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    Würzburg

    U&D-Festival: Vom "Little Woodstock" zur Würzburger Marke

    In kleiner und feiner Atmosphäre feierten die Zuschauer auf der Bastion ihr allererstes U&D im Jahr 1988. Foto: Silvio Galvagni

    Hartmut Emser versteht es, Geschichten so zu erzählen, dass sie den Zuhörer packen. 31 Jahre Festivalgeschichte des Umsonst & Draussen (U&D) in eine Stunde zu packen, das schafft nicht jeder. Emser aber kann es. Das, was Ende der 80er Jahre als Versuch angedacht war, ist heute eines der größten Festivals der Region.

    "Wenn mir das damals jemand gesagt hätte, ich hätte es nicht geglaubt", sagt Hartmut Emser, während er entspannt auf dem Gelände des diesjährigen Festivals sitzt. Der ehemalige Würzburger Stadtjugendpfleger war als Mitbegründer von Anfang an dabei. Er war maßgeblich daran beteiligt, dass aus einer kleinen zweitägigen Veranstaltung im Jahr 1988 ein mittlerweile viertägiges Festival mit rund 75 000 Besuchern geworden ist.

    Eines hat der 66-Jährige dabei nie vergessen: Wie alles angefangen hat. Wenn er von den "ersten Gehversuchen" des U&D erzählt, blüht Emser auf. Die Musikszene Würzburgs lag ihm damals schon sehr am Herzen. "Und für die wollten wir etwas machen", sagt er. Er wollte eine Möglichkeit schaffen, Talenten aus Würzburg eine größere Bühne zu bieten. Und der Besuch des Events sollte für die Zuschauer umsonst sein.

    Hartmut Emser ist Mitbegründer des U&D und weiß genau, was sich über die Jahre alles verändert hat. Foto: Johannes Kiefer

    Mit dem für die Region neuen Konzept durften laut Emser natürlich auch fragende Gesichter nicht fehlen. Wie soll so ein Festival finanziert werden? Dabei dachte er sich: "Wir versuchen es einfach mal, vielleicht kriegen wir ein Festle zusammen".

    Und das erste Festival hatte im Juni 1988 Premiere. Zwei Tage lang konnten 300 bis 400 Besucher miterleben, wie das U&D seine Anfänge nahm. Damals fand es noch auf der Bastion St. Burkard statt. Obwohl sich einige Anwohner beschwert hätten, sei das Echo von Besuchern und Presse positiv gewesen, erinnert sich Emser. "Die Idee war also gar nicht so verkehrt", sagt er.

    Das zweite Festival fand dann jedoch nicht mehr auf der Bastion, sondern auf dem Sportplatz der Turngemeinde Würzburg in der Mergentheimer Straße statt. "Die Infrastruktur machte dort aber wahnsinnig Arbeit", so Emser. Bereits beim dritten Festival gab es einen herben Rückschlag. Denn es drohte wegen einer Überschwemmung ins Wasser zu fallen. "Ich habe dann versucht, ganz schnell irgendeine Halle zu finden", erinnert sich der 66-Jährige. Und so fand das bislang einzige "Umsonst & Drinnen" 1990 in der Lengfelder Kürnachtalhalle statt.

    Der junge Hartmut Emser trat in den 90er Jahren auch selbst mit seiner Band „Dr. Sommer“ beim U&D auf.  Foto: Archiv Emser

    Zur Freude der Veranstalter wuchs das Festival weiter und zog wieder um. "Wir überlegten, es auf den Mainwiesen zu versuchen". Dort hat das U&D seit 1992 seinen festen Platz. Doch das Konzept stand in all den Jahren auch mal auf der Kippe. Nachdem das Wetter zwei bis drei Jahre in Folge nicht mitgespielt hatte und die Einnahmen wegbrachen, wurden Rufe laut, Eintritt zu verlangen. "Für mich war klar, entweder ist das Festival umsonst oder wir lassen es", sagt Emser.

    Die Hartnäckigkeit, beim ursprünglichen Konzept zu bleiben, zahlte sich aus. Zum 30-jährigen Bestehen im Jahr 2017 verzeichneten die Organisatoren mit 100 000 Besuchern einen Rekord. Gibt es dafür ein Erfolgsrezept?  Der "Alterspräsident", wie sich Emser selbst nennt, sagt dazu:" Man muss live und lebendig bleiben. Das Festival ist eine Spielwiese und so soll es auch bleiben".

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