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    Sonderhofen

    So ein Theater in Sonderhofen

    Der Theaterverein heute:

Die Laienspieler der Sonderhöfer Gau-Bühne. (Vordere Reihe von links): Rita Bullinger, Laura Flury, Gaby Köhler und Sabine Dopf. (Stehend dahinter von links) Rainer Riegel, Christoph Bullinger, Daniel Ullmann, Michael Koppberger, Matthias Müller und Inge Riegel.
    Der Theaterverein heute: Die Laienspieler der Sonderhöfer Gau-Bühne. (Vordere Reihe von links): Rita Bullinger, Laura Flury, Gaby Köhler und Sabine Dopf. (Stehend dahinter von links) Rainer Riegel, Christoph Bullinger, Daniel Ullmann, Michael Koppberger, Matthias Müller und Inge Riegel. Foto: Hannelore Grimm

    ,,Frecher die Erben nie schlichen". So lautet der Titel des Stückes das die Mitglieder des Sonderöfer Theatervereins Gau-Bühne zum zehnjährigen Bestehen auf die Bühne bringen.

    Bevor sich erstmals am Donnerstag, 19.März, um 19 Uhr im Feuerwehrhaus der Vorhang zur öffentlichen Generalprobe öffnet, der am Freitag 20. März um 20 Uhr die Premiere folgt, probt die Schar der Laienspieler unter Leitung von Rainer Riegel eifrig im Musikheim.

    Gegründet wurde der Theaterverein "Sonderhöfer Gau-Bühne" im Dezember 2009. Die Darsteller sprechen überwiegend die Ochsenfurter-Gau-Mundart um die heimatliche Sprache im Bewusstsein der Gäste wachzuhalten. Der Zweck des Vereins ist es, Kunst und Kultur zu fördern wobei auch die Jugendarbeit einen wichtigen Bestandteil hat.

    Daneben unterstützt der Theaterverein jährlich hauptsächlich ortsansässige Vereine sowie soziale Einrichtungen mit Geldspenden.

    Dass sich mit der Gau-Bühne eine lange Theater-Tradition in Sonderhofen fortsetzt, daran erinnert Alfred Heck. Mit seiner anschaulichen Schilderung holt der 80-jährige gebürtige Sonderhöfer, der selbst etwa 25 Jahre lang auf der Bühne gestanden hat, ein großes Stück der Dorfgeschichte aus der Vergangenheit zurück.

    Wie er erzählt, boten bereits vor nahezu 70 Jahren die Vorstellungen, die zunächst auf der Bühne in der Gasstätte Weid aufgeführt wurden, den Sonderhöfern Abwechslung im ländlichen Alltag. Die Leitung der Theatergruppe lag über rund 20 Jahre in den Händen der Ordenschwestern, die den Kindergarten und die Kranken betreut haben.

    1956 zog der Kindergarten, der zunächst im alten Rathaus untergebracht war, in das gegenüber liegende Gebäude des ehemaligen Gasthauses "Zur Krone". Das stattliche Gebäude, das der Besitzer Georg Binmöller der Kirchengemeinde gegen eine Leibrente überlassen hatte, bot Platz für den Kindergarten und Wohnraum für die Schwestern. Und für eine Bühne, um darauf Theater zu spielen. 

    Nachdem die Schwestern 1964 aus dem Dorf abezogen wurden, begann die Zeit des Theaters im Gasthaus "Zur Eisenbahn".  War zunächst der Sportverein Sonderhofen (SVS) und anschließend das Werkvolk für die Laienspieler zuständig, hielt später die Katholische Landjugend (KLJB) das Theater am Leben. Anschließend war die Theatergruppe wieder dem SVS angegliedert, bevor die Laienspieler vor zehn Jahren unter dem Namen "Sonderhöfer Gau-Bühne"   selbstständig wurden.

    Die Aufführungen im Gasthaus "Zur Eisenbahn" waren zu Ende gegangen, als die Theatergruppe 1984 ein bleibendes Domizil im neuen Feuerwehrhaus gefunden hatte. Laut Alfred Heck der, wie er mit einem Lächeln sagt, sehr gerne Theater gespielt hat, waren früher die Vorstellungen immer an den Weihnachtsfeiertagen.

    Gespielt wurden über lange Zeit hinweg in jeder Vorstellung immer zwei kürzere Stücke. Jeweils ein Stück mit einem ernsten und das zweite mit einem heiteren Inhalt. Den Zuschauern, wie auch Alfred Heck, gefielen die heiteren Versionen meist besser. In den früheren Jahren, an die er sich noch lebhaft erinnert, war die Ausstattung der Bühne ebenso schlicht wie auch die Kleidung der Spieler. Es habe nach seinen Worten ja nichts gegeben und so wurde, wie er sagt, einfach das genommen was da war.

    An diese Zeit erinnern einige alte Fotos von einem der Stücke, in dem er vor über 60 Jahren aufgetreten ist. Für die Vorstellung, in der auch die bereits Verstorbenen Maria Pfeufer, Josef Eck und Nidgar Landwehr mitgespielt haben, übernahm er als eher schmächtiger Jugendlicher die Rolle des Vaters einer erwachsenen Tochter.

    Um ihn in ein "gestandenes Mannsbild" zu verwandeln,  wurden vom "gewichtigsten" Mann in Sonderhofen eine schwarze Hose und eine Weste geliehen.

    "Zwei Sofakissen in der Hose und um den Oberkörper eine dicke Wolldecke gewickelt, ein dicker Schnurrbart angeklebt und eine Perücke mit Halbglatze." Über diesen Anblick, den er damals geboten hat, kann Alfred Heck noch heute lachen.

    Und das vor allem die Zuschauer damals gelacht und sich gut unterhalten haben, das war über Jahrzehnte hinweg  auch für Alfred Heck die Motivation, die Bretter zu betreten, die sprichwörtlich die Welt bedeuten.

    Jetzt freut sich der 80-jährige auf die Vorstellung der Gau-Bühne, die die Tradition fortsetzt, die in Sonderhofen seit langem eine bedeutende Rolle spielt.

    In dem Jubiläumsstück "Frecher die Erben nie schlichen" verspricht der Kampf um das große Geld  vergnügliche Unterhaltung:  Peter Faulbach (Michael Koppberger) und dessen Lebensgefährtin Anni (Gaby Köhler) versuchen mit allen Mitteln, sich das Erbe zu sichern von der reichen Tante Mary (Rita Bullinger), die im fernen Amerika lebt.

    Eine Schwierigkeit für den von Geldgier gepackten Neffen ergibt sich nur aus der Tatsache, dass er gar nicht mehr, wie er der Tante glauben machen möchte, mit seiner Frau Inge (Sabine Dopf) verheiratet ist. Diese lebt jetzt glücklich in neuer Ehe  mit Hans (Matthias Müller) und Tochter Sandra (Laura Flury) zusammen.

    Um die Chancen zu erhöhen an das Millionenerbe zu kommen, schlägt Peter vor, Tante Mary, mit seiner Exfrau, ein glückliches Familienleben und eine heile Ehewelt vorzuspielen.

    Nachdem die kriminelle Planung  auffliegt, bei der auch der Postbote Franz (Christoph Bullinger) sowie der junge Moritz  (Daniel Ullmann) eine bedeutende Rolle spielen, und die Millionen  scheinbar verloren sind, heckt Sandra einen Plan aus, durch den Tante Mary Freund und Feind deutlich erkennen soll.

    Mit von der Partie bei der vergnüglichen Erbschleicherei ist auch Inge Riegel die den Akteuren das richtige Stichwort gibt.

    Aufführungstermine sind: Freitag, 27. März, und Samstag, 28.März, um 20 Uhr und am Sonntag, 29. März, um 19 Uhr. Am Freitag 3. April, und am Samstag 4. April, jeweils um 20 Uhr. Kartenbestellung täglich von 16 Uhr bis 20 Uhr unter Tel.: (09337) 9898252

    Ein Auftritt Anno Dazumal. Der junge Sonderhöfer Alfred Heck (rechts)

mit Sofakissen und Wolldecke ausgestopft, in einem Theaterstück, in dem er mit (von links): Josef Eck, Maria Pfeufer und Nidgar Landwehr aufgetreten ist.
    Ein Auftritt Anno Dazumal. Der junge Sonderhöfer Alfred Heck (rechts) mit Sofakissen und Wolldecke ausgestopft, in einem Theaterstück, in dem er mit (von links): Josef Eck, Maria Pfeufer und Nidgar Landwehr aufgetreten ist. Foto: Alfred Heck
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