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    Randersacker

    So war Klara Zehnders Jahr als Fränkische Weinkönigin

    Gibt die Krone weiter: Klara Zehnder war ein Jahr lang die Repräsentantin des Frankenweines. Was sie alles erlebt hat, verrät sie im Interview. Foto: Thomas Obermeier

     

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    Klara Zehnder lacht, scherzt und zeigt sich glücklich über alle Erfahrungen, die sie in ihrem Amtsjahr machen durfte. Die junge Frau aus Randersacker hat den Frankenwein und seine Winzer als 63. Fränkische Weinkönigin 2018/2019 vertreten. Im Dienste der Krone hat sie rund 400 Termine wahrgenommen und viele Prominente getroffen. Doch was folgt auf solch ein Jahr voller spannender Eindrücke? Klara Zehnder hat auf jeden Fall einen Plan A, wie sie im Interview in Randersacker verrät.

    Frage: Das Jahr als Fränkische Weinkönigin ist für Sie nun vorbei. Wie haben Sie es erlebt?

    Klara Zehnder: Es ist schwer, das kurz zusammenzufassen. Als Weinkönigin hat man keinen normalen Alltag mehr, jeden Tag gibt es einen anderen Termin, jeden Tag stellt man sich auf neue Veranstaltungen und Menschen ein. Aber das macht ja das Amtsjahr auch aus. Dass es so abwechslungsreich war wie wahrscheinlich kein anderes Jahr in meinem Leben jemals sein wird.

    Sehnen Sie sich jetzt wieder nach einem ganz geordneten Alltag?

    Zehnder: Also manchmal sehne ich mich schon ein bisschen danach (lacht). Vor allem in den stressigen Zeiten. Man ist ja als Fränkische Weinkönigin viel unterwegs gewesen, bereitete zu Hause auch die Grußworte und Weinproben vor. Hinzukommen dann auch private Termine. Das zu planen, geht bei einem geregelten Alltag einfach besser. Trotzdem werde ich das Amt sehr vermissen.

    Klara Zehnders "Krönchen mit vielen Erinnerungen". Foto: Thomas Obermeier

    Familie und Freunde mussten Sie in diesem Jahr also etwas zurückstellen?

    Zehnder: Das musste ich schon, ja. Ich war viel abends unterwegs, vor allem in den Sommermonaten. Aber ich wusste ja immer, dass es nur für ein Jahr ist und da habe ich natürlich versucht, so viel mitzunehmen, wie es nur geht. Freunde und Familie hatten aber immer Verständnis dafür, weil sie verstehen, was für eine große Chance das Amt bedeutet.

    Haben Sie sich das Amt damals so vorgestellt, wie Sie es jetzt auch erlebt haben?

    Zehnder: Zum größten Teil schon. Ich denke, ich habe mich ganz gut darauf einstellen können. Dadurch, dass ich vorher ja schon Weinprinzessin in Randersacker und immer viel in Kontakt mit der damals amtierenden Weinkönigin war. Was mich überrascht hat war, dass es viele Veranstaltungen gab, die für mich auf den ersten Blick nicht so viel mit Wein zu tun hatten. Und das machte alles umso schöner, weil ich sehen konnte, wo der Frankenwein überall seinen Platz hat.

    Unter anderem auch in vielen Ländern. Welche Reise ins Ausland hat Sie besonders beeindruckt?

    Zehnder: Besonders fasziniert hat mich die China-Reise. Das war kulinarisch und auch kulturell ganz anders. China ist eben ein komplett anderes Ding. Ich habe auch gemerkt, dass dort noch etwas Aufklärungsarbeit nötig ist, was den Wein angeht. Da gibt es viele Klischees und Vorurteile. Zum Beispiel, dass Weine mit Schraubverschluss minderwertig seien. Dort hat das eben noch keine Tradition und ist noch nicht so verwurzelt.

    Ein Jahr ist es schon her: Klara Zehnder nach ihrem Sieg bei der Stichwahl Ende März 2018. Foto: Nicolas Armer

    Sie haben auf den Reisen viele Menschen kennengelernt. Hand aufs Herz: Wussten Sie immer, mit wem Sie es zu tun hatten?

    Zehnder: Manchmal wäre eine Souffleuse gar nicht schlecht gewesen, das gebe ich zu (lacht). Bei vielen Terminen wusste ich, wen ich treffe. Nach einer gewissen Zeit hat man auch viele Namen drauf, gerade von hochrangigen Politikern. Leider gebe ich zu, dass mir öfter mal ein Gesicht bekannt vorgekommen ist, ich aber den Namen vergessen hatte. Aber es waren einfach so viele Leute in dem Jahr. Da hat es die Bevölkerung einfach leichter, denn die Weinkönigin erkennt jeder.

    Welches Treffen hat sich besonders eingeprägt?

    Zehnder: Überraschend war das ungeplante Treffen mit Gesundheitsminister Jens Spahn bei den Bayreuther Festspielen. Mit ihm habe ich dort kurz über Wein und Gesundheit geplaudert.

    Und wie verhält es sich damit?

    Zehnder: Sein Fazit war: "Sehen Sie, das ist gar nicht so verkehrt mit Wein und Gesundheit. Weil im Vergleich zu einer Zigarette, da ist gleich der erste Zug schädlich." Das waren seine Worte (lacht).

    Auf vielen Fotos posieren Sie immer wieder mit Wein in der Hand. Mussten Sie diese Gläser immer austrinken?

    Zehnder: So gerne wie ich auch Wein trinke, Gott sei Dank musste ich nicht alle Gläser leer trinken (lacht). Ich habe immer mal probiert, um Winzern ein Feedback zu geben oder Leuten eine Empfehlung auszusprechen. Aber gerade, wenn ich noch selber gefahren bin, hatte ich das eine Glas Wein den ganzen Abend in der Hand, ohne es wieder aufzufüllen. Ich habe ja auch eine Vorbildfunktion.

    Geht es bald wieder zurück ins Romanistik-Studium?

    Zehnder: Wahrscheinlich nicht. Ich habe schon länger gesagt, dass mich die Tourismus-Richtung sehr interessieren würde. Nach so einem Amtsjahr ist der richtige Zeitpunkt, um das anzugehen. Ich habe mich für ein duales Studium in der Tourismuswirtschaft beworben. Es sieht gut aus, dass es ab dem Wintersemester klappt.

    Wollen Sie dann in der Region arbeiten?

    Zehnder: Ich schließe das nicht aus, schließe aber auch nicht aus, weiter wegzugehen. Aber hier in Franken ist es einfach schön. Und es ist ein wirkliches Gefühl von Heimat, das sich in diesem Jahr noch stärker herauskristallisiert hat. Und wenn man so viel für die Region unterwegs sein durfte, dann möchte ich der Region auch wieder etwas zurückgeben.

    Werden Sie traurig sein, die Krone nicht mehr auf dem Kopf zu tragen?

    Zehnder: Ja, das ist ein emotionaler Moment, weil ich weiß, dass ich dieses Gefühl auf dem Kopf nie mehr haben werde. An dem kleinen Krönchen hängen viele Erinnerungen.

    Was werden Sie an Ihrem ersten Tag ohne Krone machen?

    Zehnder: Ausschlafen.

    Das Amtsjahr der Fränkischen Weinkönigin Klara Zehnder aus Randersacker in Zahlen. Foto: Grafik Jutta Glöckner

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