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    Würzburg

    Traumfabrik: Wie ein Zuschauerkind zum Backstage-Manager wurde

    Christoph Escherle gehört fest zum Teil der Traumfabrik-Familie, die nun wieder Halt in Würzburg macht. Ein Backstage-Chef im Gespräch über ein Leben auf Tour.
    Immer für eine überraschende Optik gut: Die Künstler der Traumfabrik. Foto: Traumfabrik

    Tanz, Akrobatik, Varieté und das alles in einer international besetzten Show: Die Traumfabrik von Macher Ingo Pawelke macht auch in diesem Jahr wieder Halt in Würzburg. Am Freitag, 7. Februar um 20 Uhr und Samstag, 8. Februar um 17 und 20 Uhr möchten Akrobaten im Congress Centrum die Zuschauer zum Staunen bringen. Einer, der schon als Kind ein großer Fan der Show war, heißt Christoph Escherle. Heute ist er der Backstage-Manager der Traumfabrik. Im Gespräch verrät er, was er an der Show so faszinierend findet, wie er zum Backstage-Chef wurde und was sich in den vergangenen Jahren am meisten verändert hat. 

    Frage: Als Kind waren Sie schon Zuschauer bei der Traumfabrik. Was fanden Sie damals so faszinierend?

    Christoph Escherle: Ich müsste etwa zehn Jahre alt gewesen sein, als meine Mutter mit meiner Schwester und mir die Traumfabrik in München besucht hat. Besonders ist mir das Schwarzlicht während der Show in Erinnerung geblieben, was vor allem als Kind etwas ganz Besonderes war. Das Beste jedoch war, dass ich nach der Show mit meiner Schwester auf die Bühne geholt wurde und die Moldau-Bänder (Anmerkung der Redaktion: Weiße Gymnastikbänder, in Dunkelheit sichtbar gemacht durch UV-Licht) ausprobieren durfte. Dieses Gefühl habe ich bis heute nicht vergessen.

    Christoph Escherle war schon als Kind begeisterter Zuschauer bei der Traumfabrik. Heute arbeitet er dort als Backstage-Manager. Foto: Chris Slotta
    Wie kam es dann, dass Sie Jahre später bei der Traumfabrik mit eingestiegen sind?

    Escherle: Ein Freund, der damals bei der Traumfabrik gearbeitet hat, hat mich angerufen und gefragt, ob ich Zeit und Lust hätte mitzuarbeiten. Ich war damals sehr in der Jugendszene im Landkreis Eichstätt aktiv, daher dachte er an mich. So bin ich dann als normaler Helfer, der vor allem beim Auf- und Abbau beteiligt war, eingestiegen.

    Heute sind Sie jedoch als Backstage-Manager aktiv...

    Escherle: Genau, das hat sich mit den Jahren aber einfach so entwickelt. Nach und nach wurden mir mehr und mehr Aufgaben zugeteilt und als dann mein Vorgänger auf Weltreise gegangen ist, habe ich seinen Job übernommen. Seit diesem Zeitpunkt leite ich den Backstagebereich und bin für die Bühne verantwortlich.

    Was genau sind dort Ihre Aufgaben?

    Escherle: Ich bin der erste, der in der Halle ist und bin verantwortlich, dass die Bühne aufgebaut und alles hergerichtet wird, bevor die Künstler eintreffen. Während der Show und der Proben bin ich dafür zuständig, dass meine Künstler pünktlich auf der Bühne stehen, was manchmal sehr anstregend sein kann. Ich bin sozusagen das Kindermädchen der Künstler (lacht). Und wenn Not am Mann ist, kann es auch schon mal dazu kommen, dass ich selbst in die Rolle eines Künstlers schlüpfe.

    Das heißt konkret?

    Escherle: In der Vergangenheit habe ich beispielsweise bei der Strichmännchen-Show mal das Waschweib gespielt, dass die Wäscheleine aufhängt, oder auch mal den Dompteur bei der "Metamorphose" (Ein Dompteur dressiert Tiere aus Licht). Auch bei den Schwarzlicht-Nummern bin ich ab und an dabei. Natürlich ist es mir lieber, wenn die Künstler selber auf der Bühne performen, fällt aber jemand spontan aus, springe ich natürlich ein.

    Sie sind nun schon einige Jahre mit dabei. Sind Sie heute noch genauso begeistert von der Show wie damals?

    Escherle: Auf jeden Fall. In den letzten 20 Jahren habe ich die Show bestimmt über 1000 mal gesehen, trotzdem schaue ich sie mir immer wieder gerne an.

    Was hat sich in diesen Jahren am meisten verändert?

    Escherle: Früher fand die Show nur in Regensburg statt, heute spielen wir 38 Shows in acht Städten. Wir sind größer und somit auch ein Stück weit professioneller geworden. Aber was sich nicht verändert hat, ist die Liebe zum Detail. Diese typischen Rock n' Roll Geschichten, also ankommen, spielen, weiterziehen, sind nichts für uns. Wir nehmen uns die Zeit, die wir brauchen, schließlich wollen wir, dass am Ende alles perfekt läuft.

    38 Shows in acht Städten, das klingt nach einer Menge Stress. Wie kommen Sie mit dem Tourleben klar?

    Escherle: Ich liebe es! Dass das Tourleben nicht jedem gefällt, ist klar - viele Kollegen geben das relativ schnell auf. Aber für mich ist das etwas ganz Besonderes. Unser Team versteht sich mittlerweile blind, wir freuen uns alle auf die Tour. Natürlich gibt es auch sehr anstrengende Tage, aber der Spaß überwiegt da allemal. 

    Über die Traumfabrik
    Die Traumfabrik wurde 1980 von Universitätsdozent Rainer Pawelke gegründet. Sie startete als poetisches Sporttheater, mit einer Reihe Workshops und dem Anspruch, eine neue Sportkultur zu verwirklichen. Heute ist die Traumfabrik eine Show aus Varieté, Cirque Nouveau, Tanz und Theater, dabei gibt es Elemente aus Artistik, Schauspiel, Musik und Licht.
    Die Herzstücke der Traumfabrik werden auch in diesem Jahr vom Stamm-Ensemble dargeboten unter anderem mit dem Prolog über die Traumfabrik-Geschichte und der Schwarzlicht-Inszenierung zu Smetanas "Moldau". Außerdem wird es außergewöhnliche neue Acts geben. Wie jedes Jahr lädt die Traumfabrik zudem weltweit bekannte Artisten ein, die zusammen mit dem Traumfabrik-Ensemble eine knapp zweistündige Show auf die Bühne bringen. Dieses Jahr mit LED-Artistik aus Österreich, Handschattenspiel aus Indien oder Schleuderakrobatik aus England und Dänemark.
    Die Traumfabrik macht auch in diesem Jahr wieder Halt in Würzburg: Am Freitag, 7. Februar um 20 Uhr und Samstag, 8. Februar um 17 und 20 Uhr im Congress Centrum. Tickets an allen bekannten Vorverkaufsstellen, unter www.traumfabrik.de und per Telefon 01806-570070.

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