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    EICHELSEE

    Tauziehen um Urnengräber ist beendet

    Das Tauziehen um den Standort für die Urnengräber auf dem Friedhof in Eichelsee ist zu Ende. Mit der knappst möglichen Mehrheit traf der Gemeinderat Gaukönigshofen eine Entscheidung. Zuvor gab es eine kontroverse Diskussion, in deren Verlauf auch der Vorschlag zur Vertagung aufkam.

    Wie berichtet, hatte es in einer Pfarrversammlung des Ortsteils eine Abstimmung gegeben, bei der sich eine große Mehrheit der Anwesenden dafür entschied, die Urnengräber am oberen Ende des Friedhofs neben dem dortigen Eingang einzurichten. Jedoch waren im Dorf nicht alle damit einverstanden. Im Gemeinderat zweifelten einige Mitglieder auch an, ob die Abstimmung repräsentativ gewesen sei. Um den Standort gab es erhitzte Gemüter, was bei einer Ortsbesichtigung des Gemeinderats im April deutlich wurde.

    Bei dieser Gelegenheit stellte der beauftragte Planer Bernhard Nagl auch die zweite Variante vor, nämlich links neben dem Hauptweg und dem großen Kreuz. Einige Bürger hätten diesen Vorschlag gern angenommen, der auch bei manchen Gemeinderäten Gefallen fand. Auch der Wunsch nach mehr Platz für weitere Familiengräber wurde geäußert.

    In der vorletzten Ratssitzung konnte keine Einigung erzielt werden. Die Entscheidung wurde vertagt und Pfarrgemeinderat und Kirchenverwaltung nochmals um eine Empfehlung gebeten. Die schienen sich aber an das Ergebnis der Pfarrversammlung halten zu wollen.

    In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde anfangs im Prinzip die gleiche Debatte wie in der vorletzten geführt und sie drehte sich wiederum im Kreis. Bürgermeister Bernhard Rhein legte eingangs die Fakten dar. In der Pfarrversammlung vom 18. Februar habe es ein Votum von 24 zu vier für den oberen Standort gegeben. Es gebe nun entweder die Möglichkeit, das Thema in einer Bürgerversammlung zur Abstimmung zu stellen oder gleich zu entscheiden. Johannes Hemm meinte, im letzteren Fall würde man Bürger verprellen. Auch Wolfgang Höfner wollte noch einmal die Eichelseer anhören. Über den bisherigen Verlauf der Debatten erzürnt war Jochen Sieber. „Wir veranstalten hier ein richtiges Kasperltheater und verprellen die Leute, die wir gefragt haben.“ Anton Hellmuth meinte, dass es in Eichelsee ein klares Ergebnis gegeben habe und dass die Beschlusshoheit beim Gemeinderat liege.

    So sahen es auch Peter Pfeufer, Johannes Menth und Norbert Roth. Menth sagte: „Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.“ Roth meinte, der Zwiespalt der Meinungen im Dorf sei auch durch eine Bürgerversammlung nicht lösbar. Nur zwei Stimmen gab es für die Vertagung des Themas. Dann wurde über den Standort abgestimmt. Mit acht zu sieben Stimmen wurde beschlossen, die Urnengräber neben dem oberen Eingang des Friedhofs anzulegen.

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