• aktualisiert:

    Höchberg

    Sozialer Wohnungsbau im Schatten der Kirche

    Soll auf dem Gelände des ehemaligen Jugendzentrums ein Neubau entstehen oder doch die alte Bausubstanz saniert werden? U...

    Das ehemalige Jugendzentrum am Herrenweg ist in einem trostlosen Zustand und steht schon länger leer. Bereits im Juni 2017 wurden erste Ideen für eine geänderte Nutzung als sozialer Wohnungsbau laut. Die Verwaltung wurde damals beauftragt, ein passendes Förderprogramm zu finden und entsprechende Lösungen zu erarbeiten. Nun wurden die Ergebnisse dem Marktgemeinderat vom Architekturbüro Stahl & Lehrmann präsentiert.

    Auf den vier Ebenen könnte man fünf Wohneinheiten mit insgesamt 285 Quadratmetern Wohnfläche unterbringen und mit einem Außenaufzug wären die Wohnungen barrierefrei zu erschließen. Dies sei zwingend beim sozialen Wohnungsbau, erläuterte Bauamtsleiter Alexander Knahn auf Nachfrage aus dem Gremium.

    Gleichzeitig könne man mit dem Aufzug auch die Kirche Mariä Geburt erschließen, das wäre ein Gewinn für beide Seiten, fuhr Bürgermeister Peter Stichler (SPD) fort. Beim Gespräch mit der Regierung von Unterfranken über Fördermöglichkeiten sei der Wunsch nach einem Vergleich eines Neubaus mit der Sanierung des Gebäudes aufgekommen, berichtete der Bürgermeister. Also wurde das Architekturbüro beauftragt, auch einen Neubau zu entwickeln. Bei derselben Baumasse könne so auf fünf Geschossen eine Wohnfläche von 502 Quadratmetern geschaffen werden, bei sieben Wohneinheiten. Dies wäre möglich, da die bisherigen Deckenhöhen für heutige Verhältnisse zu hoch sind. Eine Kostenberechnung hatte eine Bausumme von rund 1,43 Millionen Euro ermittelt.

    Als dritte Variante wurde ein Neubau ohne sozialen Wohnungsbau geprüft, erläuterte Kämmerin Stefanie Grund, da man dann die ortsübliche Miete ansetzen könne. Bei einer Sanierung wäre die Förderung durch das Programm der bayerischen Staatsregierung geringer als bei einem Neubau, fuhr sie fort. Die Fraktionen wurden aufgefordert sich zu den vorgestellten Lösungen eine Meinung zu bilden und in der Septembersitzung des Rates soll dann das weitere Vorgehen beschlossen werden.

    Letztlich kommen bei allen drei Varianten rund 1,1 Millionen Euro Kosten auf die Gemeinde zu. Einig war man sich, dass an dieser ortsprägenden Stelle eine Wohnbebauung möglich und notwendig ist. Differenzen zeigten sich allerdings, ob man dort sozialen Wohnraum schaffen soll oder nicht. Johannes Väthjunker (Bündnis 90/Die Grünen) plädierte für einen anderen Standort für den sozialen Wohnungsbau und war damit nicht allein, zumal sich die Amortisierung der Wohnungen durch eine freie Bauweise von 71 Jahren auf 44 Jahre verringern würde.

    Matthias Rüth (CSU) sprach sich für einen Neubau aus, wenn man sozialen Wohnungsbau wolle, da man bei derselben Baugröße mehr Wohnraum schaffen kann. Markus Trunk (HM) wollte wissen, ob eventuell notwendige Stützmauern für die Sicherung des Hanges bei einem Neubau schon mit eingerechnet seien. Dies verneinte der Architekt. Für Bürgermeister Peter Stichler hat die Wirtschaftlichkeit an diesem Standort eine "untergeordnete Bedeutung". Wichtiger sei, dass sich das Gebäude in das Gesamtensemble einfügt und kein "Fremdkörper" werde.

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (1)

      Kommentar Verfassen

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!