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    Standpunkt: Die höheren ÖPNV-Preise sind zu verkraften

    Die ÖPNV-Anbieter müssen stärker als bisher an einem attraktiveren Angebot arbeiten, damit die Preiserhöhung akzeptiert wird. Foto: Obermeier

    Eins vorweg. Preiserhöhungen kann kein Kunde gebrauchen – ein Leser beklagt sogar einen "Erhöhungsautomatismus". Hierzu wäre anzumerken, dass die ÖPNV-Anbieter im   Verkehrsunternehmensverbund Mainfranken (VVM) dem Fahrgast nicht aus Gewinnstreben tiefer in die Tasche greifen wollen. Allein bei der Würzburger Straßenbahn GmbH (WSB) fuhren die Busse- und Strabas 2017 (aktuellere Zahlen liegen noch nicht vor) fast 16 Millionen Euro  Defizit ein.

    Und die Gründe für die geplante Erhöhung wie gestiegene Kosten für den Bus-Diesel und den Straba-Strom sowie die Mitarbeiter-Löhne sind nachvollziehbar. Auch wenn jeder von uns den Klimaschutz will, Fahrer von Bus und Straßenbahn sollten ordentlich bezahlt werden.             

    Was die Fahrpreise angeht: Die 1,60 Euro mehr für eine Monatskarte, das kostet in etwa ein Liter Sprit, sind ärgerlich, müssten aber verkraftbar sein.       

    Fraglich ist zudem, ob allein günstigere Tarife den ÖPNV merklich voranbringen. Wer wirklich was für die Umwelt tun will, macht das wertschätzend, bewusst und bekommt es nicht zum  Nulltarif. Das wissen Käufer von E-Autos genauso wie die Konsumenten von Bio-Fleisch.        

    Das bedeutet allerdings keinen Freifahrschein für den angeprangerten "Erhöhungsautomatismus". Die ÖPNV-Anbieter müssen stärker als bisher an einem attraktiveren Angebot arbeiten: vor allem mit neuen und nutzerfreundlichen Anbindungen und  Fahrzeit-Taktungen. Spätestens dann zahlt dafür wohl jeder ohne Murren 1,60 Euro mehr im Monat.            

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