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    Würzburg

    Spiel, Spaß und Spannung: Das Kinderfest ruft in die City

    Zahlreiche Menschen werden auch dieses Jahr wieder das Kinderfest in der Innenstadt besuchen. Hier ein Foto vom vergangenen Jahr.  Foto: Daniel Peter

    Bis zu 30 000 kleine und große Besucher, über 60 Stände von verschiedenen Vereinen, Verbänden und Institutionen, Spiel-, Spaß- und Mitmachangebote, leckere Speisen und Getränke aus aller Welt, zwei Bühnen mit abwechslungsreichem Programm: Am kommenden Sonntag, 5. Mai, findet die 44. Ausgabe des Internationalen Kinderfestes von 11 bis 17 Uhr in der Würzburger Innenstadt statt. Jenifer Gabel, Pressesprecherin der DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe, erzählt im Interview von der langen Tradition des Festes, dem hohen Spaßfaktor und, in welches Hilfsprojekt der Erlös in diesem Jahr fließt.    

    Frage: Das Kinderfest jährt sich dieses Jahr zum 44. Mal. Wie begann eigentlich alles? 

    Jenifer Gabel: Das Internationale Kinderfest ist 1974 von der Würzburger Ortsgruppe von „terre des hommes“ aus der Taufe gehoben worden. Weil sich das Fest im Laufe der Jahre zu einer richtigen Großveranstaltung entwickelte, gaben die Gründer die Organisation 1983 zunächst an die Stadt Würzburg ab. Diese bezog 1986 (nachdem 1985 kein Kinderfest stattgefunden hatte) erstmals die DAHW Deutsche Lepra- und  Tuberkulosehilfe ein, die seit dem den Hauptteil der Organisation verantwortet. Seit 1991 engagiert sich zudem das Regionalstudio Mainfranken des Bayerischen Rundfunks als weiterer Partner des Festes - in diesem Jahr also zum 25. Mal. Weit über eine Generation ist inzwischen mit einem Fest groß geworden, das zu den größten seiner Art in Bayern zählt.

    Was ist die Grundidee, die hinter dem Festtag steht? 

    Gabel: Die Ursprungsidee des Kinderfestes ist auch nach 45 Jahren unverändert: Es soll Brücken bauen von den Kindern und Familien aus Würzburg zu den Kindern und Familien in anderen Teilen der Welt und ihre Zukunftschancen verbessern. Bei dem Kinderfest wird Inklusion - wie auch in der Arbeit der DAHW - von jeher mitgedacht und umgesetzt. So ist die Teilnahme von Kindern mit Behinderungen für uns ein besonderes Anliegen, weshalb zum Beispiel die Eröffnung des Festes für Gehörlose übersetzt wird. Auch geht es darum, Kindern bewusst zu machen, dass Familien in anderen Teilen der Erde ein ganz anderes und oft auch viel ärmeres Leben führen. 

    Sie gibt Infos zum DAHW Kinderfest: Pressesprecherin Jenifer Gabel im Interview. Foto: Judith Mathiasch
    Was steht dieses Jahr Besonderes auf dem Plan? 

    Gabel: Ob beim Trampolin springen, beim Kinder schminken, beim Windrädchen basteln, beim Kisten klettern oder Kettcar-Parcours – es ist für jeden etwas dabei. Die Eröffnung durch die Veranstalter und Bürgermeister Adolf Bauer für die Stadt Würzburg ist am Sonntag um 11 Uhr auf der BR-Bühne am unteren Markt. Unter dem Motto „ Willkommen aus aller Welt“ gibt es eine musikalische Begrüßung von Schülern der Mittelschule Zellerau und der Mönchbergschule. Die Uraufführung eines neu komponierten Liedes wird dann von "WIMu e.V.", dem solidarischen Musikschulverein aus dem Theater am Neunerplatz, präsentiert. Ehrengäste sind dieses Jahr die Biene Maja und ihr Freund Willi. Sie werden bis 16 Uhr mehrmals rund um den Marktplatz unterwegs sein, um Groß und Klein willkommen zu heißen. Auch die Mitmachinitiative „Kinder stark machen“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ist wieder beim Kinderfest dabei. Ihr Angebot ist im Rathausinnenhof zu finden. Den Tag über wird sie aber auch auf den beiden Bühnen immer wieder zu Gast sein. 

    Aber auch Orchester, Tanzschulen und Vereine stellen sich mit vielen Präsentationen auf den zwei Bühnen vor...   

    Gabel: Ja, für viele Vereine ist das Kinderfest auch eine Möglichkeit, sich und ihr Können einem großen Publikum vorzustellen. Es ist immer wieder schön zu sehen, welche Faszination die Bühne ausübt, wenn sich die Kinder dort präsentieren. Nicht vergessen darf man dabei auch, dass schon im Vorfeld viel Arbeit in das Bühnenprogramm investiert wird - zum Beispiel mit dem Erstellen der Aktionen und den vielen Proben.  

    Es gibt auch einen Flohmarkt zum Fest im Rathausinnenhof, oder?

    Gabel: Der ist immer heiß begehrt. Es werden Spielsachen von Kindern an Kinder verkauft. Der Kinderflohmarkt ist seit mehr als 15 „Ausgaben“ fester und mittlerweile äußerst beliebter Bestandteil des Festes. Die Anmeldung erfolgt über die Stadt Würzburg. 

    Der Erlös des Kinderfestes fließt ja immer in ein spezielles Hilfsprojekt. Werden dafür auch Standgebühren für die Standbetreiber fällig ? 

    Gabel: Nein, wir setzen auf Spenden. An jedem Stand steht eine Sammeldose der DAHW, in die Besucher einen Beitrag für das jeweils unterstützte DAHW-Projekt werfen können. Der Reinerlös aus dem Verkauf von Speisen und Getränken kommt ebenfalls dem Projekt zugute.

    In welches Projekt fließt der Erlös dieses Jahr? 
    Die Raubwanze "La Vinchuca": Der Erlös des DAHW Kinderfestes 2019 geht an ein Projekt in Bolivien zur Bekämpfung der Krankheit Chagas. Foto: DAHW

    Gabel: Das Geld geht dieses Jahr an ein Projekt der DAHW in Bolivien zur Bekämpfung der Infektionskrankheit Chagas bei Kindern. Chagas gehört zu den etwa 20 vernachlässigten Tropenkrankheiten. Der Erreger kann beim Biss der sogenannten Raubwanze übertragen werden und auch die Gesundheit der Kinder bedrohen. Zudem kann die Infektion durch Bluttransfusionen, von Schwangeren auf ihr ungeborenes Kind oder beim Stillen übertragen werden.

    Wie gefährlich ist Chagas? 

    Gabel: Auf Spanisch hat die Wanze den niedlichen Namen "La Vinchuca". Sie kann aber wie gesagt sehr gefährlich sein. Das Heimtückische ist, dass sie sich hervorragend in den Ritzen der typischen bolivianischen Hütten im Hochland verstecken kann. Die einzelligen Parasiten, die von der Raubwanze übertragen werden können, können den Herzmuskel und die Hohlorgane befallen und auch Jahrzehnte nach der Infektion zu schweren, irreversiblen Schäden des Herzens und des Verdauungstraktes führen. Unbehandelt kann die Krankheit tödlich verlaufen. In Aufklärungsaktionen sollen die bolivianischen Familien auch lernen, wie man die Raubwanze im eigenen Zuhause bekämpfen kann, um eine Ansteckung zu vermeiden.

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