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    Würzburg

    Suizid: Wie das Thema mehr Aufmerksamkeit bekommen soll

    Jährlich nehmen sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) rund 800 000 Menschen auf der Welt das Leben. In Deutschland sind es zwischen 9000 und 10 000 Menschen pro Jahr. Foto: Stephanie Pilick, dpa

    Keiner spricht gern über das Thema, doch die Erfahrung machen zu müssen, einen Bekannten oder sogar nahe stehenden Verwandten durch Suizid zu verlieren, ist hart. Besonders dramatisch: Ungefähr zehn Prozent der Suizidbetroffenen sind jünger als 30 Jahre. Anlässlich des Welt-Suizid-Präventionstags gibt es auch in Würzburg Veranstaltungen, die auf das meist tabuisierte Thema aufmerksam machen möchten.

    Das diesjährige Motto schließt unmittelbar an das des vergangenen Jahres, „Gemeinsam handeln“ an. So wird laut Veranstaltern betont, dass die Vernetzung von Personen und Einrichtungen, die mit suizidalen Menschen in Kontakt sind, enorm wichtig für eine gute Unterstützung der Betroffenen und der Menschen in ihrem Umfeld sei.

    Zusammenarbeit wird groß geschrieben

    Krisendienst, TelefonSeelsorge, Gesprächsladen und der Verein "Angehörige um Suizid" (AGUS) arbeiten nicht nur anlässlich des Welttages der Suizidprävention Hand in Hand. Die drei kirchlichen Beratungseinrichtungen und die Selbsthilfeorganisation verweisen aufeinander, so dass Menschen in einer Krisensituation die für sie passendste und am leichtesten nutzbare Hilfe bekommen. Dort können Betroffene offen über ihre Belastungen und auch über Suizidgedanken sprechen, sie werden mit ihrer Not gesehen und sie werden bei der Suche nach Auswegen aus ihrer Krise und nach einem anderen Umgang mit ihren Belastungen unterstützt.

    Am Dienstag, 10. September, stehen Mitarbeiter der Einrichtungen von 14 bis 16.30 Uhr an einem Stand am Dominikanerplatz (vor dem Gesprächsladen) für Informationen und Gespräche zur Verfügung. Von zehn bis 16 Uhr sind Mitglieder von AGUS an einem Infotisch in der Stadtbücherei zu sprechen. Um 17 Uhr folgt ein meditativer Gottesdienst in der Augustinerkirche. Weiter geht es um 19 Uhr im Kino Central (Frankfurter Straße 87). Dort läuft dann der Film „Der letzte schöne Tag“. Dieser Film, der 2011 für den WDR produziert wurde, zeigt, wie der Suizid einer jungen Mutter die Angehörigen aus ihrem bisherigen Leben katapultiert und wie es ihnen mühsam gelingt, sich als Familie neu zu finden. Der Eintritt ist kostenfrei.

    Wenn Sie Gedanken quälen, sich selbst das Leben zu nehmen, dann kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge. Unter der kostenlosen Rufnummer 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die Ihnen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können. Der Krisendienst am Kardinal-Döpfner-Platz 1 ist Montag bis Freitag von 14 bis 18 Uhr geöffnet, Tel. (0931) 571717, und täglich von 18.30 bis 00.30 Uhr ist unter derselben Nummer ein telefonischer Bereitschaftsdienst erreichbar. Zudem bietet die TelefonSeelsorge auch Hilfe online unter www.telefonseelsorge.de an.

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