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    Zell

    Spatenstich für "Wohnen im Klosterhof"

    Als "Wohnen im Klosterhof" benennt die B&W Projektentwicklungs GmbH als Bauherr eher unspektakulär die Entstehung von neuem Wohnraum im Ortskern des Marktes Zell. Dahinter allerdings steht das neueste ambitionierte Projekt von Architekt Roland Breunig und Bau-Ingenieur Hans-Reiner Waldbröl. Durch sein ausgeprägtes Faible für historische Bausubstanzen hauchte das Duo unter anderem dem Bürgerbräu-Gelände in Würzburg wieder Leben ein. Dieses soll durch die Sanierung des historischen Klosterhof auch wieder Einzug halten im ehemaligen Kloster Unterzell.

    Am Freitagnachmittag war hierzu Spatenstich und somit offizieller Auftakt. Im ehemaligen Kloster und zwei angegliederten Neubauten entstehen 28 individuelle Wohneinheiten. Eigene Parkplätze und gemeinschaftlich genutzte Grünflächen ergänzen das Ensemble. Nach Aussage von Architekt Roland Breunig umfasst das Projekt ein Investitionsvolumen von 12 Millionen Euro. Bereits im Frühsommer 2020 sollen laut Breunig die entstandenen Wohnungen von den neuen Eigentümern bezogen werden können. Für lediglich noch vier der 28 Wohneinheiten gibt es noch keine neuen Besitzer. Das Filetstück allerdings gesichert hat sich der Markt Zell mit dem vom Marktgemeinderat beschlossenen Kauf des Refektoriums. Gleichwohl steht die künftige Nutzung durch den Markt Zell noch nicht fest. Beim Spatenstich zeigte sich Bürgermeisterin Anita Feuerbach (CSU/Freie Zeller Bürger) dennoch "froh über die Entscheidung des Marktgemeinderates". Aber auch all die anderen neuen Eigentümer haben sich nach Feuerbachs Überzeugung "gut entschieden".

    Einen Großteil der neuen Eigentümer konnten die Bauherren beim Spatenstich persönlich begrüßen. Sie waren zu dem Akt eingeladen, ebenso wie Nachbarn, ehemalige Bewohner und die beauftragten Handwerker. Mieter von drei Wohnungen waren nach Aussage von Architekt Roland Breunig in angrenzende Wohnungen bei Übernahme der Umzugskosten durch die Bauwerber umgesiedelt worden. "Nach verhaltenen Vorbereitungen geht's nun endlich los, das historische und kulturelle Erbe Zells nicht verloren gehen zu lassen", freute sich Breunig. Partner und Bau-Ingenieur Hans-Reiner Waldbröl wünschte allen beteiligten Firmen "Glück auf für eine unfallfreie Abwicklung."

    So verhalten wie Architekt Roland Breunig die Vorbereitungen zu umschreiben versuchte, waren diese gar nicht. Unter anderem ging dem Baubeginn eine Kampfmitteluntersuchung des kompletten Areals durch eine Fachfirma voraus. Schließlich hatte sich die verhängnisvolle Bombardierung Würzburgs im Zweiten Weltkrieg bis nach Zell erstreckt. Entsprechende Spuren eines Einschlags sind auch im Klosterhof noch heute erkennbar. Um mit Gerätschaften und Material an die Baustelle gelangen zu können, musste darüber hinaus von der Umgehungsstraße, der Staatsstraße 2300 aus, eine Behelfszufahrt geschaffen werden. Während der Bauphase gilt in dem betreffenden Bereich auf der Umgehungsstraße eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 60 km/h.

    "Um einen schnellen Baufortschritt gewährleisten zu können, wird an mehreren Stellen gleichzeitig gearbeitet. Der Sanierung und den beiden Neubauten geht zunächst der Rückbau und die Entsorgung der Dacheindeckung, von Anbauten und nicht historischer Substanz voraus. Daran anschließend erfolgt die komplette neue Erschließung alle erforderlichen Ver- und Entsorgungsleitungen, bevor mit den eigentlichen Bauarbeiten begonnen werden kann", erklärte Breunig.

    Den Dornröschenschlaf der bis ins Jahr 1221 zurückreichenden Geschichte des Gebäudekomplexes zu beenden hat sich die B&W Projektentwicklungs GmbH zur Aufgabe gemacht. Inklusive sechs Wohnungen in zwei zweigeschossigen Neubauten sollen hinter den historischen Klostermauern des ehemaligen Prämonstratenserkloster im Herzen der Marktgemeinde Zell insgesamt 28 Wohneinheiten neu entstehen.

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