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    Güntersleben

    Streit um Risse im Natursteinboden

    Draußen wird friedlich weiter gearbeitet, drinnen gibt es Streit um Risse im Natursteinboden Foto: Christian Ammon

    Die Risse auf dem Natursteinboden im Rathausfoyer, die sich während der Umbauarbeiten gebildet haben, haben ein Nachspiel. Wie aus einem Schadensgutachten hervorgeht, ist es nötig, den aus Muschelkalkplatten bestehenden Boden samt Estrich auszutauschen. Die Mehrkosten belaufen sich auf mindestens 17000 Euro. Bereits in einer früheren Sitzung des Gemeinderates hatte es deswegen ordentlich zwischen den Fraktionen gekracht.

    Während die UBG-Gemeinderäte einem langwierigen Rechtsstreit, der ohnehin nur zu einem Vergleich führe, aus dem Weg gehen wollen und etwa Erich Weißenberger eine "Dauerbaustelle" befürchtet, die den regulären Rathausbetrieb verzögert, sehen die CSU-Räte Michael Freudenberger und Willi Öffner, aber auch Gerhard Möldner von der SPD hierin eine Verschwendung von Steuergeldern und drängten die Gemeindeverwaltung dazu, die Ursachen herauszufinden. "Der Architekt hat einen Fehler gemacht, für diesen Fehler sollten wir nicht gerade stehen", forderte etwa Öffner.

    In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats bekam Reiner Krug als Sachverständiger vom Naturwerksteinverband Gelegenheit, sein Gutachten genauer vorzustellen. Darin geht er davon aus, dass die Ursachen für die Risse bereits vor knapp 40 Jahren gelegt wurden, als der Boden mit unzureichender Tragfähigkeit eingebaut wurde: Wie die Entnahme von drei Bohrkernen ergeben habe, hatte der Estrich statt der nötigen Dicke von 75 Millimetern kaum die Hälfte davon. Auch sei die Dämmung mit Styropor für derartige Lasten ungeeignet: "Wir haben hier einen Aufbau, der im normalen Wohnungsbau üblich ist, der aber für einen hochbelasteten Bereich wie dem Eingang eines Rathaus viel zu gering ist", fand Krug zu einem klaren Urteil. Unklar ist jedoch, ob es nicht schon Vorschäden gab. Immerhin wurde das Foyer regelmäßig mit Hubwagen und schweren Papierpaletten befahren.

    Auch zwei Vertreter des mit der Rathaussanierung beauftragten Würzburger Architekturbüros Stahl und Lehrmann nahmen an der Sitzung teil. Durch das Gutachten sehen sie ihre eigene Einschätzung gestärkt. Sie hätten die Risse zwar bemerkt, aber das volle Ausmaß des Problems nicht erfassen können. Es handele sich um einen "verdeckten Mangel", den der frühere Bauleiter beim Bau des Rathauses zu verantworten habe. Selber hätten sie bei den Bauarbeiten ausreichend darauf geachtet, dass der Boden mit Vlies und Holzplatten abgedeckt war und nur leichte Aluminiumrollgerüste eingesetzt wurden.

    Ob es zu einem Gerichtsprozess oder vielleicht doch zu einer gütlichen Einigung wie sie einige Gemeinderäte ins Gespräch brachten, kommen wird, blieb offen. Einig ist man sich, dass die Sanierung des Bodens nicht ganz einfach ist: Boden und Platten müssen völlig neu verlegt werden Einfach einen dickeren Estrich aufzutragen, ist jedoch nicht möglich. Dann würden die übrigen Installationen nicht mehr passen. Zudem muss die Dämmung einem ausreichend belastbaren Verbundestrich weichen. Auch mit der für den 3. Oktober geplanten Wiedereröffnung des Rathauses dürfte es nichts mehr werden.

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