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    Würzburg

    Über Jahre tausende Kinderpornos gesammelt: 52-Jähriger verurteilt

    Weil er über 14 Jahre kinder- und jugendpornographische Bilder sammelte, wurde ein 52jähriger Handwerker aus dem landkreis Wütrzburg zu einer Bewährungsstrafe veruteilt.  

    Foto: Franziska Gabbert (dpa)

    Als seine persönliche "Schwäche" und "Sucht" hat ein 52 Jahre alter Handwerker aus dem Landkreis Würzburg die gut 13.000 Fotos und Videos von nackten jungen Mädchen bezeichnet, die die Kriminalpolizei auf einem Computer und einer externen Festplatte in seiner Wohnung gefunden hat.

    Die meisten Dateien zeigen Kinder unter 14 Jahren in eindeutigen Posen, einige auch Teenager zwischen 14 und 18 Jahren. Wegen Besitz von kinderpornografischen und jugendpornografischen Schriften wurde der 52-Jährige vom Amtsgericht Würzburg zu neun Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt.

    14 Jahre lang unentdeckt

    Knapp 14 Jahre brauchte der Angeklagte, um die riesige Zahl von strafbaren Bildern und Videos in einschlägigen Foren und Webseiten im Internet zu finden und herunterzuladen. Ein Experte der Kriminalpolizei hat festgestellt, dass er bereits Mitte 2004 damit begonnen hat. Ende April 2018 wurden sein Rechner, eine externe Festplatte und ein Smartphone in seiner Wohnung im Kreis Würzburg beschlagnahmt und ausgewertet.

    Die inzwischen getrennt lebende Ehefrau des 52-Jährigen hatte die Justiz auf seine Spur gebracht: Im Scheidungsverfahren vor dem Familiengericht gab sie zu Protokoll, dass sie auf dem Rechner ihres Ex-Mannes zweimal kinderpornografische Bilder gesehen hat – so kam das Ermittlungsverfahren ins Laufen. "Ich habe aber nur heruntergeladen, nicht weiterverbreitet", versicherte der Angeklagte, der bereits bei der Polizei und auch vor Gericht ein umfassendes Geständnis ablegte. Dabei wies er auch daraufhin, dass er lediglich so genannte Posing-Bilder und -Videos abgespeichert hat – sexuelle Handlungen an minderjährigen Mädchen sind darauf nicht zu sehen.

    "Keine Zeit" für eine Therapie

    Das tut aber wenig zur Sache: "Kinder und Jugendliche werden dadurch zu reinen Sexualobjekten degradiert. Auch das ist strafbar", betonte der Strafrichter. Dass sein Verhalten nicht erlaubt ist, war dem Angeklagten nicht nur bewusst, es war vor einigen Jahren auch Thema bei den Sitzungen einer Paartherapie, die er zusammen mit seiner damaligen Ehefrau gemacht hat.

    Über eine spezielle Therapie für Männer, die sich sexuell zu Kindern hingezogen fühlen, hat der 52-Jährige nach eigenen Worten zwar bereits nachgedacht, aber noch nicht die Zeit dafür gefunden: "Ich bin beruflich stark eingebunden und arbeite sechs Tage in der Woche."

    Ein Argument, das die Staatsanwältin nicht gelten lassen wollte: "Er hatte Zeit, sich diese immense Zahl von ekelhaften Bildern herunterzuladen. Dann hat er auch eine Stunde pro Woche Zeit für eine Therapie", so die Anklagevertreterin, die zehn Monate Gefängnis auf Bewährung forderte.

    Strafe auf Bewährung

    Damit war auch der bisher nicht vorbestrafte Angeklagte einverstanden: "Ich habe mich eingelesen und weiß, welches Strafmaß zu erwarten ist", sagte er. Der Richter blieb einen Monat unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft und verhängte als Bewährungsauflage eine geeignete Therapie nach Weisung eines Bewährungshelfers. Außerdem muss der 52-Jährige 1500 Euro an das Würzburger Kinderzentrum "Spieli" bezahlen. Er nahm das Urteil noch im Sitzungssaal an.

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