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    RÖTTINGEN

    Über 1000 Gäste von Annegret Kramp-Karrenbauer begeistert

    Die Generalsekretärin der CDU, Annegret Kramp-Karrenbauer, begeisterte die 1000 Gäste im Rahmen des Röttinger Gauvolksfe... Foto: Markhard Brunecker

    Nach den beiden ehemaligen CSU-Ministern Helmut Brunner (2015) und Markus Söder (2016) konnte Röttingens Bürgermeister Martin Umscheid (CSU) erstmals im Rahmen des Gauvolksfestes eine CDU-Politikerin zum politischen Frühschoppen begrüßen. Annegret Kramp-Karrenbauer ist seit Februar Generalsekretärin der CDU. Zuvor war sie fast sieben Jahre lang Ministerpräsidentin des Saarlandes. Kramp-Karrenbauer gilt als enge Vertraute von Kanzlerin Angela Merkel – und als mögliche Nachfolgerin an der CDU-Spitze.

    Im voll besetzten Festzelt nahm die CDU-Allzweckwaffe zu aktuellen politischen Themen. Dabei hatte Umscheid, wie er bei der Begrüßung meinte, noch Angst, ob sie wegen der Gewitterfront der beiden Parteien überhaupt nach Röttingen kommt. Ihre scherzhafte Antwort: Wenn Tauberschwarz und Deutschlands älteste Europastadt rufen, komme sie natürlich.

    Streit unter Geschwistern

    Unter Geschwistern werden halt nun auch mal gestritten, meinte sie, gestand aber ein, dass es nicht hilfreich war, was sich im Unionsstreit der vergangenen Wochen ereignet hat. Immerhin aber habe der Druck aus der CSU dazu beigetragen, dass über die Flüchtlingsfrage intensiv gesprochen wurde.

    Ein Sonderlob der dreifachen Mutter gab es für den CSU-Wahlkreisabgeordneten Paul Lehrieder für dessen Familienpolitik. Auf das von ihr kürzlich vorgeschlagene Dienstjahr – auch für Asylanten – ging die Saarländerin vor zahlreichen Medienvertretern im Zelt mit keiner Silbe ein.

    Verantwortlicher Umgang mit der Rente

    Mit dem Thema Rentenfrage müsse nach ihrer Meinung verantwortlicher umgegangen werden. Man dürfe nicht das Blaue vom Himmel versprechen und – da man es nicht bezahlen kann – einfach die Steuern erhöhen oder gar neue erfinden. Um Arbeitsplätze auch auf dem Land in der Nähe der dort lebenden Familien zu schaffen, müsse die Infrastruktur weiter verbessert werden. Stadt und Land müssen gleichgewichtig sein, daher sei das Heimatministerium wichtig.

    Auch zur Sicherheitspolitik nahm Kramp-Karrenbauer Stellung und rief den über 1000 Zuhörern zu „Jeder hat sich an die Regeln zu halten, da braucht die Polizei Rückendeckung.“ Es könne nicht sein, dass Vermummte einfach mitlaufen und jeder Polizist muss auf seiner Uniform eine Nummer tragen.

    Auf Bayern neidisch

    Die gute wirtschaftliche Lage sei nicht in Stein gemeißelt, andere Länder holen auf. Als Beispiel nannte sie Estland. „Wir müssen Tempo machen und Gas geben“, so ihr Appell. Hier ging sie lobend auf Bayern ein. Alle anderen Bundesländer seien neidisch auf den Freistaat. Um diesen Standard aber zu halten und zu verbessern, müsse weiter für Zukunft geforscht und gearbeitet werden.

    Bei den aktuellen weltpolitischen Themen kam die neue Spitzenfrau natürlich nicht an Präsident Trump herum. „Wir dürfen die USA nicht abschreiben, auch wenn fast täglich ein unverständlicher Tweet über den Atlantik kommt.“ Das demokratische Amerika sei ihr lieber, als viele andere Länder, die es aktuell in den Schlagzeilen schaffen, betonte sie – ohne Namen zu nennen.

    Stabile Verhältnisse

    Die Schlussworte gehörten den stabilen politischen Verhältnissen, die sowohl für Deutschland als auch für die gesamte Welt wichtig seien. Deutschland brauche ein starkes Bayern, so ihre Aussage.

    Selbst Bürgermeister Umscheid fehlten am Ende dieser emotionalen und mitreißenden 45 Minuten die Worte. „Eine ganz tolle Rede“, meinte er. Anschließend stand Kramp-Karrenbauer noch für Autogramme und Selfies geduldig zur Verfügung.

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