur Wohnung bekommen Eltern ganz unproblematisch auf Station." Die Miete und Ausstattung wird dabei auf Spendenbasis durch Eltern und andere Unterstützer finanziert.

    Keanu ist nun der jüngste Spender, der dieses Angebot mit seiner Spenden-Aktion unterstützt. Dass seine Hilfsbereitschaft etwas Besonderes ist, scheint dem Sechsjährigen aber nicht wirklich bewusst zu sein. "Er sieht sich gar nicht so als Held", sagt Keanus Mutter. "Für ihn war es selbstverständlich kranken Kindern helfen zu wollen." Im Anschluss an die Scheckübergabe durfte Keanu noch die Station besuchen, um zu sehen, wen er mit seiner Aktion unterstützen konnte.

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