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    Fährbrück

    Sorge um Obstbäume an der Kreisstraße Wü 55 bei Fährbrück

    In diesem Frühjahr hat die Obstbaumreihe entlang der Kreisstraße Wü 55 zwischen Fährbrück und der Abzweigung B 19 zwischen Bergtheim und Opferbaum vielen Menschen in der Region Sorgen gemacht. 15 der Bäume sind nicht ausgetrieben. Sie waren von Schädlingen befallen. Nun hat es zwar Nachtriebe gegeben, aber fünf Apfelbäume sind kahl geblieben.

    Die Bäume gehören dem Landkreis Würzburg. Somit ist laut Presseauskunft der Unteren Naturschutzbehörde "grundsätzlich das Straßenbauamt für den Pflegeunterhalt der Bäume zuständig". Die Untere Naturschutzbehörde weiß, dass diese Obstbäume "jährlich von Schmetterlingsraupen kahl gefressen werden und einige keinen Neuaustrieb mehr schaffen".

    Ein Landschaftsarchitekturbüro habe dem Straßenbauamt beim Ausbau der Wü 55 die Pflanzung von Obstbäumen am Wegrand empfohlen. Lange Zeit hätten sie "vor sich hin vegetiert". Obstbäume eignen sich nach Ansicht der Unteren Naturschutzbehörde nicht für Solitärpflanzungen.

    Dass die Bäume von Schädlingen kahl gefressen sind, hat Ingbert Zimmermann von der Straßenmeisterei Würzburg Ende Mai der Abteilung "Landschaftspflege und Umweltschutz" beim Straßenbauamt vorschriftsmäßig gemeldet. Angelika Gruneberg reagierte umgehend und erkannte richtig, dass "die Bäume in der Regel nach einem Kahlfraß um diese Jahreszeit nochmal ausschlagen".

    Grunewald bat die Straßenmeisterei, die betroffenen Bäume im Sommer nochmals auf ihre Vitalität zu kontrollieren. Falls sie spätestens im August nicht mehr ausgetrieben sind, müssten sie "einem kürzerem Kontrollrhythmus unterzogen und weitere Maßnahmen festgelegt werden".

    Saftige Äpfel an den schädlingsbefallenen Bäumen, die wird es in diesem Jahr wohl nicht mehr geben. Aber das Schädlingsproblem der Obstbäume entlang der Kreisstraße Wü 55 bei Fährbrück ist dem Straßenbauamt bekannt und wird beobachtet. Somit können die besorgten Mitbürger aufatmen.

    Wahrscheinlich hat es sich beim Befall der Raupennester Anfang Juni um die Apfel-Gespinstmotte gehandelt. Das ist ein weißer Falter mit schwarzen Punkten und einer Flügelspannweite von bis zu zwei Zentimeter.

    Diese Mottenart legt in den Sommermonaten auf der Rinde ihre Eier ab und bedeckt sie mit einer Schleimschicht, die schnell hart wird. Die geschlüpften Räupchen überwintern unter der Schutzschicht ziehen im Frühjahr "mit mächtigem Hunger auf Knospen und Blätter" los.

    Ein Befall mit Schmetterlingsraupen ist nach einschlägiger Literatur kein Grund zur Panik, selbst wenn im Frühjahr der ganze Baum für die Kinderaufzucht der Schmetterlinge mit Gespinsten überzogen ist. Meist schafft der Baum noch einen sogenannten "Johannistrieb" um den 24. Juni im gleichen Jahr. Das war auch in Fährbrück so. 15 Bäume waren befallen, zehn von ihnen sind später noch ausgeschlagen.

    Naturkundler raten, einen Leimring um den Stamm des Apfelbaumes zu legen, damit die flugunfähigen Gespinstmotten-Weibchen nicht hochkriechen und somit dort auch keine Eier ablegen können. Im Frühjahr sollten Äste mit befallenen Gespinsten herausgeschnitten werden. Nistkästen könnten auch helfen. Zu den Fressfeinden der Gespinstmotten gehören nämlich Vögel und auch Schlupfwespen.

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