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    WÜRZBURG

    TV Unterdürrbach: Was den „Vorstand des Jahres“ auszeichnet

    Die Vereinsführung des TV Unterdürrbach wurde am Montagabend als „Vorstand des Jahres 2016“ ausgezeichnet. Im Bild (von links) Andreas Jungbauer (Main-Post, Redaktionsleiter Würzburg), der städtische Sportreferent Muchtar Al Ghusain, TVU-Schatzmeisterin Katja Kapp, TVU-Sportleiter Erwin Kräml, die stellvertretenden TVU-Vorsitzenden Dagmar Hemmerich und Stefan Bedel, TVU-Vorsitzender Helmut Radler, Manfred Heuer (Gebietsdirektor Sparkasse Mainfranken) und VWS-Präsident Christoph Hoffmann. Foto: Theresa Müller

    Auf das Jahr 1862 geht der Turnverein Unterdürrbach (TVU) zurück. Von Altersmüdigkeit ist in dem Sportverein allerdings nichts zu spüren. Im Gegenteil: Die Gemeinschaft präsentiert sich auf der Höhe der Zeit und darf optimistisch in die Zukunft blicken. Dafür sorgt eine wahrlich ausgezeichnete Vereinsführung, die nun mit dem Titel „Vorstand des Jahres 2016“ geehrt wurde.

    Die Auszeichnung, garniert mit einem Preisgeld von 1000 Euro der Sparkasse Mainfranken, vergibt die Main-Post in Zusammenarbeit mit dem Verband Würzburger Sportvereine (VWS) seit 25 Jahren. Den Wanderpokal hat Andreas Jungbauer, Redaktionsleiter Würzburg der Main-Post, am Montag im Rahmen des VWS-Verbandstages überreicht.

    Viel Zeit in den Verein investiert

    Geehrt wurden damit Helmut Radler, der seit 1994 Vorsitzender des TVU ist und neben seinem Beruf als Studiendirektor an der Franz-Oberthür-Schule enorm viel Zeit in seinen Verein investiert. Dagmar Hemmerich steht ihm seit 2010 als stellvertretende Vorsitzende zur Seite. Die Technische Angestellte der Universität hat auch lange Zeit die Ringerabteilung aktiv unterstützt, deren Abteilungsleiter ihr Ehemann derzeit ist.

    Weiterer stellvertretender Vorsitzender ist seit einem Jahr Stefan Bedel. Er arbeitet als Technischer Angestellter an der Uni-Klinik und ist bereits seit 35 Jahren im Verein aktiv, unter anderen als Übungsleiter im Präventionssport.

    Sechsköpfiger TVU-Vorstand

    Sportleiter des TVU ist seit 2012 Erwin Kräml. Der Gerichtsvollzieher am Amtsgericht Würzburg war früher aktiver Handballer, Trainer und Abteilungsleiter.

    Katja Kapp ist seit 2014 Schatzmeisterin, die einen Jahresetat von 190 000 Euro zu verwalten hat. Beruflich ist sie als Preisprüferin bei der Regierung von Unterfranken tätig. Im TVU ist sie als Freizeitsportlern in den verschiedenen gymnastischen Bereichen aktiv.

    Als Schriftführerin ist Jutta Schlereth seit 2008 in der Vorstandschaft. Die kaufmännische Angestellte der Universität betätigt sich sportlich im Freizeitbereich. Ihr Sohn ist ein erfolgreicher Ringer.

    Breitensport in Verbindung mit Leistungssport

    Die Arbeit der Vorstandschaft ist geprägt von Gemeinsamkeit, dem gegenseitigem Vertrauen und der spürbaren Harmonie. Deshalb sind alle bereit, bei den Neuwahlen im nächsten Jahr wieder anzutreten. Verbindend ist ihr gemeinsames Credo für die Struktur des Vereines, der sich dem Breitensport ebenso öffnet wie dem Leistungssport.

    Das schlägt sich in einer gesunden und stabilen Mitgliederzahl nieder, die in den letzten 20 Jahren von 500 auf 833 angewachsen ist. Wesentlich zu diesem Wachstum beigetragen hat eine Mammutleistung des Vereins: der Bau der Dreifachsporthalle. 14 Jahre hat der Kampf um Genehmigung, Planung und Finanzierung gedauert, bis im November 2000 die Halle eingeweiht werden konnte.

    Hallenbauten mit großer Eigenleistung

    Neben Mut, Weitsicht und Hartnäckigkeit der Vereinsführung und des Bauausschusses mit Karl-Georg Mark an der Spitze hat es viele Spender und enorm viel Eigenleistung der Mitglieder gebraucht, um diese große Herausforderung zu meistern. 5,6 Millionen D-Mark hatte das Werk gekostet, wobei der Verein neben den Zuschüssen der Stadt und des Bayerischen Landes-Sportverbandes ein Drittel zu schultern hatte.

    Dass der Verein heute schuldenfrei und finanziell gut aufgestellt ist, belegt einmal mehr die solide Vereinsführung.

    Ein kleines Denkmal für Weitsicht hat sich der Vorstand mit der Sanierung der kleinen Halle gesetzt, die letztes Jahr abgeschlossen wurde. Ursprünglich sollte sie abgerissen werden. Doch erneut hat sehr viel Eigenleistung der Mitglieder die Innensanierung und die Erneuerung der Heizung ermöglicht.

    So wurde die Halle speziell für Kampfsportarten ertüchtigt sowie ein Indoor Cycling und Fitnessraum geschaffen. Neben den beiden Hallen besitzt der TVU auf seinem vereinseigenem Sportgelände ein Beachvolleyball-Feld und einen Rasenplatz.

    Breites Angebot für alle Altersgruppen

    Dass im TVU alle Altersgruppen gut vertreten sind und dass rund die Hälfte der Sportler auch von außerhalb kommen, belegt für die Vorstandschaft die Attraktivität des breit angelegten sportlichen Angebotes. Im Wettkampfsport sind die Ringer und die Volleyball-Damen in der Landesliga, Badminton in der Regionalliga und Tischtennis in der Kreisliga. D

    azu kommt Iaido, die Kunst des japanischen Schwertziehens. Ein Ziel der Vorstandschaft ist es, dass es im Wettkampfsport weiterhin aufwärts geht.

    Kooperation mit anderen Vereinen

    Vielfältig ist das Angebot auch im Freizeitsport mit Rückengymnastik, Zumba, Konditionsgymnastik, Indoor Cycling und Bauch-Beine-Po. Dazu gibt es Kinderturnen sowie Hobby-Fußball. Die Halle steht auch den Unterdürrbacher Vereinen für Veranstaltungen zur Verfügung. Wichtig ist der Vorstandschaft auch die Kooperation mit anderen Sportvereinen.

    So nutzt die Ju-Jutsu-Abteilung des SV Oberdürrbach die Kampfsporthalle. Seit drei Jahren finden die Hallen-Heimspiele des Hockey- und Tennis-Club Würzburg in Unterdürrbach statt. Auch der Zoll und die Grundschule Unterdürrbach nutzen die Halle.

    Integration von Flüchtlingen aus der nahen GU

    Nicht zu vergessen ist das närrische Aushängeschild des TVU, die Faschingsgesellschaft Dürrbacher Kaviar mit ihrem Ritter vom Schenken. Worum der Verein nie viel Wirbel gemacht hat, ist die wie selbstverständlich gepflegte Integration von Flüchtlingen aus der nahen Gemeinschaftsunterkunft in den Sportbetrieb. Zudem beschäftigt der Verein seit diesem Schuljahr erstmals einen Mitarbeiter im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahres, der speziell die Jugendarbeit unterstützt.

    Was ist der Vorstandschaft auch für die Zukunft besonders wichtig? „Probleme erkennen, bevor sie zu Problemen werden“, sagt Helmut Radler und pflegt deshalb wie auch seine Vorstandskollegen mit viel Zeitaufwand die Kommunikation mit den Vereinsmitgliedern.

    Wichtig ist allen, hier eine Sportstätte zu betreiben, die nicht nur dem Sport Dienst leistet, sondern auch dem gesellschaftlichen Miteinander. „Das ,Wir‘ ist uns so wichtig wie der Sport“, formuliert es der „Vorstand des Jahres 2016“.

    Ebenfalls ausgezeichnet wurden am Montagabend als "Gute Seelen im Verein": Elfriede Höglmeier vom Rhönklub sowie Oskar Zimmermann, Bernhard Klosa und Paul Fuchs vom SB Versbach.

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