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    UNTERPLEICHFELD

    Spatenstich für neues Gewerbegebiet

    Mit dem Spatenstich begann die Erschließung des neuen Gewerbegebietes „Windmühle” in Unterpleichfeld. Das Regenrückhalte... Foto: Wilma Wolf

    Was lange währt wird endlich gut: Mit dem Spatenstich gaben die Verantwortlichen den offiziellen Startschuss für das neue Gewerbegebiet „Windmühle“ in Unterpleichfeld.

    Bürgermeister Alois Fischer ist froh, dass es endlich soweit ist. Immerhin ist der Aufstellungsbeschluss für das Gewerbegebiet mit einer Gesamtgröße von 5,5 Hektar und 4,1 Hektar bebaubarer Fläche schon drei Jahre alt. „Eine Gemeinde, die wächst, so wie wir, braucht auch Gewerbeflächen und Gewerbe, denn das bedeutet Steuereinnahmen“, sagte Fischer beim Spatenstich im Beisein von Vertretern des Gemeinderates, der beteiligten Planungsbüros und Baufirmen.

    Zudem steigere es die Attraktivität des Ortes und schaffe Arbeits- und Ausbildungsplätze wohnortnah. Bis es allerdings soweit war, habe er schon einige graue Haare bekommen, meinte der Bürgermeister. Begonnen habe es mit den Vorverhandlungen für den Kauf des Grundstückes, das im Besitz einer Erbengemeinschaft war. Nachdem dies gelungen war, musste mit dem „Langzeitpächter“ eine Ablöseregelung getroffen werden.

    Danach wurde das Gebiet unterschiedlichen Prüfungen unterzogen. So standen eine spezielle artenschutzrechtliche Prüfung und eine Natura 2000 Verträglichkeitsprüfung an. Und obwohl auf dem ganzen Gelände kein Hamster gefunden wurde, muss die Gemeinde knapp drei Hektar Ausgleichsfläche für den Hamster schaffen. Dort sollen artgerecht Streifen aus Luzerne, Getreide und Blühmischungen angebaut werden.

    „Die Bodenbeschaffenheit hier spricht dafür, dass es Hamsterlebensraum wäre“, erläuterte Fischer. Zusätzlich zur Ausgleichsfläche seien Waldflächen zukunftsfähig mit neuen Baumarten ausgestattet worden. Das sei einmalig im gesamten Landkreis Würzburg, meinte der Bürgermeister.

    Weil ein Wasserschutzgebiet der Mühlhäuser Gruppe direkt an das neue Gewerbegebiet angrenzt, muss auch eine sogenannte Sedipipe gebaut werden, ein überdimensionierter Oberflächenwasser-Auffangkanal, der im Havariefall Boden und Gewässer vor Umweltschäden schützt. „Wir erfüllen hier die Umweltauflagen nach neuesten Vorschriften“, erklärte Fischer.

    Des weiteren wurden archäologische Voruntersuchungen und Untersuchungen auf Bomben und Kriegsgüter durchgeführt. Kampfmittel habe man zum Glück keine gefunden, sagte Fischer. Die Archäologen allerdings wurden schon fündig. „Die Funde sind einige Tausend Jahre alt“, sagte der Bürgermeister. Bisher habe man aber nichts veröffentlichen dürfen, weil das Denkmalamt Grabräuberei befürchtete.

    Für den Ankauf des Grundstücks, Planung und Erschließung sowie Prüfung und Erfüllung der naturschutzrechtlichen Vorgaben muss die Gemeinde rund 3,6 Millionen Euro in die Hand nehmen.

    Über den Verkauf der einzelnen Teilstücke sollen diese Ausgaben gedeckt werden. „Wir sind zufrieden, wenn wir mit einer roten Null rauskommen“, sagte Thomas Bäumel, Geschäftsstellenleiter der Gemeinde Unterpleichfeld. Finanziert wird die Maßnahme außerhalb des Haushaltes mit einem Kredit von der KfB.

    Angebunden wird das Gewerbegebiet durch eine Kreuzung mit Ampelanlage an die Bundesstraße B19. Die ersten Bauherren stehen schon in den Startlöchern. So wird die Baywa ein Betriebsgebäude mit Werkstatt (1200 Quadratmeter), Ausstellungsfläche für neue Maschinen (2000 Quadratmeter) und Halle (400 Quadratmeter) bauen.

    Die Betriebe aus Würzburg-Aumühle, Bergtheim und Dettelbach sollen dort nach voraussichtlichem Bauende im April 2019 zusammenlegt werden. Bis zu 30 Arbeitsplätze sollen entstehen, sagte Stefan Antl, Betriebsleiter der Baywa Würzburg-Aumühle, der mitverantwortlich ist für den Neubau in Unterpleichfeld.

    Außerdem soll im neuen Gewerbegebiet eine Jet-Tankstelle mit vier Zapfsäulen gebaut werden. Für die restlichen Flächen gebe es auch schon zahlreiche Interessenten, über die der Gemeinderat in den nächsten Wochen entscheiden wird. Die Erschließungsmaßnahme einschließlich Kreuzungsbau soll Anfang November abgeschlossen sein.

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