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    Würzburg

    Sudetendeutsche treffen sich in Würzburg

    Begonnen hatte das Landsmannschaft-Treffen mit einem Totengedenken und einer Kranzniederlegung am Trautenauer Denkmal am Husarenwäldchen. Foto: Dita Vollmond
    Begonnen hatte das Landsmannschaft-Treffen mit einem Totengedenken und einer Kranzniederlegung am Trautenauer Denkmal am Husarenwäldchen. Foto: Dita Vollmond

    Landtagspräsidentin Barbara Stamm sprach am Sonntagmittag beim bayerischen Treffen der Sudetendeutschen Landsmannschaft im großen Würzburger Ratssaal. Unter den Zuhörern saß der Botschafter der Tschechischen Republik, Tomáš Podivínský. Insgesamt waren die Festreden sehr europäisch geprägt.

    Stamm griff das Stichwort Europa am Ende ihrer Ausführungen über die Integration der Sudetendeutschen nach dem Zweiten Weltkrieg in Bayern auf. Zunächst dankte sie der Landsmannschaft, "dass Sie den Prozess der Versöhnung mitgegangen sind". Aber auch wirtschaftlich seien die Sudetendeutschen wichtig gewesen. Erst sie, "die stärkste Gruppe unter den zwei Millionen Vertriebenen in Bayern", hätte aus dem Agrarstaat eine hochentwickelte Region gemacht.

    Vergleich zur Integration heute

    Die Integration der Sudetendeutschen sei freilich leichter gewesen als die heutigen Herausforderungen, denn die "Vertriebenen und die Verbliebenen" hätten die gleiche Kultur und vor allem Sprache. Indes sei es wichtig, auch die heutige Integration von Fremden "mit Toleranz gemeinsam mutig und offensiv anzugehen". Dabei dürften "wir uns vor den Realitäten nicht verschließen und die Menschen, die in Bayern verwurzelt sind, nicht überfordern". Letztlich aber sei "Europa mehr denn je gefordert".

    Bürgermeister Adolf Bauer bezifferte konkret, dass die 12 500 Vertriebenen, die nach 1945 in der Stadt Würzburg angesiedelt wurden, überwiegend Deutsche aus dem Gebiet der Tschechoslowakei waren, und dass der "enorme Aufbau der Stadt die beste Integrationsleistung" gewesen sei, die dann auch die anderen "angesteckt" habe. Das habe, so Bauers Schnelldurchgang durch die mainfränkische Zeitgeschichte, dazu geführt, dass der "internationale Gedanke" hier mit vielen Städtepartnerschaften blühen und "Zeichen der Solidarität" setzen konnte. Bauer legte das Schwergewicht seiner Ansprache allerdings stark auf den Leistungsgedanken, beispielhaft bei dem böhmischen Handwerker Balthasar Neumann, dem eingewanderten späteren Erbauer der Würzburger Residenz: "Wer was kann, der wird bei uns engagiert."

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