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    Röttingen

    Sind die fetten Jahre für Röttingen vorbei?

    Die wichtigsten Zahlen aus dem Haushalt der Stadt Röttingen für das Jahr 2019. Foto: MP-Grafik Jarysto

    Einen im Volumen um 2,23 Prozent verringerten Verwaltungshaushalt der Stadt Röttingen gegenüber dem Vorjahr und gar 11,5 Prozent weniger beim Vermögenshaushalt verabschiedete der Stadtrat für das Jahr 2019 in seiner jüngsten Sitzung. In Euro ausgedrückt bedeutet dies einen Rückgang des Verwaltungshaushalts um 129 300 Euro auf 5,66 Millionen. Der Umfang des Vermögenshaushalts verrichtete sich um 604 700 Euro auf 4.65 Millionen Euro. Im Verwaltungshaushalt sind die laufenden Einnahmen und Ausgaben einschließlich der Steuern verbucht. Der Vermögenshaushalt spiegelt die Investitionstätigkeit der Kommune wider.

    Defizit im Verwaltungshaushalt

    Im Jahr 2019 ist kein Überschuss im Verwaltungshaushalt eingeplant. Im Gegenteil müssen 106 400 Euro aus Vermögenshaushalt zugeführt werden, um die laufenden Ausgaben zu decken. Als Grund nannte Stadtkämmerer Rainer Dollmann die gestiegene Gewerbesteuerumlage im Jahr 2019, die aufgrund von Nachzahlungen über dem Ansatz des Vorjahres liegen. Dem Entwurf zufolge werden 2019 knapp 100 000 Euro weniger an Gemeindesteuereinnahmen erwartet, die Gutschrift am Einkommenssteueranteil wird dafür erstmals die Millionengrenze überschreiten.

    Als Schlüsselzuweisungen vom Land werden erstmals wieder 42 700 Euro erwartet, hat sich die Steuerkraft der Stadt mit 1 688 Einwohnern (Stand 31.12.17) von 3,076 Millionen auf 1,937 Millionen reduziert. Die Personalkosten haben sich von 1,735 Millionen auf 1,803 Millionen Euro vor allem durch den Bauhof erhöht. Für die Kreisumlage sind durch die Verringerung der Steuerkraft nur noch 717 000 eingeplant.

    Weniger Investitionen als 2018

    Durch den Rückgang der Investitionen im Hochbau von 3,254 Millionen auf 1,940 Millionen Euro gehen auch die Zuschüsse gegenüber dem Vorjahr zurück. In dieser Summe steckt unter anderem der Abriss des Anwesens Taubergasse 4 mit 450 000 Euro, die Anfinanzierung der Sanierung Alte Schule mit 300 000 Euro sowie die Restfinanzierung für den Ostflügel der Burg Brattenstein (415 000 Euro) und das Wohnhauses Hauptstraße 23 (455 000 Euro).

    Weil die Stadt erneut keine neuen Kredite aufnehmen will, muss der Haushalt aus den Rücklagen gedeckt werden. Diese verringern sich dadurch voraussichtlich bis zum Jahresende auf 3,63 Millionen Euro. 2011 hatte die Stadt noch 7,2 Millionen Euro auf der hohen Kante liegen. Den Rückgang begründet Kämmerer Dollmann mit der regen Investitionstätigkeit der letzten Jahre und hofft, dass trotz der Krise in der Autoindustrie die Steuereinnahmen weiter sprudeln.

    Für Unsicherheit sorgt die Neuregelung der Straßenausbaubeiträge in Bayern, wonach Anwohner dafür nicht mehr zu Kasse gebeten werden dürfen, sowie die  geplante umfangreiche Sanierung der Grundschule. Der Schuldenstand betrug zum 1.1.2019 780,55 Euro pro Einwohner (ohne Versorgungsbetriebe), der Landesdurchschnitt für vergleichbare Gemeinden liegt bei 605 Euro. Der ebenfalls einstimmig genehmigte Haushaltsplan für die Versorgungsbetriebe soll sich durch entsprechende Gebühren wieder ausgleichen.

    Keine Schlussbilanz der Frankenfestspiele

    Zum Bedauern  der anwesenden Zuhörer, wurde der Haushalt bereits in Vorbesprechungen eingehend diskutiert, so dass der Zahlenmarathon in öffentlicher Sitzung nur noch vorgetragen wurde. Unerwähnt blieb auch die Abschlussbilanz der letztjährigen Frankenfestspiele. In der Bürgerversammlung im Januar hatte Bürgermeister Martin Umscheid angekündigt, die genauen Zahlen zu den Festspielen in der Haushaltssitzung vorzulegen. 

    Außerdem ging es in der Sitzung um das Baugebiet Hirtenäcker im Ortsteil Aufstetten. Um die Baugrundstücke besser vermarkten zu können, wurde das Schäftersheimer Büro Kläre beauftragt, die Änderung des Flächennutzungsplans vorzubereiten. Die Kosten dafür: 3929 Euro.

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