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    Leinach

    Straßenbauamt lehnt veränderte Verkehrsführung ab

    Ziel der Gemeinde Leinach war es, im Kreuzungsbereich von Staatsstraße, Kreisstraße und weiterer Ortsstraßen unter anderem durch eine geänderte Vorfahrtsregelung insbesondere für Schüler und Fußgänger eine Verbesserung zu erzielen. Das Straßenbauamt lehnt dies jedoch ebenso ab wie eine finanzielle Beteiligung. Bei einem Ortstermin diskutierte der Gemeinderat mögliche Alternativen. Foto: Herbert Ehehalt

    Neuralgisch ist der Kreuzungsbereich von Goldstraße, Bachstraße, Hofstraße, Kirchgasse und Claus-Schnabel-Straße im oberen Leinach durch das Zusammentreffen mehrerer Ortsstraßen, der Kreisstraße WÜ 32 und der Staatsstraße 2310. Ein von der Gemeinde bereits im Mai 2016 beabsichtigtes Verkehrskonzept für den Kreuzungsbereich stieß jedoch auf Ablehnung beim Straßenbauamt. Nun versucht sich der Gemeinderat an einer "kleinen Optimierung im Bestand", für die allerdings keinerlei Fördermittel zu erwarten sind.

    Nach Schilderung von Bürgermeister Uwe Klüpfel (CFW) bei einem Ortstermin, werde vom Straßenbauamt weder die Variante eines Mini-Kreisel, noch die einer geänderten Vorfahrtsregelung im Kreuzungsbereich mitgetragen. Die Absicht dahinter galt in erster Linie einer Geschwindigkeitsreduzierung im Kreuzungsbereich. Dort besteht aktuell eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30km/h. Der Kreuzungsbereich ist stark frequentiert durch Umgehungsverkehr von der Autobahnanschlussstelle Arnstein zur Bundesstraße B8 und der Autobahn-Auffahrt Helmstadt.

    Geschwindigkeitsreduzierung durch veränderte Vorfahrtsregelung

    Ursprüngliche Absicht des Gemeinderates war es, eine notwendige Neuordnung der Verkehrsregelung zu kombinieren mit einer städtebaulichen Umgestaltung des Gesamtbereichs um die "Weeth". Unter anderem sollte durch eine veränderte Vorfahrtsregelung eine Geschwindigkeitsreduzierung erzielt werden. Diese Absicht galt in erster Linie den Kindern auf dem Schulweg bei der notwendigen Querung der Staatsstraße, und dem allgemeinen Fußgängerverkehr im Ortskern des oberen Leinach.

    Von dem guten Willen des Gemeinderates bleibt nach der Ablehnung des Straßenbauamtes nun lediglich selbst die Initiative zu ergreifen. Nach Überzeugung von Tobias Schneider vom Ingenieurbüro ARZ "ist allerdings bei den Rahmenbedingungen mit begrenztem finanziellen Aufwand keine maßgebliche Verbesserung machbar." Als Minimal-Lösung für den überwiegenden Teil des Gemeinderates gilt es aber nach wie vor, eine Verbesserung für den Schulweg und Fußgänger-Verkehr zu erzielen. Die geschätzten Kosten hierfür bezifferte Schneider mit etwa 260 000 Euro – zuzüglich der städtebaulichen Umgestaltungen.

    Anlieger würde Fläche verkaufen

    Im Wesentlichen soll dabei der vorhandene Gehweg von der bestehenden Busbucht an der Hofstraße in die Goldstraße bis zur Grundstückseinfahrt des ersten Anwesens weiter geführt werden. Dadurch würde für Fußgänger eine Überquerung der Kreisstraße übersichtlicher. Für den notwendigen Platzbedarf bestehe laut Bürgermeister Uwe Klüpfel die Bereitschaft des betreffenden Anliegers, die benötigte Fläche durch Verkauf zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus ist es Ziel der Gemeinde, den Einstieg in die Busse an der Haltestelle "An der Weeth" in Richtung Würzburg durch den Einbau eines so genannten "Kassler Hochbord" barrierefrei zu gestalten. Als wünschenswert bezeichnete es der Bürgermeister außerdem, den dort unterirdischen Verlauf des Leinach-Bachs zumindest angedeutet wieder erkennbar zu machen.

    Hermann Stumpf (SPD) plädierte trotz der beengten Verhältnisse auch für eine einseitige Fortführung des Gehwegs von der Kirchgasse in die Hofstraße, bis zum Aufgang zur Alten Schule. Neben einer Fahrbahnbreite von 5,50 Meter ist ein unterschiedlich breiter Randstreifen vorhanden, der als Fußweg genutzt werden könnte, befand Stumpf.

    Bürgermeister: Verbesserung soll angegangen werden

    Zum finanziellen Aufwand einer Verbesserung für Schulkinder und Fußgänger, ausschließlich durch die Gemeinde, äußerte sich Stefan Wettengel (CSU) kritisch. Hingegen hielt Manfred Franz (SPD) die kolportierte Summe von 260 000 Euro für berechtigt, angesichts einer größeren Sicherheit für die Fußgänger. Nach Auffassung von Bürgermeister Uwe Klüpfel und dessen Stellvertreter Erhard Franz (CSU) sollte eine Verbesserung angegangen werden, zumal hierzu die notwendige Bereitschaft eines Anwohners besteht. Nach Ablehnung einer finanziellen Beteiligung des Straßenbauamtes erhofft sich die Gemeinde zumindest eine anteilige Unterstützung der städtebaulichen Veränderungen.

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