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    Würzburg / Bad Aibling

    Synodaler Weg: Verheirateter Würzburger Priester redet mit

    Edgar Büttner ist eingeladen, über "priesterliche Existenz" zu beraten. Er sieht sich als Sprachrohr für 2000 verheiratete katholische Priester im deutschsprachigen Raum.
    Blick in die Teilnehmerliste des Reformdialogs 'Synodaler Weg'. Der Würzburger verheiratete katholische Priester Edgar Büttner ist eingeladen, im Forum über priesterliche Existenz zu beraten.
    Blick in die Teilnehmerliste des Reformdialogs "Synodaler Weg". Der Würzburger verheiratete katholische Priester Edgar Büttner ist eingeladen, im Forum über priesterliche Existenz zu beraten. Foto: Synodaler Weg/Nadine Malzkorn

    Diese Nachricht hat Edgar Büttner überrascht: Der verheiratete katholische Priester ist Mitglied im Forum "Priesterliche Existenz heute". Vor wenigen Tagen wurden bei der ersten Vollversammlung des Synodalen Wegs die Teilnehmer der insgesamt vier Foren beschlossen. Eine offizielle Benachrichtigung hat der in Kitzingen aufgewachsene und 1978 im Würzburger Dom zum Priester geweihte Büttner, bislang noch nicht. Durch einen Anruf dieser Redaktion wurde der 67-Jährige jetzt informiert, dass er nun aktiv mitarbeiten kann - und reagierte erfreut.

    Büttner lebt mit seiner Frau in Bad Aibling (Lkr. Rosenheim) und arbeitet seit Jahren als selbstständiger Trainer für Führungskräfte und Teams. Er hatte gehofft, dass er eine Einladung zum synodalen Reformdialog erhält. "Ich sehe mich als Sprachrohr von gut 2000 verheirateten Priestern im deutschen Raum." Büttner spricht von einer großen Verantwortung, deren Situation und deren Potenzial in dem Forum vor Augen zu führen. "Sie verloren ihren Beruf als Kapläne, Pfarrer und Padres. Sie durften ihre Berufung nicht mehr offiziell leben. Sie erhielten kaum nennenswerte finanzielle und berufliche Unterstützung für ihre Familien", erläuterte Büttner kürzlich im Interview. Nach dessen Veröffentlichung habe er ausnahmslos positive Rückmeldungen erhalten - auch aus dem Bistum Würzburg. Das stimme ihn zuversichtlich.

    Seine Forderungen an den Reformdialog: "Der Synodale Weg muss Rechtssicherheit für Priester schaffen, die wegen des Zölibats ihr Amt aufgeben müssen." Dies könne von den deutschen Bischöfen geregelt werden. Ebenso, dass ein Priester, "der den Zölibat verlässt, eine auskömmliche Arbeitsstelle in der Kirche angeboten wird", so Büttner. Darüber hinaus wünscht sich Büttner "ein kräftiges Signal für eine Beendigung des Pflichtzölibats".

    Edgar Büttner wurde 1978 in Würzburg zum Priester geweiht. Er ist seit vielen Jahren verheiratet.
    Edgar Büttner wurde 1978 in Würzburg zum Priester geweiht. Er ist seit vielen Jahren verheiratet. Foto: Archiv Büttner

    Im Synodalforum werden nun mit Büttner zusammen in den kommenden Monaten aus der Diözese Würzburg Weihbischof Ulrich Boom sowie Pfarrer Matthias Leineweber für die Gemeinschaft Sant'Egidio und Priesteramtskandidat Fabian Neubert über die "priesterliche Existenz heute" diskutieren. Insgesamt gehören diesem Forum 35 Frauen und Männer an, zum Beispiel auch Schwester Katharina Kluitmann, die Vorsitzende der Ordensoberenkonferenz, und der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki.

    Woelki hatte sich nach der ersten Vollversammlung des Synodalen Wegs bekundet, dass seine Befürchtungen eingetreten seien: ein protestantisches Kirchenparlament. Büttner ist jedenfalls gespannt auf die inhaltliche Auseinandersetzungen und hofft, dass sich Bischöfe, auch wenn sie sich in einer Minderheitensituation wiederfinden - wie in den Foren - die Fairness aufbringen können sich damit abzufinden.

    Insgesamt gibt es vier Synodalforen. Aus dem Bistum Würzburg nehmen teil: Schwester Katharina Ganz, Generaloberin der Oberzeller Franziskanerinnen ("Frauen in Diensten und Ämtern in der Kirche"), Pastoralreferent Marcus Schuck vom Berufsverband der PastoralreferentInnen ("Leben in gelingenden Beziehungen - Liebe leben in Sexualität und Partnerschaft"). Keine Würzburger sind im Forum "Macht und Gewaltenteilung in der Kirche" vertreten.

    Bischof Franz Jung (3. von rechts) und die Teilnehmer des Synodalen Wegs aus dem Bistum Würzburg. Von links: Pastoralreferent Marcus Schuck, Dekan Albin Krämer, Michaela Brönner, Pfarrer Matthias Leineweber und Susanne Bühl. Es fehlen Weihbischof Ulrich Boom und Carolin Hasenauer.
    Bischof Franz Jung (3. von rechts) und die Teilnehmer des Synodalen Wegs aus dem Bistum Würzburg. Von links: Pastoralreferent Marcus Schuck, Dekan Albin Krämer, Michaela Brönner, Pfarrer Matthias Leineweber und Susanne Bühl. Es fehlen Weihbischof Ulrich Boom und Carolin Hasenauer. Foto: Markus Hauck / POW

    In der Vollversammlung sitzen aus dem Bistum Würzburg: Bischof Franz Jung und Weihbischof Ulrich Boom, Michaela Brönner (Kolpingjugend), Susanne Bühl (Diözesanrat der Katholiken), Dekan Albin Krämer (Diözesane Priesterräte), Carolin Hasenauer (Ex-Volontärin der katholischen Journalistenschule) - sowie Schuck und Leineweber.

     
     
     
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