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    Margetshöchheim

    Siebener links des Mains feierten ihr 115-jähriges Bestehen

    Gottesfürchtig, so wie es der Leitspruch der Feldgeschworenen vorgibt, bildete ein von Domkapitular Clemens Bieber (links) zelebrierte Gottesdienst den Auftakt zum Siebener-Tag der Feldgeschworenenvereinigung Würzburg links des Mains. Foto: Herbert Ehehalt

    Bei aller Tradition erfanden sich ein Stück weit selbst neu die Feldgeschworenen links des Mains im Landkreis Würzburg in ihrem diesjährigen Jubiläumsjahr. Ihr jährliches Treffen galt nicht nur dem gegenseitigen Austausch, den Neuaufnahmen und Ehrungen, im Jahr ihres 115-jährigen Bestehens warteten die linksmainischen "Siebener" gleich mit zwei Neuerungen auf.

    Beschenkt von der gastgebenden Gemeinde Margetshöchheim nennen die Feldgeschworenen ein neues "Siebener-Symbol" ihr Eigen. Darüber hinaus wurden alle, aktuell 223 Feldgeschworenen, von der Vereinigung links des Mains mit einer besonderen Krawatte ausgestattet. Mit einem hochwertig aufgestickten Emblem verweist sie auf die Zugehörigkeit zur linksmainischen Vereinigung. Nach den Jahren 1912, 1953, 1977 und zuletzt 2003 war die Gemeinde Margetshöchheim bereits zum fünften Mal Gastgeber des Siebener-Tages.

    Einhaltung von Grenzen

    Unbenommen von den Neuerungen bleibt der bis ins 13. Jahrhundert, von Franken ausgehende Auftrag der Feldgeschworenen. Seither halten sie im Auftrag der Bayerischen Vermessungsverwaltung ehrenamtlich ein Auge auf die Einhaltung von Grenzen und Rechten im Bereich des Privatbesitzes.

    Seinen Respekt zollte Margetshöchheims Bürgermeister und Gastgeber Waldemar Brohm (CSU) gegenüber den Siebenern "für deren hierzu geforderten herausragenden Charaktereigenschaften, insbesondere der Ortskenntnis und eines stets tadellosen Lebens."

    Gottesfürchtig, wie es der Leitspruch "Tue Recht, fürchte Gott, scheue niemand" aussagt, gehörte auch ein von Domkapitular Clemens Bieber gefeierter und vom Musikverein St. Johannes gestalteter Gottesdienst in der St.-Johannes-Kirche zum Tagesprogramm. In seiner Predigt mahnte Bieber mit Blick auf die "fridays-for-future-Bewegung einen verantwortungsvollen Umgang mit den natürlichen Ressourcen an, statt des global orientierten immer mehr, weiter und größer an.

    Siebener-Geheimnis wahren

    "Über das Ja-sagen zu einem der schönsten Ehrenämter, die wir haben", freute sich Landrat Eberhard Nuß von neu berufenen Feldgeschworenen. Gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Feldgeschworenenvereinigung, Norbert Jesberger (Wüstenzell) nahm Nuß nach dem Gottesdienst per Handschlag sechs Neu-Siebener in die Vereinigung auf. Vorsitzender Jesberger appellierte, bei Einsatzbereitschaft und Gerechtigkeitssinn das mündlich überlieferte Siebener-Geheimnis zu wahren bis ans Lebensende.

    Mit 115 Jahren seit ihrer Gründung ist die Feldgeschworenenvereinigung links des Mains weitaus "jünger" als die bis ins 13. Jahrhundert zurückgehende Tätigkeit der Siebener. Deren Bezeichnung geht zurück auf die geforderte Anzahl zwischen vier und maximal sieben Personen, die diese Tätigkeit in einem Gemeindegebiet ausüben.

    Erst seit 1981 können auch Frauen zu Feldgeschworenen berufen werden. Trotz aller Emanzipation gilt das Siebenerwesen nach wie vor als Männerdomäne. Unter den 223 Feldgeschworenen in 33 Ortsverbänden in den Gemarkungen links des Mains sind aktuell nur zwei Frauen aktiv. Seit 2016 sind die in Bayern, Rheinland-Pfalz und TeilenThüringens präsenten Siebener als Weltkulturgut anerkannt.

    Neuaufnahmen:

    Helmut Flach (Erlabrunn), Thomas Hoffmann (Uettingen), Burkhard Lutz (Neubrunn), Martin Stieber (Neubrunn), Karl Weisenberger (Leinach/Unterleinach), Thomas Ziller (Zell a. Main)

    Ehrungen:
    Ausgezeichnet wurden: Manfred Binder (Reichenberg/Fuchsstadt), Eduard Christ (Eisingen), Josef Dirauf (Zell), Gerhard Holtröhr (Neubrunn), Klaus Josberger (Margetshöchheim), Martin Mark (Kirchheim), Erhard Meyer (Geroldshausen), Thomas Meyer (Geroldshausen), Ferdinand Pscheidl (Holzkirchen), Kilian Rügamer (Hettstadt), Werner Ziegler (Kirchheim).
    Bereits im März wurden durch das Landratsamt Würzburg für 25-jährige Tätigkeit Arno Götzelmann (Altertheim/Oberaltertheim), Erwin Kemmer (Helmstadt/Holzkirchhausen), Reinhold Martin (Helmstadt), Karl Öchsner (Würzburg/Versbach) und Richard Schmidt (Reichenberg/Lindflur), sowie für 40-jährige Tätigkeit Peter Dürr (Kirchheim), Gerhard Fiederling (Helmstadt) und Edgar Popp (Kirchheim) ausgezeichnet.
    Mit einer Bänderstange, an der Spitze die Zahl 7, beschenkte die Gemeinde Margetshöchheim die Feldgeschworenenvereinigung Würzburg links des Mains zu deren 115-jährigen Bestehen. Die Ehrendamen der Freiwilligen Feuerwehr mit ihrem Betreuer Christian Boll trugen das neue Symbol zur Kirchenparade voran. Foto: Herbert Ehehalt
    Per Handschlag erfolgte durch Landrat Eberhard Nuß (Zweiter von links) und Vorsitzenden Norbert Jesberger die Aufnahme neu berufener Feldgeschworener in die Vereinigung. Foto: Herbert Ehehalt

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